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Kulturnachrichten

Mittwoch, 30. September 2015

Kunsthalle Bielefeld führt Gratis-Monat ein

Testphase hatte die Besucherzahlen verdreifacht

Nach guten Erfahrungen mit einem Gratis-Eintritt will die Kunsthalle Bielefeld künftig jedes Jahr Besucher einen Monat lang kostenlos ins Museum lassen. Das teilte Kunsthallen-Leiter Friedrich Meschede am Mittwoch mit. In diesem September hatte die Kunsthalle erstmals vier Wochen lang auf Eintrittsgeld verzichtet. Mit 8000 Besuchern bei der Ausstellung "Serendipity - vom Glück des Findens" rund um den berühmten Zettelkasten des Soziologen Niklas Luhmann habe das Haus die Besucherzahlen verdreifachen können. "Vor allem Jugendliche und junge Familien mit Kindern haben das Angebot genutzt. Wir haben viele Menschen erreicht, denen das Geld für den Eintritt fehlt", sagte Meschede. Ein Drittel der Besucher gab in einer Befragung an, durch das Gratis-Angebot erstmals in die Kunsthalle gekommen zu sein. Die Kosten von 16 000 Euro übernimmt die Bielefelder Stockmeier-Stiftung. Meschede kündigte an, das Angebot auf das gesamte Jahr auszuweiten, sofern sich weitere Geldgeber fänden.

Jazz-Saxofonist Phil Woods gestorben

Bebop-Legende wurde 83 Jahre alt

US-Jazz-Saxofonist Phil Woods ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 83 Jahren in Stroudsburg im US-Staat Pennsylvania, wie das Bestattungsunternehmen Bensing-Thomas mitteilte. Woods spielte mit Stars wie Quincy Jones und Billy Joel zusammen. Seine letzte Show hatte er am 4. September in Pittsburgh absolviert. Damals musste er bereits eine Atemmaske tragen, um den Auftritt zu Ende zu bringen. Quincy Jones sagte, Phil Woods sei bei fast jedem seiner Alben seit 1956 dabei gewesen sei, weil er einfach der beste Jazz- und Saxofonspieler gewesen sei, den es gegeben habe.

Niederlande und Frankreich kaufen Rembrandt-Gemälde gemeinsam

Beide Hochzeitsporträts sollen abwechselnd in Amsterdam und Paris gezeigt werden

Die Niederlande und Frankreich werden die beiden "Hochzeitsporträts" des niederländischen Malers Rembrandt gemeinsam für 160 Millionen Euro kaufen. Das teilte die niederländische Kulturministerin Jet Bussemaker in Den Haag mit. Die Gemälde des Ehepaares Maerten Soolmans und Oopjen Coppit sollen gemeinsam ausgestellt werden, jeweils für eine Periode im Pariser Louvre beziehungsweise dem Amsterdamer Reichsmuseum. Die jetzigen Eigentümer hätten bereits zugestimmt. Zunächst wollte der niederländische Staat gemeinsam mit dem Reichsmuseum die beiden Gemälde von der französischen Familie Rothschild erwerben. Daraufhin war die französische Kulturministerin Fleur Pellerin verärgert und legte dank einer Spende der französischen Zentralbank von 80 Millionen Euro ihrerseits ein Angebot auf den Tisch. Nach intensiven Kontakten zwischen Den Haag und Paris habe man sich für diese Lösung entschieden, hieß es.

Hacker erpresst Dieter Hallervordens Theater

Schlossparktheater soll für sensible Daten sechs Bitcoins zahlen

Das Theater von Schauspieler und Komiker Dieter Hallervorden wird von einem unbekannten Hacker erpresst. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Erpressung und Ausspähung von Daten. Ein Sprecher bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. "Eine unbekannte Person hat sich Anfang September 2015 unbefugt Zugriff auf den Webserver der von uns beauftragten Firma verschafft", heißt es in einer Mail des Schlossparktheaters an diejenigen Zuschauer, die ihre Tickets online buchen. Bei den kopierten Datensätzen aus dem Zahlungssystem handele es sich um sensible Daten, darunter Kreditkarteninformationen, so die Staatsanwaltschaft. In einer Bekenner-E-Mail an das Theater habe der mutmaßliche Täter eine Zahlung von sechs Bitcoins gefordert. Andernfalls werde er die Daten veröffentlichen. Dieser Wert der digitalen Währung entspricht rund 1300 Euro.

