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Lakonisch Elegant | Beitrag vom 06.02.2020

Lakonisch Elegant#69 Comics in sozialen Medien - Geknitter auf dem Ponyhof

Von Christine Watty, Katrin Rönicke und Johannes Nichelmann

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Aufnahmen zum 69. Lakonisch elegant Podcast. (imago images / Panthermedia)
In der 69. Folge von Lakonisch Elegant geht es um Comics in sozialen Medien. (imago images / Panthermedia)

Superheldinnen, Strichmenschen und die Sozialen Netzwerke: Die Welt der Comics verändert sich. Im Kulturpodcast diskutieren Webcomic-Schöpferin Sarah Burrini und der Cartoonist „Krieg und Freitag“ über die neue Indie-Comic-Kultur.

Der Wandel in der Medienwelt macht natürlich auch vor den Comics und Cartoons keinen Halt. Während vor Jahren die Zeichnerinnen und Zeichner von Verlagen abhängig waren, um ihre Geschichten unter die Leute zu bringen, reicht heute natürlich das Internet aus. Unter diesen Bedingungen verändern sich Charaktere und Formate. Sie müssen vor allem auf Twitter, Instagram und Co. funktionieren. Wie gehen die Macherinnen und Macher darauf ein?

Strichmenschen für die Masse

Der Hamburger Tobias Vogel alias "Krieg und Freitag" ist preisgekrönter Twitter-Comiczeichner. Er steckt hinter den berühmten gesichtslosen Strichmenschen, erzählt durch sie Geschichten voll kluger melancholischer Lebensbeobachtungen. Bei Lakonisch Elegant berichtet er davon, dass es ihm wichtig sei, die großen Massen zu bedienen. Seine Community wachse stetig, was es für ihn immer schwieriger werden lasse, auf die Followerinnen und Follower einzugehen. Nach dem Mund reden will er seinem Publikum allerdings nicht – politische Standpunkte zu formulieren sei ihm wichtig.

Katzen, Kaffee, kluge Themen

Die Comiczeichnerin Sarah Burrini schuf vor knapp zehn Jahren das Webcomic "Das Leben ist kein Ponyhof" und wurde dafür auch mehrfach ausgezeichnet. Ihr Alter Ego "Nerd Girl" führt die Leserinnen und Leser durch das aufregende Leben einer Superheldin in Köln und Umgebung. "Wenn ich einen Comic über Katzen oder Kaffee mache, kommt das super an", sagt sie. "Es ist eine Enttäuschung, wenn man sieht, dass das bei komplexen Themen nicht so ist". Dennoch hat sie sich dafür entschieden, auch schwere gesellschaftliche Themen aufzugreifen.

Würdigung eine Genres

Der Journalist Lars von Törne arbeitet für den Berliner "Tagesspiegel" und ist dort seit Jahren auch für die Berichterstattung über Comics und Cartoons zuständig. Lange habe es in Deutschland an einer Würdigung dieses Genres gefehlt. "Über Comics erhalte ich Zugang zu Themen, die wichtig und relevant sind, die ich über andere Kanäle nicht mehr reflektieren würde", berichtet er.

Diese Folge des Kulturpodcasts wurde am 04. Februar 2020 im Rahmen des Deutschlandfunk Nova-Podcastfestivals in Berlin vor Publikum aufgezeichnet.

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