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Studio 9 | Beitrag vom 27.05.2016

Lola 2016"Fritz Bauer" räumt beim Deutschen Filmpreis ab

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Schauspieler Ronald Zehrfeld bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises, der Lola 2016. Zehrfeld hat für seineRolle in "Der Saat gegen Fritz Bauer" die Auszeichnung in der Kategorie "Bestes männliche Nebenrolle" erhalten. Bernd von Jutrczenka (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)
Ausgezeichnet: Ronald Zehrfeld erhält den Preis für seine Nebenrolle in "Der Staat gegen Fritz Bauer" (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

Der Politthriller "Der Staat gegen Fritz Bauer" ist beim 66. Deutschen Filmpreis mehrfach mit der Goldenen Lola ausgezeichnet worden. Die Schulkomödie "Fack ju Göhte 2"erhielt die Trophäe für den besucherstärksten Film des Jahres.

Großer Gewinner des 66. Deutschen Filmpreises ist Lars Kraumes Politthriller "Der Staat gegen Fritz Bauer", der insgesamt sechs Lolas bekam, darunter die Goldene Lola für den besten Film und die beste Regie. Auch in den Kategorien Drehbuch, Kostümbild und Szenenbild wurde der Film ausgezeichnet. Außerdem wurde Roland Zehrfeld für seine Rolle in "Der Staat gegen Fritz Bauer" als bester männlicher Nebendarsteller geehrt.

"Es ist ein sehr solide gemachter Film", sagt unsere Filmredakteurin Susanne Burg. Lars Kraum zeige eindrucksvoll, mit welchen Schwierigkeiten Fritz Bauer im Nachkriegsdeutschland zu kämpfen hatte, das überhaupt kein Interesse an einer Aufarbeitung des Nationalsozialismus gehabt habe.

Nicht nur Favoritensiege

Eine Überraschung hingegen sei die Auszeichnung Peter Kurths ("Herbert") als bester männlicher Hauptdarsteller gewesen. 

"Man kann sehen, dass hier auch teilweise Außenseiter gewonnen haben. Filme, bei denen man als Zuschauer mitleiden kann. Bei Herbert geht es ja um einen Film über einen ehemaligen Boxer, der jetzt in prekären Lebensverhältnissen lebt und der dann auch noch mit der Nervenkrankheit ALS diagnostiziert wird."

Gleich zwei Darstellerpreise erhielt Laura Tonke, die sowohl für die beste weibliche Hauptrolle in "Hedi Schneider steckt fest" als auch für die beste weibliche Nebenrolle in "Mängelexemplar" ausgezeichnet wurde.

Der Deutsche Filmpreis ist mit drei Millionen Euro dotiert und gilt als die wichtigste Auszeichnung im deutschen Filmgewerbe. Wer die Goldenen und Silbernen Lolas gewinnt, darüber entscheiden die 1700 Mitglieder der Deutschen Filmakademie.

Hören Sie hier das Gespräch mit Susanne Burg zur Verleihung des 66. Deutschen Filmpreises:


Die Preisträger im Einzelnen:

Bester Spielfilm in Gold: "Der Staat gegen Fritz Bauer" von Lars Kraume

Bester Spielfilm in Silber: "Herbert" von Thomas Stuber

Bester Spielfilm in Bronze: "4 Könige" von Theresa von Eltz

Bester Dokumentarfilm: "Above and Below" von Nicolas Steiner

Bester Kinderfilm: "Heidi" von Alain Gsponer

Bestes Drehbuch: Lars Kraume/Olivier Guez ("Der Staat gegen Fritz Bauer")

Beste Regie: Lars Kraume ("Der Staat gegen Fritz Bauer")

Beste weibliche Hauptrolle: Laura Tonke ("Hedi Schneider steckt fest")

Beste männliche Hauptrolle: Peter Kurth ("Herbert")

Beste weibliche Nebenrolle: Laura Tonke ("Mängelexemplar")

Beste männliche Nebenrolle: Ronald Zehrfeld ("Der Staat gegen Fritz Bauer")

Beste Kamera/Bildgestaltung: Markus Nestroy ("Above and Below")

Bester Schnitt: Alexander Berner ("Ein Hologramm für den König")

Bestes Szenenbild: Cora Pratz ("Der Staat gegen Fritz Bauer")

Bestes Kostümbild: Esther Walz ("Der Staat gegen Fritz Bauer")

Bestes Maskenbild: Hanna Hackbeil ("Herbert")

Beste Filmmusik: Alexandre Desplat ("Everything Will Be Fine")

Beste Tongestaltung: Roland Winke/Frank Kruse/Matthias Lempert ("Ein Hologramm für den König")

Ehrenpreis: Regina Ziegler

Bernd Eichinger Preis: Stefan Arndt

Besucherstärkster Film: "Fack ju Göhte 2" von Bora Dagtekin

Sonderpreis – Jaeger-LeCoultre Hommage an den Deutschen Film: "Unter dem Sand" von Louis Hofmann.

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