Grütters: Karasek war eine echte Institution

Literaturkritiker starb im Alter von 81 Jahren

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat Hellmuth Karasek als "eine echte Institution in Deutschland" gewürdigt. "Er liebte und litt an und mit der Literatur und war dabei immer ihr souveräner Vermittler und ein brillanter Unterhalter", teilte Grütters am Mittwoch mit. Der Literaturkritiker und Schriftsteller starb am Dienstag im Alter von 81 Jahren in Hamburg. Zwölf Jahre lang hatte Karasek neben Marcel Reich-Ranicki die ZDF-Sendung "Das literarische Quartett" geprägt.
"Gerade durch seine Beiträge gelangen über viele Jahre sprühende und spannende Sendungen, die inspirierten und die Lust am Lesen weckten", so Grütters. Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) erklärte, mit Karasek verliere Deutschland einen seiner engagiertesten Literaturkritiker. Er habe als glühender Verfechter der Lesekultur den Menschen das Buch nahegebracht. "Er wird fehlen."

Xing baut eigene News-Redaktion auf

Der Ex-Chefredakteur der "Wirtshaftswoche" wird Herausgeber

Das Karriere-Netzwerk Xing baut eine eigene News-Redaktion auf. Als Herausgeber wurde am Mittwoch der ehemalige Chefredakteur der "Wirtschaftswoche", Roland Tichy, vorgestellt. Das Format solle den Xing-Nutzern "aktuelle und relevante Themen von kompetenten Autorinnen und Autoren aus der Wirtschaft präsentieren", erklärte die Tochter des Medienkonzerns Burda. Chefredakteurin des neuen Angebots werde die 33-jährige Jennifer Lachman, die einst bei der "Financial Times Deutschland" war. Erst vor wenigen Tagen hatte der amerikanische Xing-Wettbewerber LinkedIn seine Autoren-Plattform nach Deutschland gebracht. Dazu gehören neben Beiträgen bekannter Wirtschaftsfiguren auch berufliche News, die von einer Redaktion und Algorithmen ausgewählt werden.

Rekord-Entschädigung für Kachelmann

"Bild"-Zeitung muss 630.000 Euro an den Wettermoderator zahlen

Die "Bild"-Zeitung (Print und Online) ist vom Landgericht Köln zur Zahlung einer Rekordsumme von 635 000 Euro Entschädigung an Jörg Kachelmann verurteilt worden. Das bestätigten am Mittwoch sowohl der Anwalt des Fernsehmoderators, Ralf Höcker, als auch eine Sprecherin der Axel Springer SE. Die Summe gilt als die bisher höchste in einem solchen Verfahren. Jörg Kachelmann war 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Er sieht sich durch die Prozess-Berichterstattung weiter Teile der Medien verleumdet. Mit der Hubert Burda Media ("Bunte"/"Focus") hatte er sich im Mai außergerichtlich geeinigt. Der Springer-Konzern hatte vor der Entscheidung aus Köln bereits mitgeteilt, im Falle einer Verurteilung Berufung beim Oberlandesgericht Köln einlegen zu wollen.

"Citizen Kane"-Manuskripte versteigert

Unterlagen zeigen Entwicklungsstadien des Meisterwerks

Drei persönliche Manuskripte des US-Regisseurs Orson Welles von seinem Welterfolg "Citizen Kane" sind für mehr als 102 000 Dollar versteigert worden. Angeboten wurden sie vom US-Auktionshaus Profiles in History. Die Manuskripte zeigen die Entwicklungsstadien bei der Schaffung des Klassikers aus dem Jahre 1941. Mit dabei war auch das endgültige und letzte überarbeitete Drehbuch. Der Verkäufer sei ein enger Freund des 1985 gestorbenen Welles gewesen, der das Material von dem Filmemacher erhalten habe, hieß es.

