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Lesart / Archiv | Beitrag vom 17.12.2018

Literarischer Adventskalender (17)Ursula Block und Michael Glasmeier – "Broken Music – Artist’s Recordworks“

Von Hartwig Vens

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"Broken Music" vom Verlag Primary Information. (Primary Information / Montage: DLF Kultur)
"Broken Music" vom Verlag Primary Information. (Primary Information / Montage: DLF Kultur)

Ein Ausstellungskatalog als Weihnachtsgeschenk? "Broken Music - Artist’s Recordworks" ist aber viel mehr als das: Ein Who is Who all jener, die an der Schnittstelle von Kunst und Musik Stilbildner waren und sind.

Das Buch ist ein Ausstellungskatalog, der lange vergriffen war und jetzt wiederveröffentlicht wurde. "Broken Music" war eine legendäre Ausstellung, 1989 in der Berliner DAAD-Galerie. Es ging um die Schallplatte als Objekt der Bildenden Kunst, darum die Schwarzen als plastisches Material zu betrachten.

Der Name "Broken Musik" geht zurück auf den Künstler Milan Knížák, der mit zerbrochenen, zerkratzten oder verklebten Schallplatten gearbeitet hat. Die dann trotzdem auch abgespielt wurden - eben als zerbrochene Musik. Es gab außerdem Installationen von Berühmtheiten wie John Cage, Nam June Paik und Christian Marclay – alle unter Verwendung von Schallplatten und Plattenspielern.

Ein Quell der Offenbarung

Das Buch ist viel mehr als ein normaler Ausstellungskatalog. Ungefähr drei Viertel, das sind 180 Seiten, macht das Verzeichnis der "Artist’s Recordworks" aus. Da sind alphabetisch die Künstler aufgelistet, die mit dem Medium Schallplatte arbeiten, sortiert nach den Kategorien Cover, Objekt, Publikation und Sound. Das sind 180 Seiten Fundgrube, ein Quell der Offenbarungen für Leute, die sich für solche Musik und Kunst interessieren: Marcel Duchamps, Laurie Anderson, Martin Kippenberger, Joseph Beuys sind die bekannten Namen.

Noch wichtiger aber sind die vielen Unbekannten, die man durch dieses Buch entdecken kann. Dazu die vielen schönen Fotos, z.B. des Knochen-Plattenspieler von Joseph Beuys, der mir ausnehmend gut gefällt.

Das schenke ich einem guten Freund, der sich für Musik und Kunst und beides zusammen interessiert. Die Ausstellung und der Katalog mit der Liste sind ja auch deshalb ein Mythos, weil der Katalog nur antiquarisch für Unsummen zu haben war. Und wenn man das Werk jetzt durchblättert, merkt man auf jeder Seite, was für eine enzyklopädische und kuratorische Leistung das war - und warum das ein solcher Meilenstein ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Geschenk ein Volltreffer wird, schätze ich schon ziemlich hoch ein.

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