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Lesart | Beitrag vom 07.05.2021

"Levys Testament" von Ulrike EdschmidBesetzte Häuser und eine abgründige Familiengeschichte

Ulrike Edschmid im Gespräch mit Andrea Gerk

Die Polizei verhaftet zwei Demonstrantinnen bei einer Demonstration für Bürgerrechte am Picadilly Circus in London 1970. (picture alliance / PYMCA/Photoshot / Chris Morris)
Eine bewegte Zeit, sagt Ulrike Edschmid über ihr Leben im London der 1970er-Jahre. (picture alliance / PYMCA/Photoshot / Chris Morris)

Hausbesetzungen, Anschläge der IRA, die kreative Szene: In ihrem neuen Roman „Levys Testament“ erzählt Ulrike Edschmid vom London der 70er, das sie selbst erlebt hat – und von einer Familientragödie. Es sei aber kein autofiktionales Buch, betont sie.

Anfang der 70er-Jahre in London und Berlin: besetzte Häuser und Gerichtsverhandlungen gegen Anarchisten. Ein Liebespaar – sie Deutsche, er Engländer – lässt sich durch London treiben, wo die Anschläge der IRA als ständige Bedrohung präsent sind.

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Der neue Roman von Ulrike Edschmid – "Levys Testament" – erzählt eine Geschichte mit einer sehr überraschenden Wendung und handelt auch von einer verwickelten und bewegenden Familientragödie.

Er beginnt 1972 in London. Dort saßen junge Menschen im Gefängnis, weil sie an Anschlägen beteiligt gewesen sein sollen. Das sei eine bewegte Zeit dort gewesen, sagt Ulrike Edschmid, die 1940 geboren ist und diese Ereignisse miterlebt hat.

Schreiben aus der Position der Beobachterin

Ähnlich wie in Deutschland habe es auch in London eine Hausbesetzerszene gegeben, das sogenannte "squatters movement". Im Grunde seien im ganzen Londoner East End die Spekulanten zu Gange gewesen. "Die Besetzung von Häusern war wesentlich einfacher als in Deutschland", erzählt die Schriftstellerin. "Man musste nur reinkommen. Dann war das schon fast legitimiert." Damals habe es viel Armut gegeben, aber auch viel Kreativität.

Edschmids Schreiben geht von Ihrem Leben aus, hat aber nichts mit dem autofiktionalen Schreiben zu tun, über das derzeit viel gesprochen wird. "Ich schaue immer auf den anderen und nicht auf das Ich", sagt sie. Ich-Erforschung sei ihr langweilig geworden. Sie schreibe aus der Position der Beobachterin, lasse aber auch viel von ihr selbst einfließen.

(abr)

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