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Freitag, 16.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 16. November 2018

Schauspieler Rolf Hoppe gestorben

Er hatte seinen Durchbruch mit dem Film "Mephisto" von Istvan Szabo

Der Schauspieler Rolf Hoppe ist mit 87 Jahren gestorben. Er sei am Mittwoch "nach einem erfüllten Leben im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen", teilte die Familie über das Hoftheater Dresden mit. 1995 hatte Hoppe - geboren im thüringischen Ellrich - am Rande von Dresden einen Bauernhof gekauft und das Theater gegründet, wie es im Internetauftritt des Hoftheaters heißt. Seinen Durchbruch hatte der DDR-Star mit dem 1982 oscarprämierten Spielfilm "Mephisto" von Istvan Szabo. Hoppe, der lange als "Bösewicht vom Dienst" galt, stellte dort Hermann Göring dar. Auch im ARD-"Tatort" war er mehrmals zu sehen. Zudem trat er in verschiedenen Märchenfilmen auf. So spielte Hoppe den König im Klassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", der im Weihnachtsfernsehprogramm läuft. 2017 war Hoppe erster Preisträger beim neuen Märchenfilmfestival "fabulix" in Annaberg-Buchholz, wo er für sein Lebenswerk geehrt wurde.

Doku über Helmut Berger: Regisseur verklagt

Der Film sei ohne Bergers Wissen entstanden

Der österreichische Schauspieler Helmut Berger hat drei Jahre nach Erscheinen eines Dokumentarfilms über ihn den Regisseur Andreas Horvath verklagt. Berger fordert 50 000 Euro Schadenersatz und die Unterlassung der Weiterverbreitung. Laut der Klage, über die zuerst die "Kronen-Zeitung" berichtete, sei der Film ohne Bergers Wissen entstanden. Einige Szenen seien "bloßstellend und herabsetzend". Horvaths Anwalt erklärte, dass Berger vor den Dreharbeiten eine Einverständniserklärung unterzeichnet und den Film auch gesehen habe. Bergers Anwalt bezweifelt nach seinen Angaben allerdings, dass sein Mandat geschäftsfähig war, als er die Einverständniserklärung unterschrieb. Die Kombination aus seinen damals sehr starken Medikamenten und Alkohol sei ein "Horrorcocktail" gewesen. Helmut Berger war in den 1960er und 1970er Jahren ein Star des europäischen Kinos.

Olsenbande-Schauspieler Grunwald gestorben

Er war das letzte lebende Mitglied des dänischen Filmtrios Olsenbande

Er war der Letzte aus der legendären Olsenbande: Der dänische Schauspieler Morten Grunwald ist im Alter von 83 Jahren an Krebs gestorben. Das teilte seine Familie der dänischen Zeitung "Politiken" mit. Grunwald hatte in mehr als 50 Filmen mitgewirkt, darunter in 14 über die berühmte Olsenbande, in denen er Benny mit den gelben Socken spielte. Die Filme seien soziale Satire gewesen, sagte Grunwald der dpa zum 50jährigen Jubiläum der Filme. Der kleine Mann gegen die Reichen und Mächtigen. Wohl auch deshalb sei die Olsenbande in der DDR so beliebt gewesen. Jenseits der Olsenbande feierte Morten Grundwald auch als Theaterschauspieler und -direktor Erfolge. In den Kinos war er 2014 zum letzten Mal zu sehen.

Uruguayerin Ida Vitale erhält Cervantes-Literaturpreis

Wichtigste literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt

Die uruguayische Schriftstellerin Ida Vitale wird mit dem diesjährigen Cervantes-Literaturpreis ausgezeichnet. Dies gab der spanische Kulturminister José Guirao in Madrid bekannt. Der Cervantes-Preis gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung in der spanischsprachigen Welt und ist mit 125 000 Euro dotiert. Die Jury hielt sich mit ihrer Entscheidung dieses Mal nicht an die ungeschriebene Regel, wonach die Ehrung abwechselnd spanischen und lateinamerikanischen Autoren zuerkannt wird: Im vergangenen Jahr hatte der nicaraguanische Autor und Menschenrechtler Sergio Ramírez den "Premio Cervantes" erhalten. Die 95jährige Vitale ist erst die fünfte Frau, der die wichtige Ehrung zuteil wird.

Zu wenig Frauen zitiert: Financial Times warnt Autoren

Zeitung will mehr Leserinnen gewinnen

Autoren der Financial Times werden automatisch gewarnt, wenn sie in ihren Artikeln zu wenige Frauen zitieren. Das berichtete die englische Zeitung The Guardian. Dafür habe die Financial Times extra ein Text-Analyse-Tool eingerichtet, das Pronomen und Vornamen analysiert. Bislang stammen nur 21 Prozent der Zitate von Frauen. Außerdem sollen mehr Fotos von Frauen erscheinen. Mit diesen Maßnahmen will die Zeitung ihren Anteil an Leserinnen erhöhen. Bereits gelungen ist ihr die Steigerung von Kommentaren die von Frauen geschrieben wurden. Von März bis August erhöhte sich ihre Zahl von 20 auf 30 Prozent.

Betrugsanzeige nach gefälschtem Morricone-Interview

Burda Verlag will Autor verklagen

Das manipulierte Interview mit Ennio Morricone, das im Playboy erschienen ist, hat für den Autor juristische Konsequenzen. Playboy-Chefredakteur Florian Boitin hat in einem Newsletter angekündigt, dass der Burda-Verlag den freien Journalisten Marcel Anders wegen Betruges verklagen wird. Anders hatte zuvor eingeräumt, dass das Interview nicht dem Wortlaut entsprach und ein Entschuldigungsschreiben veröffentlicht. Der frisierte Text war wegen seiner pikanten Aussagen international zitiert worden. Morricone lästerte in dem Interview über den Regisseur Quentin Tarantiono und die Oscars. Ennio Morricone selbst distanzierte sich auf seiner Webseite von den Aussagen. Der Autor, Marcel Anders, ist ein in der Branche bekannter Musikjournalist, der für Zeitungen und Rundfunk arbeitete und bislang einen guten Ruf genoss.

Nach Drohung: Neues Kino für "Wildes Herz" gesucht

Dokumentarfilm-Vorführung über "Feine Sahne Fischfilet" wurde abgesagt

Wegen einer anonymen Drohung musste die Vorführung des Dokumentarfilms "Wildes Herz" über die Punkband Feine Sahne Fischfilet in Bad Schwartau abgesagt werden. Schleswig-Holsteins Bildungsministerium nach einem Ersatz-Kino. Der Film sollte im Rahmen der SchulKinoWoche in Schleswig-Holstein (26. - 30. November)gezeigt werden. In dem preisgekrönten Dokumentarfilm erzählt Schauspieler Charly Hübner die Geschichte der Band, die sich gegen rechts engagiert. Im Oktober hatte die Stiftung Bauhaus Dessau unter Verweis auf ihr Hausrecht ein Konzert der Band auf der historischen Bauhaus-Bühne abgesagt. Rechte Gruppierungen hatten zuvor in sozialen Netzwerken gegen das Konzert mobil gemacht.

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