#kunstjagd

"Wir sind nah dran"

Engelberg-Eintrag im Adressbuch von 1938 aus dem Münchner Stadtarchiv © #Kunstjagd
Marcus Pfeil im Gespräch mit Christine Watty · 16.06.2015
Vier Reporter suchen in Bildnis, das über 30 Menschenleben rettete und seit fast acht Jahrzehnten verschwunden ist. Das ist die #kunstjagd, eine transmediale Spurensuche, die Zuschauer, Zuhörer und Leser zum Teil der Recherche macht. Marcus Pfeil zieht eine Zwischenbilanz.
Ein Bild verhilft der jüdischen Familie Engelberg zur Flucht aus Nazi-Deutschland. Wo steckt es heute? Das versucht in diesen Wochen ein Reporterteam von "Follow the Money" herauszufinden.
Noch ist das Rätsel nicht gelöst. "Aber wir haben zum Beispiel letzte Woche völlig überraschend das Original-Visum erhalten. Das war in der Wiedergutmachungsakte drin, wo wir es nicht erwartet hätten", sagt Marcus Pfeil. Er selbst habe die ganze Zeit das Gefühl, "dass wir nah dran sind."
Drei, vier Bilder sind in der engeren Wahl
Seine Kollegen forschten gerade im Bundesarchiv in Bern nach Nachfahren der Familie, sagt Pfeil. Auch habe man drei, vier Bilder, die in Frage kämen. Auch Edward Engelberg habe inzwischen drei Bilder in die engere Auswahl genommen und ein Bild als klaren Favoriten benannt. "Er erinnert sich aber auch sehr, sehr stark, sogar am stärksten daran, dass seine Mutter damals das Bild wirklich von der Wand genommen hat und aufgerollt hat. Und sein Favorit ist auf Pappe gemalt, kann also eigentlich nicht aufgerollt gewesen sein."
Schwer sei es jedoch, Zeitzeugen aufzutreiben. "Wir suchen gerade nach Nachfahren von diesen Konsulatsbeamten, die das Visum ausgestellt haben. Und da muss man einfach sagen, sind wir zehn Jahre zu spät. Die direkten Beteiligten sind tatsächlich alle tot."
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