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Fazit / Archiv | Beitrag vom 15.03.2018

Leipziger Buchpreis für Esther Kinsky"Trost entsteht, wenn man wieder lernt zu sehen"

Esther Kinsky im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

Esther Kinsky gewinnt den Preis der Buchmesse Leipzig 2018 (dpa-Zentralbild/Jens Kalaene)
Esther Kinsky gewinnt den Preis der Buchmesse Leipzig 2018 (dpa-Zentralbild/Jens Kalaene)

Für ihre "stillen, fast übersinnlich präzisen Beobachtungen" in ihrem Roman "Hain" hat die Jury des Leipziger Buchpreises die Schriftstellerin Esther Kinsky geehrt. Das Buch handelt von Trauer und wie man einen Verlust bewältigt.

Um Trost und Trauer geht es in Esther Kinskys Roman "Hain. Ein Geländeroman", für den die Erzählerin, Lyrikerin und Übersetzerin am Donnerstag mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde.

Zwei Monate nach dem Tod ihres Partners begibt sich die namenlose Hauptfigur aus "Hain" mitten im Winter auf eine Reise in ein italienisches Dorf. "Es geht hier um eine Ich-Erzählerin, die einen bestimmten Verlust bewältigen muss und die in diesem Ort wieder sehen lernt", sagt Esther Kinsky. Denn darum gehe es: "Trost entsteht, wenn man wieder lernt zu sehen, zu benennen, wahrnimmt, für sich selbst einen Ort findet", so die Autorin, die vor einiger Zeit ebenfalls ihren Mann verloren hat. "Der Trost kann immer nur aus der Beschäftigung mit der Welt entstehen und nicht als jetzt passiv aus etwas gezogen werden."

"Gelände" statt "Landschaft"

Eine "Geländeroman" hat Kinsky "Hain" genannt. Damit habe sie den Begriff der Landschaft umgehen wollen. "Weil Landschaft immer gewisse Erwartungen weckt, entweder von Spektakulärem oder zu sehr mit der Natur verbunden ist", sagt sie. "Für mich ist Gelände ein ganz offenes Wort. Es geht um die Oberfläche. Es geht um die Fläche, der man sich sehend annähert, in der man Spuren findet."

(uko)

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