Laberpodcasts

    Precht, Lanz, Kaulitz: Noch mehr Männergespräche

    36:18 Minuten
    Zwei Männer sitzen sich am Tisch mit Mikrofonen gegenüber und unterhalten sich
    Zwei Männer, die sich unterhalten: Warum hält sich dieses Format so hartnäckig? © ZDF und Christian Bruch
    Von Christine Watty · 01.10.2021
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    Es ist keine Neuigkeit, dass viele erfolgreiche Podcasts von zwei Männern im Gespräch bewohnt werden. Aber wieso eigentlich? Darüber reden wir mit der Podcasterin und Psychologin Christiane Attig und der Kolumnistin Anja Rützel.
    Nichts liegt diesem Podcasts ferner, als nur Genderfragen zu stellen. Dennoch können die drei weiblichen Menschen am Mikrofon möglicherweise nicht umhin, hier und da mal aus ihrer Perspektive zu berichten, wie es ist, über mehrere Stunden von Männern im Gespräch unterhalten zu werden: die Urform des Podcasts, so erfolgreich damals wie heute.
    Gerade neu im Club sind Philosoph Richard David Precht und Moderator Markus Lanz, die sich nun wöchentlich mit sich über sich unterhalten – und manchmal hier und da ganz zart eine große Frage des Lebens anstupsen: Wie geht Altern, zum Beispiel, oder: Was ist Wahrheit?

    Lustig bis quatschig-pubertär

    Parallel in den Männer-Podcastring gestiegen sind die Zwillingsbrüder Tom und Bill Kaulitz, wohnhaft in Los Angeles, vormals deutsche Teenie-Musikstars, mit ihrer bis heute bestehenden Band Tokio Hotel. Die beiden treffen sich nun jede Woche zum Austausch – von Worten, aber auch von jeder Menge Neuentdeckungen alkoholischer Getränke.

    Das Gespräch wird dann lustig bis quatschig-pubertär, befriedigt auf jeden Fall Gossip-Fans und auch Boulevard-Journalisten: Mit (strategischem) Erstaunen wundern sich die Brüder immer mal wieder, wie die kleinsten Details aus dem Podcast in die Medienwelt gelangen.

    Mittelalt, männlich, gebildet

    Wir sprechen über diese Neuerscheinungen, ihre Vorgänger und den Reiz des immergleichen Formats. Dabei geht nicht nur um "gefühlte" Besetzungsähnlichkeiten auf dem (deutschen) Podcastmarkt. Mithilfe der Psychologin Christiane Attig differenzieren wir die Ergebnisse ihrer Studie, wonach der prototypische Podcastmacher "mittelalt, männlich und überdurchschnittlich gebildet" sei.
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