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Dienstag, 28.01.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 28. Januar 2020

Kritik an Dresdner Orden für Al-Sisi

Die Dresdner Semperoper kritisiert die Entscheidung der Organisatoren des Semperopernballs, den ägyptischen Staatspräsidenten al-Sisi mit einem Orden auszuzeichnen. Man missbillige dies ausdrücklich, teilte Intendant Peter Theiler mit. Die Entscheidung führe zu einer massiven Irritation innerhalb der Oper, die als führende Kulturinstitution stets Stellung für Freiheit, Toleranz und Menschenrechte beziehe und nicht in die künstlerischen und programmatischen Planungen einbezogen sei. Der Dresdner Semperopernball steht aber auch nach der Kritik weiter zu seiner Entscheidung. Der Ball sei eine kulturelle und keine politische Veranstaltung und so in einer anderen Rolle, sagte der Vorsitzende des Ballvereins und künstlerische Leiter, Hans-Joachim Frey. Man sei sich natürlich bewusst, wie Al-Sisi mit Kritikern und Journalisten umgehe. Aber der Präsident sorge auch für Stabilität in Ägypten, den Aufbau der Gesellschaft, sei Brückenbauer für Kultur und Bildung in Afrika. Man habe sich vorher auch bei der Sächsischen Staatskanzlei abgesichert.

Kunstsammler Ferdinand Neess gestorben

Der Kunstsammler Ferdinand Neess ist nach Angaben der hessischen Staatskanzlei im Alter von 90 Jahren gestorben. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) würdigten Neess in Wiesbaden als selbstlosen Kunstliebhaber, dem Hessen immer denkbar sein werde. Neess hatte dem Land Hessen im Frühjahr 2017 seine einzigartige Jugendstil-Sammlung geschenkt, die im Landesmuseum in Wiesbaden zu sehen ist. Die Sammlung umfasst den Angaben zufolge mehr als 500 Kunstwerke. Ihr Wert wird laut Staatskanzlei mit rund 42 Millionen Euro beziffert. Der ehemalige Kunsthändler hatte sie mehr als 40 Jahre lang privat in seiner Wiesbadener Jugendstilvilla zusammengetragen.

BBC: neue globale Nachrichtensendung für Jugendliche

Die britische BBC startet eine weltweit ausgestrahlte Nachrichtensendung für junge Zuschauer. Die Produktion der wöchentlichen, halbstündigen TV-Sendung "My World" leitet US-Schauspielerin Angelina Jolie, wie die BBC mitteilte. Das Angebot in englischer Sprache richte sich an junge Nutzer ab 13 Jahren und wolle eine Lücke bei verlässlichen und vertrauenswürdigen Informationen für junge Zuschauer in dieser Altersgruppe füllen, hieß es. In sozialen Medien würden Jugendliche oft nur unzureichend informiert, erklärte die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt. Sie seien besonders anfällig für Fake News und Desinformationen. "My World" wird neben der BBC auch auf einem gleichnamigen Youtubekanal ausgestrahlt.

Tunesische Bloggerin Ben Mhenni ist tot

Die tunesische Bloggerin und eine der Stimmen des arabischen Frühlings, Lina Ben Mhenni, ist tot. Sie starb im Alter von 36 Jahren, nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP an den Folgen einer langen, chronischen Erkrankung. Lina Ben Mhenni wurde im Zuge des Arabischen Frühlings weit über Tunesiens Grenzen hinaus bekannt. Sie wurde 2011 sogar für den Friedensnobelpreis gehandelt. Mit ihrem Blog "A tunisian girl" wurde sie zu einer der namhaftesten Chronistinnen des Umsturzes und brachte in der Folge auch ein Buch heraus. Zuletzt sagte Lina Ben Mhenni mit Blick auf ihre Erkrankung offen, dass sie einen schweren Leidensweg erlebe –und kritisierte dabei auch den Zustand der Krankenhäuser in der tunesischen Hauptstadt.

Roberto Cicutto wird neuer Biennale-Präsident

Der italienische Filmproduzent Roberto Cicutto wird neuer Präsident der Biennale in Venedig. Dies gab Kulturminister Dario Franceschini in Rom bekannt. Er dankte zugleich seinem Vorgänger Paolo Baratta für die geleistete Arbeit. Cicutto wurde 1948 in der Lagunenstadt geboren, zog nach der Schule nach Rom und begann eine Karriere im Filmgeschäft. Seit 2009 ist er Präsident des staatlichen Istituto Luce-Cinecittà, zu dem die berühmten Cinecittà-Filmstudios in Rom gehören. Unter dem Dach der Biennale werden verschiedene Festivals organisiert. Die bekanntesten sind die Kunstbiennale, neben der Documenta in Kassel die wichtigste Kunstausstellung der Welt, sowie die Internationalen Filmfestspiele von Venedig.

Sasha Waltz lässt Verbleib beim Staatsballett Berlin offen

Die Tanzregisseurin Sasha Waltz hat offen gelassen, ob sie wie angekündigt die Spitze des Staatsballetts Berlin verlässt. "Ich erlaube mir, mir diese Zeit zu nehmen", sagte Waltz Journalisten. Die Bedenkzeit sei sie den Tänzerinnen und Tänzern schuldig. Von der Entscheidung ihres Co-Intendanten Johannes Öhman, das Staatsballett zum Jahresende zu verlassen, sei sie "überrumpelt" worden. Die beiden Co-Intendanten hatten am vergangenen Mittwoch nach nur wenigen Monaten an der Spitze des Staatsballetts erklärt, dass sie die gemeinsame Leitung zum Jahresende 2020 aufgeben. Sie hatten diese erst seit August 2019 gemeinsam inne. Ursprünglich sollten sie bis zum Ende der Saison 2024/25 bleiben. Waltz sagte, sie wolle nun überlegen, in welcher personellen Konstellation sie beim Staatsballett bleiben könne.

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