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Samstag, 22.09.2018
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 22. September 2018

Papst verurteilt Forderungen nach Ausgrenzung

Botschaft in Osteruropa vorgetragen

Papst Franziskus hat bei seinem Besuch in Litauen alle populistischen Forderungen nach der Ausgrenzung Fremder verurteilt. Überall in der Welt würden derzeit "die Stimmen, die Spaltung und Konfrontation säen, immer lauter", warnte der Papst in einer Rede vor dem Präsidentenpalast in Vilnius. Solchen Forderungen müssten "Toleranz, Gastfreundschaft, Respekt und Solidarität" entgegen stehen. Der Papst kritisierte auch all jene, "die behaupten, dass die einzige Möglichkeit, die Sicherheit und den Fortbestand einer Kultur zu gewährleisten, darin besteht zu versuchen, andere Kulturen zu beseitigen, auszulöschen oder wegzudrängen". Beobachter verweisen darauf, dass der Papst seine Kritik in Osteuropa vortrug, wo vielerorts Vorbehalte gegen die Aufnahme von Flüchtlingen herrschen.

DAU-Kunstprojekt soll nicht verschoben werden

Intendant der Berliner Festspiele: "Die Probleme sind lösbar"

Die Nichtgenehmigung des Mauerbau-Kunstprojekts DAU stößt bei den Veranstaltern auf Unverständnis. Sie gehen weiter davon aus, vorhandene Lücken in den Antragsunterlagen wie vereinbart bis Monatsende schließen zu können. Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele, die das Projekt unterstützen, sagte im Deutschlandfunk Kultur: "Wir prüfen noch alle Wege und Möglichkeiten, dieses Projekt zu realisieren, da die genannten Probleme, lösbar sind. Die Leute, die das vorbereitet und eingereicht haben, sind professionelle Veranstalter." Mit Blick auf das Sicherheitskonzept verwies Oberender auf die abgespeckte Version des Projekts: "Es ist kein Kirchentag oder keine Fanmeile, jetzt sind es 4000 Besucher am Tag mit 2000 Besuchern gleichzeitig. Das ist keine Massenveranstaltung." Und weiter: "Ich denke, dass der Verlust, der durch die Absage entsteht sehr viel größer ist, als die Anstrengung, die wir jetzt noch brauchen, um das hinzukriegen."
Die Pläne des russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky sehen vor, für das Kunst- und Sozialexperiment ein Areal in Berlins Mitte für die Dauer von vier Wochen mit einer Mauer zu umschließen.

Ostermeier: Frankreichs berühmtestes Theater ist "wie ein Museum"

Künstlerischer Leiter der Berliner Schaubühne inszeniert an Comédie Française

Der deutsche Regisseur Thomas Ostermeier hat großen Respekt vor Frankreichs berühmtestem Theater: Es sei für ihn ein "großer Schritt" gewesen, am Pariser Theater Comédie Française die Shakespeare-Komödie "Was ihr wollt" zu inszenieren, sagte Ostermeier vor der Premiere. Das Theater, das auch als "Haus von Molière" bekannt ist, sei "wie ein Museum", sagte Ostermeier mit Blick auf die vielen Bilder und Statuen berühmter Schauspieler. Um nicht selbst Teil dieses Museums zu werden, sei ein "anderer Geist" wichtig, sagte der künstlerische Leiter der Berliner Schaubühne, der das Angebot von Theaterleiter Eric Ruf nach eigenen Angaben nur unter zwei Bedingungen annahm: Er wollte nicht gleich ein Stück von Molière auf die Bühne bringen und mit den jüngsten Schauspielern des Ensembles zusammenarbeiten.

Barley fordert Kulturwandel in der katholischen Kirche

Justizministerin über Missbrauchsfälle: "Vermutlich nur die Spitze des Eisbergs"

Bundesjustizministerin Katarina Barley fordert angesichts des gewaltigen Missbrauchsskandals einen Kulturwandel in der deutschen katholischen Kirche. Um neue Gewalttaten gegen Kinder und Jugendliche zu verhindern, sei es notwendig, innerkirchlich "eine Kultur des Hinsehens und Eingreifens" aufzubauen, sagte die SPD-Politikerin dem "Spiegel". Die Kirche müsse zudem "umfassend mit der Justiz zusammenarbeiten und jede bekannt gewordene Tat anzeigen". Eine von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Missbrauchsstudie hat die Situation in der katholischen Kirche in Deutschland aufgearbeitet. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass mutmaßlich 1670 katholische Kleriker zwischen 1946 und 2014 insgesamt 3677 meist männliche Minderjährige sexuell missbraucht haben. Barley nannte die Zahlen "schockierend und vermutlich nur die Spitze des Eisbergs".

Erdbebentöne werden Kunstinstallation

Bei "19-sonic-14/Earthquake" können Besucher die Erderschütterung hören

Ein mexikanischer Musiker hat die Geräusche der Erdbewegung eines schweren Erdbebens im vergangenen Jahr in eine Kunstinstallation verwandelt. Bei "19-sonic-14/Earthquake" können die Besucher die Erderschütterung hören, erklärte der Künstler Pelayo del Villar. Das elf Minuten lange Stück wird im geophysikalischen Museum der Nationalen Autonomen Universität Mexikos (UNAM) gespielt. Die Geräusche stammen aus sechs Aufzeichnungsstationen in Mexiko-Stadt. Das Beben der Stärke 7,1 hatte am 19. September 2017 die Hauptstadt des lateinamerikanischen Landes und umliegende Bundesstaaten erschüttert. 228 Menschen starben allein in Mexiko-Stadt beim Einsturz von 38 Gebäuden. Weitere 141 Menschen kamen in den zentralen Bundesstaaten und im Süden des Landes ums Leben.

