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Literatur / Archiv | Beitrag vom 14.01.2018

Literarische WunderkinderUnerhört – in diesem Alter!

Von Barbara Sichtermann und Joachim Scholl

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Portrait von Arthur Rimbaud (1859 - 1891) (imago stock&people/ Leemage)
Ein Porträt von Arthur Rimbaud (imago stock&people/ Leemage)

Sie waren noch keine 17 und schrieben schon meisterhaft. Ein Feature über frühvollendete Schriftsteller.

Der junge, 1752 geborene Thomas Chatterton kopierte als Lehrling Akten in einer Anwaltskanzlei, nachts schrieb er unter Pseudonym Gedichte und Sagen, die die literarische Welt entzückten. Als Jugendlicher verfasste Arthur Rimbaud in nur zwei Jahren ein Werk von Weltrang. In Wiener Literatenkreisen raunte man sich begeistert den Namen Loris zu, hinter dem der 16-jährige Schüler Hugo von Hofmannsthal steckte.

Immer wieder hat es in der Literaturgeschichte diese verblüffenden Wunderkinder gegeben. Doch die frühreife Begabung bringt selten das Glück einer langen, erfüllten Künstlerschaft: Chatterton beging mit 18 Jahren Selbstmord, Rimbaud verstummte mit 19. Nur Hugo von Hofmannsthal wurde zu einem Erwachsenen und Klassiker.

Dennoch litt er zeitlebens unter dem Fluch des Frühvollendeten: Das Image des Wunderkinds wurde er nie los. "Es ist unerhört in diesem Alter", schrieb Arthur Schnitzler nach der ersten Begegnung mit dem jungen Talent im berühmten Wiener Café Griensteidl. Hofmannsthals Vater begleitete den Sohn. Der Dichter durfte noch nicht allein in ein Lokal.

(Wdh. v. 22.02.2004)

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