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Mittwoch, 20.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 20. November 2019

Baltimore Museum of Art kauft 2020 nur Kunstwerke von Frauen

Eine Studie der Sammlungen von 18 großen Kunstmuseen in den USA hat ergeben, dass 87 Prozent der vertretenen Künstler Männer sind. Der Direktor des Museums der Künste in Baltimore, Christopher Bedford, nennt das ein Ergebnis von jahrhundertelangem Ungleichgewicht und fordert einen radiakalen Schritt. Im kommenden Jahr widmet sein Museum 22 Ausstellungen ausschließlich Künstlerinnen. Außerdem will er 2020 nur Kunstwerke von Frauen kaufen.

Extinction Rebellion distanziert sich von Mitbegründer

Der deutsche Ableger der Klimaschutz-Bewegung "Extinction Rebellion" hat sich von Äußerungen des britischen Mitbegründers Roger Hallam distanziert. Was er zum Holocaust gesagt habe, sei verharmlosend und relativierend und für Extinction Rebellion Deutschland nicht tragbar, teilte die Organisation mit. In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" nennt Hallam den Holocaust "nur einen weiteren Schwachsinn in der Menschheitsgeschichte". Genozide habe es in den vergangenen 500 Jahren immer wieder gegeben, so Hallam. Außenminister Maas schrieb dazu auf Twitter, Juden industriell zu ermorden und ausrotten zu wollen, sei einzigartig unmenschlich.

Newcomerin Lizzo für acht Grammys nominiert

Statt etablierten Stars wie Taylor Swift und Beyoncé geben in diesem Jahr bei den Grammys die NewcomerInnen den Ton an. Die Sängerin und Rapperin Lizzo ("Truth Hurts") wurde für acht der US-Musikpreise nominiert. Die erst 17-jährige Billie Eilish und der 20-jährige Lil Nas X kamen auf je sechs Nominierungen. Lizzo und Eilish treten in allen vier Hauptkategorien an: Song des Jahres, Aufnahme des Jahres, Album des Jahres und bester neuer Künstler. Eilish ist die jüngste Musikerin in der Grammy-Geschichte, der das gelungen ist. Lizzo hatte mit ihrem Hit "Truth Hurts" und ihrem Debütalbum "Cuz I Love You" die Musikwelt im Sturm erobert. Die Grammys gehören zu den wichtigsten Musikpreisen der Welt. Über die Nominierten und Preisträger entscheiden rund 13 000 Mitglieder der Recording Academy, die die Preise in rund 80 Kategorien verleiht. Vergeben werden die Grammys am 26. Januar in Los Angeles.

Mack-Bild für Kunstsammlung des NRW-Landtags

Die Kunstsammlung des nordrhein-westfälischen Landtags ist um ein aktuelles Werk des ZERO-Künstlers Heinz Mack (88) reicher. Macks Tochter Valeria übergab dem Parlament eine farbkräftige abstrakte Malerei, die der in Mönchengladbach lebende Mack als Teil einer Serie 2018 auf der Insel Ibiza geschaffen hatte. Mack hatte im Außenbereich des Landtags bereits Ende der 1980er Jahre einen kreisförmigen Brunnen aus Edelstahl und Glas angelegt. Mack war Ende der 1950er Jahre Mitbegründer der Künstlergruppe ZERO, zu der auch Otto Piene und Günther Uecker gehörten. Macks monochrome Reliefs und Raster aus der ZERO-Zeit sind heute Klassiker der Moderne. Die Kunstsammlung des Landtags umfasst rund 600 Werke. Hochkarätige Arbeiten von Uecker, Piene, Jörg Immendorff oder Ewald Mataré sind im Landtagsgebäude ausgestellt. Das neue kleinformatige Bild Macks wird dauerhaft in der Bürgerhalle zu sehen sein.

Spitzweg geht zurück an jüdische Eigentümer

Das Bielefelder Familienunternehmen Dr. Oetker gibt ein weiteres Gemälde zurück an die Nachkommen jüdischer Besitzer. Vorausgegangen war den Angaben zufolge eine jahrelange Suche nach den Erben des 1939 im Konzentrationslager Buchenwald ermordeten Kunstsammlers Leo Bendel. Von den Nationalsozialisten verfolgt, musste Bendel seine Kunstsammlung 1937 an die Galerie Heinemann in München verkaufen - darunter auch das Gemälde "Der Hexenmeister" von Carl Spitzweg. Caroline Oetker, die Frau des Unternehmensgründers August Oetker, erwarb es im selben Jahr und vermachte es später ihrem Enkel Rudolf-August. Spitzweg gilt als einer der bekanntesten deutschen Künstler des Biedermeiers und der Romantik. Die Aufarbeitung der Herkunft der rund 1700 Kunstgegenstände aus der Oetker-Sammlung läuft seit 2016 und ist noch nicht abgeschlossen.