DDR-Gesangsstars auf Gemeinschaftstour umjubelt

Knapp 30 Konzerte bis Ende November geplant

Fast drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall sind sechs DDR-Schlagerstars gemeinsam auf Tour. Das Motto: "Wiedersehen mit Freunden". Zum Tourneestart am Freitag in Neuenhagen bei Berlin wurden sie vom größtenteils betagten Publikum emsig beklatscht. Uwe Jensen, Frank Schöbel, Monika Herz, Angelika Mann, Eva-Maria Pieckert und Hans-Jürgen Beyer boten ein dreistündiges Programm. "Wir können eigentlich alle richtig stolz sein, mit welcher Musik wir groß geworden und aufgewachsen sind", sagte Jensen. Knapp 30 Konzerte sind bis Ende November geplant - allesamt im Osten Deutschlands.

Rapper Médine sagt Konzerte im "Bataclan" ab

Aus Respekt vor den Familien der Opfer und aus Sorge um die Sicherheit seiner Fans

Unter Druck rechtsradikaler französischer Gruppen hat der muslimische Rapper Médine seine ausverkauften Konzerte im Pariser Konzerthaus Bataclan abgesagt. Auf Facebook und Twitter teilte der 35-jährige Musiker am Freitag mit, die Rechte wolle die Nation spalten. Aus Respekt vor den Bedenken der Familien der Opfer der Pariser Anschläge 2015 und aus Sorge um die Sicherheit seiner Fans sage er die Konzerte im Oktober ab. Rechte Gruppen hatten behauptet, Médine verbreite eine radikale Ideologie und entweihe mit seinem Auftritt das zu einer Gedenkstätte gewordene Bataclan. In dem Konzerthaus wurden am 13. November vor drei Jahren 90 Menschen von islamistischen Extremisten ermordet. Rechte Aktivisten hatten am Freitag Pläne bekanntgegeben, Konzertbesucher am Betreten des Bataclan zu hindern. Der Vater eines Opfers schloss sich ihnen an. Er betonte, selbst unpolitisch zu sein, er wolle aber Taten sehen.

N.Y. Philharmoniker: Frauen dürfen jetzt Hosen tragen

Die mehr als 175 Jahre alte Kleidungsvorschrift wurde gekippt

Nach starkem Protest dürfen die Frauen unter den New Yorker Philharmonikern jetzt auch bei festlichen Konzerten Hosen tragen. Die Kleiderordnung sei entsprechend geändert worden, sagte Katherine Johnson, Sprecherin des Orchesters, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in New York. "Frauen dürfen bei allen Konzerten Hosen tragen, wenn sie wollen." Nur bei Konzerten tagsüber, in Parks oder für junge Zuschauer wurden für Frauen, die rund die Hälfte des Orchesters ausmachen, Ausnahmen zugelassen. Beim Saisonauftakt in der Nacht zum Freitag, bei dem der Niederländer Jaap van Zweden mit einem Konzert-Mix aus Klassik und Moderne erstmals öffentlich seinen Posten als Chefdirigent antrat, waren allerdings noch keine Musikerinnen in Hosen zu sehen.

Ralf Rothmann mit Uwe-Johnson-Preis geehrt

Schriftsteller erhielt Auszeichung für "Der Gott jenes Sommers"

Der Schriftsteller Ralf Rothmann ist neuer Träger des Uwe-Johnson-Preises. Der 65-Jährige erhielt die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen aktuellen Roman "Der Gott jenes Sommers" in Berlin. Rothmann erzählt darin das Leben einer Zwölfjährigen, die 1945 mit Mutter und Schwester aus dem bombardierten Kiel auf das Gut eines SS-Offiziers aus der Familie flieht und die Wirren des Kriegsendes erlebt. Die Auszeichnung würdigt deutschsprachige Autoren, in deren Schaffen sich Bezugspunkte zu Johnsons Poetik finden. Zu den Preisträgern gehören Christoph Hein, Christa Wolf, Uwe Tellkamp und Walter Kempowski.

Filmförderanstalt investiert in Kinomodernisierungen

Bis zu 200 000 Euro pro Jahr werden zur Verfügung gestellt

Das Medienboard Berlin-Brandenburg hat ein neues Investitionsprogramm für die Modernisierung von Kinos aufgelegt. Die Förderanstalt kündigte am Freitag an, die Renovierung, Verbesserung und Neuerrichtung von Filmtheatern in der Hauptstadtregion mit bis zu 200 000 Euro pro Jahr zu unterstützen. Das Geld soll zusätzlich zu bereits bestehenden Förderprogrammen fließen wie etwa dem Kinoprogrammpreis (rund 432 500 Euro Prämien). Das Medienboard Berlin-Brandenburg ist die gemeinsame Filmförderanstalt beider Länder. Das staatliche Unternehmen ist seit 2004 Ansprechpartner der Film- und Medienbranche in der Hauptstadtregion.

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