Opernhäuser des Jahres in Frankfurt und Mannheim

Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt ergab zwei Sieger

Den Titel Opernhaus des Jahres teilen sich in diesem Jahr die Oper Frankfurt und das Nationaltheater Mannheim. Das ergab die Umfrage der Zeitschrift „Opernwelt" unter fünfzig unabhängigen Musikkritikern in Europa und den USA. Es werden damit zwei Häuser gewürdigt, die sich durch eine von ihren Intendanten Bernd Loebe und Klaus-Peter Kehr über Jahre hin konsequent gepflegte Ensemblekultur sowie eine Spielplangestaltung zwischen Tradition und Innovation auszeichnen, bei der die Entwicklung der hauseigenen Kräfte im Mittelpunkt steht. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Sopranistin Marlis Petersen, der Bariton Georg Nigl, die Nachwuchskünstlerin Elena Sancho Pereg, die Chorsolisten der Komischen Oper Berlin, der Regisseur Hans Neuenfels, der Dirigent Kirill Petrenko und sein Orchester, das Bayerische Staatsorchester, die Uraufführung "Esame di mezzanotte" der italienischen Komponistin Lucia Ronchetti am Nationaltheater Mannheim und Andrea Breths Inszenierung von Wolfgang Rihms Kammeroper "Jakob Lenz" an der Oper Stuttgart.

Hellmuth Karasek ist tot

Der Journalist hat u.a. 12 Jahre lang "Das literarische Quartett" geprägt

Der Literaturkritiker und Schriftsteller Hellmuth Karasek ist tot. Er starb gestern im Alter von 81 Jahren, wie seine Familie in Hamburg bestätigte. Zwölf Jahre lang hatte Hellmuth Karasek neben Marcel Reich-Ranicki die ZDF-Sendung "Das literarische Quartett" geprägt und war so einer breiten Öffentlichkeit bekanntgeworden. Über 20 Jahre war er der Leiter des Kulturressorts beim Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", eine Erfahrungen, die er in dem Roman "Das Magazin" verarbeitete. Seine journalistische Laufbahn hatte Karasek bei der "Stuttgarter Zeitung" begonnen, danach war er Theaterkritiker bei der Wochenzeitung "Die Zeit". Bis 2004 gab er den Berliner "Tagesspiegel" mit heraus. Bis ins hohe Alter ging er auf Lesereise und schrieb weiter. Erst 2013 waren wieder zwei Bücher von ihm erschienen.

Werke aus Achenbach-Insolvenzmasse werden versteigert

Diesmal mehr als 100 großformatige Skulpturen, Bilder, Fotos und Installationen

Der Verkauf von Kunstwerken aus der Insolvenzmasse des verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach geht weiter. Im Kölner Auktionshaus Van Ham werden heute ab 17 Uhr mehr als 100 großformatige Skulpturen, Bilder, Fotografien und Installationen aus Achenbachs einstiger Kunstberatungsfirma versteigert. Die Gesamtsumme schätzt das Auktionshaus auf 550 000 bis 800 000 Euro. Im Sommer hatte eine viertägige Versteigerung von rund 2300 Kunstwerken aus dem Lager Achenbachs 6,5 Millionen Euro gebracht - weit mehr als geschätzt. Achenbach war im März wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil hat er angefochten.

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Fazit

"Comeback" in der Kunsthalle TübingenDas Neue im Alten
Eine Marmorstatue mit Sonnenbrille und Handy, Bild von Léo Caillard: Hipster in Stone XII, 2017 (Léo Caillard)

Aneignen, Zitieren, Kopieren, Verfremden – der kreative Rückgriff auf kunsthistorische Vorbilder hat Konjunktur. Die Tübinger Kunsthalle greift die Retrowelle auf und versammelt rund hundert Werke zu einem aufschlussreichen "Comeback". Mehr

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