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Kompressor | Beitrag vom 09.03.2020

Kunst und Kultur in Zeiten von CoronaDas Erlebnis wird die Krise überstehen

Carsten Probst im Gespräch mit Gesa Ufer

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Eine Frau steht auf dem Kopf vor dem geschlossenen Mailänder Dom (Getty Images /  Marco Di Lauro)
Das kulturelle Leben in Norditalien ist fast zum Stillstand gekommen. Wir können eine solche Szene auch auf einem Foto erleben - und müssen nicht zwangsläufig dabei sein. (Getty Images / Marco Di Lauro)

Weltweit wurden bereits zahlreiche Veranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen wegen des Coronavirus abgesagt. Deswegen wird nun zunehmend erwogen, die Kultur auf alternativen Wegen ans Publikum zu bringen.

In Zeiten des Coronavirus bleibt auch die Kultur nicht von den Folgen der Ausbreitung der Krankheit verschont. Veranstaltungen werden abgesagt - oder in das Internet verlagert.

Dass dadurch ein wesentlicher Teil des Kulturgenusses verloren geht, kann der Kunstkritiker Carsten Probst indes nicht erkennen: Denn es gebe "mittlerweile verschiedene Arten, Kultur zu erleben".

Wichtig ist vor allem der Austausch

Für das Kulturerleben sei vor allem der Austausch wichtig: "Diese Kommunikation über das, was man mit Texten, mit Bildern, mit Theater und Musik erfahren hat. Dieser Austausch ist sehr vielfältig geworden", sagt Probst.

Im Einzelfall könne beispielsweise die Übertragung von Konzerten ohne Publikum "eine sehr gute Lösung sein". Man dürfe aber nicht aus Effizienzgründen den ganzen Kulturbetrieb auf digitale Ausspielwege umstellen, warnt der Kunstkritiker:

"Das würde schon deswegen nicht funktionieren, weil der Kulturbetrieb von dem Versprechen der persönlichen Begegnung lebt, von dieser großen humanen Geste."

Digitalisierung als Chance

Veranstaltungen könnten nur dann am Bildschirm genossen werden, wenn man etwas Ähnliches "schon mal selbst analog und live erlebt" habe, ist Probst überzeugt. Streaming allein könne dieses Erlebnis nicht transportieren.

Wie vom Kommunikationswissenschaftler Marshall McLuhan postuliert könne die Digitalisierung durchaus als Chance begriffen werden, so Probst. Dadurch könne Vereinzelung aufgelöst, die Kommunikation neu aufgestellt und der "bürgerliche Kunstbetrieb" gesprengt werden.

Probst sieht momentan einen "Mix von verschiedenen Arten von Austausch". Dieser werde auch die Coronakrise überstehen.

(rzr)

Der Kulturtheoretiker Bazon Brock sieht in der kollektiven Abschottung durch den Coronavirus auch eine Chance – und zwar für die Kreativität, wie er in der Sendung "Fazit" erklärte:
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