Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Samstag, 21.07.2018
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Kulturnachrichten

Samstag, 21. Juli 2018

"Siegfrieds Erben" feiert Premiere am Kaiserdom

Nibelungen-Fortsetzung mit Jürgen Prochnow und Jimi Blue Ochsenknecht

Mit Jürgen Prochnow als Hunnenkönig Etzel und Jimi Blue Ochsenknecht als Siegfrieds Sohn Gunther sind in Worms die Nibelungen-Festspiele eröffnet worden. Auf der Freilichtbühne zu Füßen des Kaiserdoms verfolgten am Freitagabend etwa 1.300 Zuschauer die Inszenierung "Siegfrieds Erben". Die Geschichte von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel setzt ein, wo die klassische Sage endet - nach dem Tod der rachedurstigen Kriemhild, Ex-Frau des blonden Drachentöters Siegfried. Regisseur Roger Vontobel hat das Stück unter der Intendanz von Nico Hofmann als bildstarke und düstere Fortsetzung des Nibelungen-Mythos inszeniert. Wie Prochnow sagte, ist es das erste Freilichtstück, in dem er mitwirkt. 1981 hatte der heute 77-Jährige zusammen mit Uwe Ochsenknecht im deutschen Filmklassiker "Das Boot" gespielt. Nun steht Prochnow mit Ochsenknechts Sohn auf der Bühne. Für den 26-Jährigen ist es die erste Theaterrolle überhaupt. Bis zum 5. August sind insgesamt noch 15 Aufführungen geplant.

Zweites Urteil im Fall Schaubühne gegen Kuby

Publizistin Gabriele Kuby hatte gegen das Berliner Theater geklagt

Die christlich-konservative Publizistin Gabriele Kuby hat in Teilen erfolgreich gegen das Theaterstück "Fear" der Berliner Schaubühne geklagt. Das Berliner Kammergericht untersagte dem Theater in einem Urteil, der in Bayern lebenden Kuby in dem Stück Sätze wie "Ich hetze gegen Juden", "Was wir brauchen, sind Faschistinnen" zuzuschreiben und die Publizistin als "verknitterte, ausgetrocknete düstere Seele" zu beschreiben. In anderen Klagepunkten Kubys entschied der 24. Zivilsenat für das Theater. Die umstrittene Publizistin wollte erreichen, dass in der Aufführung kein Porträtfoto von ihr im Bühnenbild verwendet und kein Bild von ihr mit ausgestochenen Augen als Maske genutzt werden darf. Das wurde von dem Gericht mit der Begründung zurückgewiesen, die Grenzen der Schmähkritik würden damit nicht überschritten. Auch dürften generell Tonbandaufnahmen von ihr verwendet werden und der Klägerin stehe kein Schmerzensgeld von 20.000 Euro zu, wie von ihr gefordert.

Gedenkstätte plant umfassendes DDR-Opferregister

Bildungsministerium fördert Projekt in Berlin-Hohenschönhausen

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen will ein umfassendes Namensregister für die Opfer des DDR-Regimes anlegen. Nach dem Vorbild der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entsteht damit die erste gesicherte Datenbank für politisch Verfolgte des SED-Staates, wie die Gedenkstätte mitteilte. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will das Projekt demnach mit voraussichtlich 5,3 Millionen Euro unterstützen. Das Register soll ab Ende des Jahres erarbeitet werden. Neben den persönlichen Daten der Opfer sollen auch Biografien, Fotografien und Zeitzeugeninterviews erfasst werden. Ein eigens dafür gegründeter Forschungsverbund soll herausfinden, wie viele Menschen genau der politischen Repression in der DDR zum Opfer gefallen sind. Bisher gab es dazu laut Gedenkstätte nur grobe Schätzungen.

Victor Jaras Mörder: Tochter fordert Auslieferung

Der pensionierte Offizier Pedro Barrientos lebt in den USA auf freiem Fuß

Die Tochter des 1973 ermordeten chilenischen Sängers Victor Jara hat an die Regierung appelliert, von den USA nachdrücklicher die Auslieferung des Verantwortlichen für die Tat zu fordern. Amanda Jara war acht Jahre alt, als ihr Vater, ein gefeierter Sänger Regisseur und Universitätsprofessor, nach dem Putsch von Augusto Pinochet zusammen vielen anderen linken Aktivisten festgenommen wurde. Die Putschisten brachten ihn in das zu einem Internierungslager umfunktionierte Stadion von Santiago, wo er gefoltert und umgebracht wurde. Anfang Juli verurteilte ein chilenisches Gericht nach langen Ermittlungen acht pensionierte Offiziere wegen des Mordes an Jara zu 15 Jahren Haft. Ein weiterer Verantwortlicher für dem Mord lebt jedoch in den USA auf freiem Fuß. Der pensionierte Offizier Pedro Barrientos wurde 2016 von einem US-Gericht in Florida aber für den Tod Jaras verantwortlich gemacht. Chiles Forderung nach Auslieferung hängt noch immer in der Schwebe.

Ralf Rothmann erhält Uwe-Johnson-Literaturpreis

Auszeichnung für Erinnerungsarbeit

Rothmann erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Roman "Der Gott jenes Sommers". Das teilte die Mecklenburgische Literaturgesellschaft mit, die den Preis vergibt. In dem ausgezeichneten Roman beschreibt der Autor die letzten Kriegsmonate 1945 aus der Sicht eines 13-jährigen Mädchens. Der in Berlin lebende Autor schildere dabei "eindrucksvoll, wie der Krieg die Seele angreift und die ethische Sicherheit des einzelnen bedroht", so die Begründung der Jury. Die Preisverleihung findet während der Uwe-Johnson-Tage am 21. September in Berlin statt.

Russisches Gulag-Museum zur Schließung gezwungen

Örtliches Kulturministerium: "Gebäude sei Gefahr für Besucher"

In Russland ist ein Gulag-Museum zur Schließung gezwungen worden. "Wir haben keinen Zugang mehr zum Museum, sagte der Direktor des Museums im westrussischen Joschkar-Ola, Nikolai Araktschejew, der Nachrichtenagentur AFP. Es habe einen Versuch gegeben, die Exponate zu beschlagnahmen. Aus dem örtlichen Kulturministerium hieß es, das Gebäude sei geschlossen worden, weil es eine Gefahr für Besucher sei. Der Direktor versicherte aber, nur das Dach müsse mal repariert werden. "Sie wollen das Museum zerstören, das eine Quelle der historischen Wahrheit und Freiheit ist", sagte Araktschejew. Der frühere Soldat, der mehrere Jahre für die Menschenrechtsorganisation Memorial gearbeitet hat, recherchiert seit Jahren zu den stalinistischen Verbrechen und dem Gulag genannten System der Straf- und Arbeitslager in der Sowjetunion.

Kulturnachrichten hören

Juli 2018
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur