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Freitag, 05.06.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 5. Juni 2020

Sorge um iranischen Filmemacher

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, kritisiert den Iran für seinen Umgang mit dem bekannten Filmemacher Mohammad Rasoulof, der unter anderem den Goldenen Bären der Berlinale 2020 gewonnen hatte. Sie sei alarmiert über die Nachricht, dass dessen Inhaftierung unmittelbar bevorstehen könnte, erklärte sie in Berlin: "Er wurde verurteilt, weil er einen Film über Ungerechtigkeit und Korruption gedreht hat. Seine Verurteilung ist ein weiterer Schlag gegen die Presse- und Meinungsfreiheit in Iran." Sie appelliere daher an die iranischen Justizbehörden, das Urteil gegen Mohammad Rasoulof aufzuheben und ihm die Möglichkeit zu geben, frei und ungehindert sein künstlerisches Werk fortzusetzen.

Aigner kritisiert frauenfeindliche Pro Sieben-Werbung

Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner wirft dem Sender Pro Sieben/Sat1 vor, mit einer Werbekampagne die Menschenwürde zu verletzten. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" geht es um Plakate für eine Datingshow des Pro Sieben-Streamingdienstes "Joyn". Darauf lächeln zwei Frauen in die Kamera, darunter steht der Schriftzug: "Was Altes? Was Junges? Was Neues!" In einem Brief an Pro Sieben schreibt Aigner nach Angaben der Zeitung: "Für mich steht außer Frage, dass hier Frauen wie Dinge behandelt und bewertet werden". Auch der Name der Datingshow "M.O.M. - Milf oder Missy" sei eine "Herabwürdigung", weil das Wort "Milf" vorkomme, eine etwa in der Pornoszene gängige Abkürzung für "Mother I'd like to fuck". Eine solche Kampagne sei "alles andere als hilfreich für das gesamtgesellschaftliche Bemühen um ein respektvolles Miteinander", so Aigner weiter.

Rheingau-Literatur-Preis geht an Annette Pehnt

Der Rheingau-Literatur-Preis 2020 geht an die deutsche Schriftstellerin Annette Pehnt. Sie werde für ihren Roman "Alles was sie sehen ist neu" geehrt, teilte die Jury in Oestrich-Winkel mit. Das Buch sei ein Schlüsselroman, es suche die Balance zwischen Orient und Okzident, Kollektivismus und Individualismus, Allegorie und Beobachtung. Der Preis ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingau-Riesling dotiert und wird am 27. September auf Burg Schwarzenstein in Geisenheim-Johannisberg verliehen.

Hongkonger erinnern an Demokratie-Niederschlagung

Tausende Menschen in Hongkong haben mit Kerzen an die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Pekinger Tiananmen-Platz vor 31 Jahren erinnert. In der ganzen Stadt zündeten sie zum Einbruch der Dunkelheit Kerzen an, darunter auch im Victoria-Park, dem Ort der traditionellen Mahnwache. Diese war erstmals von den Behörden untersagt worden. Sie begründeten das Verbot mit den Corona-Risiken, doch die Organisatoren hielten das nur für einen Vorwand. Statt der traditionellen Mahnwache im Park hielten Hongkongs Einwohner in ihren Vierteln viele kleine Mahnwachen ab, wie AFP-Reporter berichteten. Die chinesische Armee war in der Nacht zum 4. Juni 1989 mit Panzern gegen Studenten vorgegangen, die auf dem Tiananmen-Platz in Peking für mehr Demokratie demonstrierten. Hunderte, nach einigen Schätzungen sogar mehr als tausend Menschen wurden getötet.

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