Nobelpreisträger Peter Handke verteidigt sich

Drei Wochen vor der Verleihung des Literaturnobelpreises hat sich der österreichische Schriftsteller Peter Handke (76) nun doch ausführlich zu seiner umstrittenen proserbischen Haltung während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien geäußert. Im Oktober hatte er es noch abgelehnt, sich zu äußern. Österreichischen Medien sagte Handke außerdem, er werde nie wieder Journalistenfragen beantworten. Im Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte er nun, es sei um "Gerechtigkeit für Serbien" gegangen. Die Berichterstattung über Serbien sei damals monoton und einseitig gewesen. Deutschland hätte Kroatien, Slowenien und Bosnien-Herzegowina nicht anerkennen dürfen, weil auf dem Gebiet mehr als ein Drittel orthodoxe und muslimische Serben lebten, so Handke. So sei ein Bruderkrieg entstanden. Handke hatte sich damals stark mit Serbien solidarisiert und nach Ansicht von Kritikern die von Serben begangenen Kriegsverbrechen bagatellisiert oder geleugnet. Auch die Schwedische Akademie in Stockholm verteidigte ihre Entscheidung, Handke mit dem Nobelpreis für das Jahr 2019 auszuzeichnen.

Prager Kardinal verliert Prozess gegen Theater

Zwei Theater in der tschechischen Stadt Brünn müssen sich nicht beim Prager Kardinal Duka für kontroverse Inszenierungen entschuldigen. Ein höheres Gericht bestätigte die entsprechende Entscheidung der Vorinstanz. Der Erzbischof hatte eine Entschuldigung des Zentrums für experimentelles Theater (CED) und des Nationaltheaters Brünn gefordert, weil er sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt sah. Duka störte sich vor allem an einer Szene, in der dargestellt wird, wie Jesus eine Muslimin vergewaltigt. Dieser abstoßende Akt sei ein starker Eingriff in das Recht auf Religions- und Gewissensfreiheit, so die Argumentation. Das Gericht verwies in seinem Urteil auf die künstlerische Freiheit. Duka und sein Anwalt kündigten auch gegen das neuerliche Urteil Rechtsmittel an.

Viele Deutsche misstrauen den Medien

Vielen Menschen in Deutschland fehlt das Vertrauen in die Medien. In einer Studie im Auftrag des WDR stellte sich heraus, dass nur 61 Prozent der Befragten die in Presse und Rundfunk verbreiteten Informationen für glaubwürdig halten. Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk betrachten aber 82 Prozent als unverzichtbar. Nur sieben Prozent der Befragten halten die Boulevardpresse für glaubwürdig.
38 Prozent der Befragten vermuten, dass die deutschen Medien Vorgaben von Staat und Regierung für ihre Berichterstattung bekommen. 64 Prozent der Menschen im ehemaligen Westdeutschland vertrauen den Medien. Im Osten sind es nur 48 Prozent.

Versteigerung von Nationalsozialismus-Besitztümern

In München werden zahlreiche Gegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus versteigert. Darunter sind auch viele ehemalige Besitztümer von Hitler und seinen engsten Vertrauten. Der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn sprach im Deutschlandfunk Kultur von einer perversen Geschmacklosigkeit. Die Zusicherung des Auktionshauses, die Käufer genau zu überprüfen, reiche ihm nicht.

Hitlers Geburtshaus wird künftig von Polizei genutzt

Das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn in Österreich soll künftig von der Polizei genutzt werden. Das Bezirkspolizeikommando und die Polizeiinspektion Braunau sollen nach einer Umgestaltung des Gebäudes dort einziehen. Das teilt das Innenministerium mit. Damit solle verhindert werden, dass das Areal zu einer Pilgerstätte für Neonazis werde, erklärte Innenminister Wolfgang Peschorn. Der spätere Diktator Adolf Hitler (1889-1945) hatte seine ersten Lebensmonate in dem Gebäude verbracht. Das Hitlerhaus ist nach einer Enteignung seit Anfang 2017 im Besitz der Republik Österreich. Die Enteignung hatte zu einem längeren Rechtsstreit zwischen der früheren Besitzerin und dem Staat um die Höhe der Entschädigung geführt. Bisher flossen 812 000 Euro an die frühere Besitzerin. Für die Umgestaltung wird ein EU-weiter Architektenwettbewerb gestartet.

Goldene Lola wird an Macher von Kurzfilmen verliehen

Am Abend wird in Hamburg der Deutsche Kurzfilmpreis verliehen. Die Gewinner der fünf Kategorien werden in der Elbphilharmonie bekannt gegeben. Ins Rennen gehen zwölf Kurzfilme. Insgesamt stehen Preisgelder von bis zu 275 000 Euro zur Verfügung. Eine Goldene Lola wird für den besten Kurzfilm, die beste Dokumentation, den besten Experimentalfilm, den besten Animationsfilm und den besten Spielfilm bis 30 Minuten vergeben. Zudem kann es einen Sonderpreis geben. Der Deutsche Kurzfilmpreis, vergeben von der Staatsministerin für Kultur und Medien, gilt als die wichtigste und höchstdotierte Auszeichnung für kurze Filme in Deutschland. Zu den bisherigen Nominierten gehören Werner Herzog, Wim Wenders, Tom Tykwer und Nora Fingscheidt.

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