Seit 08:05 Uhr Kakadu

Sonntag, 16.12.2018
 
Seit 08:05 Uhr Kakadu

Literatur / Archiv | Beitrag vom 08.04.2018

Linker BuchhandelTotgesagte leben länger

Von Nils Kahlefendt

Podcast abonnieren
Der Buchladen "Schwarze Risse" in Berlin Kreuzberg (Mai 2016).   (imago / Steinach)
Der Buchladen "Schwarze Risse" in Berlin Kreuzberg: Noch immer arbeiten einstige Kollektive politisch hellwach. (imago / Steinach)

Nach der Studentenrevolte 1968 entstanden viele linke Buchhandlungen. Sie verstanden sich als Avantgarde der Republik und waren damit gar nicht so weit entfernt vom Standesbewusstsein ihrer bürgerlichen Kollegen, die stolz waren, es mit einer geistigen Ware zu tun zu haben.

Die Akteure der meist kollektiv betriebenen Läden wollten sich auch im Beruf politisch engagieren, um die Gesellschaft zu verändern. Entscheidend war ihr egalitärer Anspruch in Lohn-, Entscheidungs- und Besitzstrukturen. Basisdemokratische Organisation zählte mehr als möglicher Profit.

Was ist in Zeiten, da die Frage 'Was tun?' weniger mit Lenin als vom Betriebsberater beantwortet wird, aus diesen Hoffnungen und Träumen geworden? Ob "Schwarze Risse" in Berlin-Kreuzberg, "Sputnik" in Potsdam oder "Roter Stern" in Marburg, ob Großstadt- oder Provinzbuchladen - noch immer arbeiten einstige Kollektive und nach der Wende neu gegründete Projekte politisch hellwach gegen den Mainstream. Das Türschild "Wegen Demo geschlossen!" wird man allerdings vergeblich suchen.

Komplettes Sendungsmanuskript als PDF-Dokument und im barrierefreien Textformat

(Wiederholung vom 15.1.2017)

Mehr zum Thema

Buchhandel in den 70ern - Als der Mensatisch zum Laden wurde
(Deutschlandfunk, Büchermarkt, 22.08.2016)

Buchhandel - Auch deutsche Autoren fürchten Amazons Macht
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 14.08.2014)

Literatur

Literatur nach 1945Anfänge lesen
Das stark beschädigte Brandenburger Tor bei Kriegsende. (picture alliance / dpa / RIA Novosti)

Die Diktatur des guten Buches spielte in der Entnazifizierung Deutschlands, egal ob in Ost oder in West, eine große Rolle. Christian Adam hat eine Untersuchung über den Buchmarkt der "Stunde Null" in den Jahren nach 1945 vorgelegt.Mehr

Wettbewerb Open MikeWo Literaturkarrieren beginnen
Junge Männer und Frauen sitzen und stehen in einem größeren Raum, sie schauen freundlich in die Kamera. (Mirko Lux)

Zum 26. Mal wurde in Berlin der Open Mike vergeben, der wichtigste Preis für junge Literatur. Er ist das Sprungbrett für den Nachwuchs - für die jungen Autoren heißt es: scheitern oder durchstarten. Doch wie originell und widerspenstig können da ihre Text noch sein?Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur