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Sonntag, 08.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 8. Dezember 2019

US-Rapper Juice Wrld mit 21 Jahren gestorben

Der US-amerikanische Rapper Juice Wrld ist mit 21 Jahren gestorben. Eine Sprecherin der Gerichtsmedizin in Chicago bestätigte den Tod des Musikers. Die Todesursache von Juice Wrld, mit bürgerlichem Namen Jarad Anthony Higgins, werde untersucht, teilte die Behörde mit. Der Musiker soll nach einem Flug von Kalifornien nach Chicago auf dem dortigen Midway-Flughafen einen Krampfanfall erlitten haben, berichtete das Internetportal tmz.com. Juice Wrld hatte im Mai 2018 sein Debütalbum "Goodbye & Good Riddance" herausgebracht, im vergangenen Frühjahr folgte "Death Race For Love".

Libanese spendet ersteigerten Hitler-Besitz an Israel

Er wollte nicht, dass die Sachen in die falschen Hände geraten: Ein libanesischer Geschäftsmann, der bei einer Versteigerung in München Gegenstände aus dem Besitz von Adolf Hitler für 600.000 Euro gekauft hat, ist in Israel mit höchsten Ehren empfangen worden. Abdallah Chatila, der die Objekte gezielt für Israel ersteigert hatte, traf den Staatspräsidenten Reuven Rivlin in Jerusalem. Die Versteigerung von Gegenständen aus dem Besitz ranghoher Nazis im vergangenen Monat hatte Kritik auch von Seiten jüdischer Organisationen ausgelöst. Der in der Schweiz lebende Libanese hatte insgesamt zehn Gegenstände erworben, darunter Hitlers Faltzylinder, eine Ausgabe von "Mein Kampf", eine Zigarrenkiste, Briefe und eine Schreibmaschine. Die Objekte sollen in der Gedenkstätte Yad Vashem aufbewahrt, aber vorerst nicht ausgestellt werden.

Rock-Legende Townshend: "Brexit macht mich traurig"

Der Gitarrist der britischen Rockgruppe "The Who", Pete Townshend, will politisch "für die Mitte, die Kunst des Kompromisses" stehen. Das sagte der Musiker der "Welt am Sonntag". Anlass für das Interview war das neue Album, das er nach 13 Jahren Pause gemeinsam mit "The Who" aufgenommen hatte. "Ich bin mir auch bewusst, dass mich diese Haltung bedeutungslos macht", erklärte er: "Liberale Stimmen werden doch nie gehört." Die Briten, die für den Brexit gestimmt hätten, seien in seinen Augen Nationalisten, so Townshend weiter - "und das macht mich traurig, wirklich traurig." Zugleich sei er nicht gewillt, eine sozialistische Position zu vertreten: "Ich bin kein verdammter Tolstoi. Aber: Ich kann auf eine Bühne gehen und Tausende von Menschen mitreißen, ihnen sagen: Lass uns einfach zusammenstehen, die Musik teilen. Wir alle zusammen, nicht jeder für sich allein."

Libanon: Rap-Video zu sexueller Gewalt gegen Frauen

Im Libanon macht eine Organisation mit einem Rap-Video auf sexuelle Übergriffe gegen Frauen aufmerksam. "Ich bin die Ehefrau, die Schwester, die Mutter, die Tochter, deren Rechte weggeworfen werden, der Körper vergewaltigt", heißt es in dem in dieser Woche veröffentlichten Video, das bis Sonntag auf Facebook mehr als 1,3 Millionen Mal geklickt wurde. "Überlebende sexueller Gewalt werden beschuldigt, getadelt und an den Pranger gestellt, während Täter entlastet werden", sagte Ghida Anani von der Organisation Abaad, die das Video produziert hat. Das "patriarchalische System" halte Frauen davon ab, an allen Bereichen des Lebens teilzunehmen. Das für den arabischen Raum ungewöhnliche Video richtet sich an Frauen im Libanon und der Region insgesamt.

Der Schauspieler Wolfgang Winkler ist tot

Wolfgang Winkler starb im Alter von 76 Jahren an einem Krebsleiden, wie der Intendant des Neuen Theaters Halle, Matthias Brenner, mitteilte. Bekannt wurde der Schauspieler durch seine Rolle in der Serie Polizeiruf 110. Mit Jaecki Schwarz an der Seite spielte er 17 Jahre lang den Hauptkommissar Schneider. Winkler wirkte in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen mit und war außerdem lange am Landestheater Halle zu sehen.

"The Favourite" gewinnt Europäischen Filmpreis

Die Königshofgroteske "The Favourite" von Yorgos Lanthimos ist in Berlin von der Europäischen Filmakademie als bester europäischer Film des Jahres ausgezeichnet worden. Das deutsche Drama "Systemsprenger" ging dagegen in zwei wichtigen Kategorien leer aus. In "The Favourite" spielt Olivia Colman die übellaunige Queen Anne, um deren Gunst zwei Frauen buhlen. Colman als beste Darstellerin, der Grieche Lanthimos als bester Regisseur ausgezeichnet. Weitere Preise gab es für Kamera, Schnitt, Kostüm und Maske. Auch als Komödie des Jahres wurde die Satire ausgezeichnet. Das deutsche Drama "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt erhielt eine Auszeichnung für die Musik. Als bester Darsteller wurde der Spanier Antonio Banderas ("Leid und Herrlichkeit", Pedro Almodóvar) ausgezeichnet. Der Ehrenpreis für das Lebenswerk ging an Regisseur Werner Herzog.

Beethovens unvollendete 10. wird mit KI vollendet

Beethovens "Unvollendete" wird mithilfe künstlicher Intelligenz vollendet. Ein Computerprogramm soll die 10. Sinfonie, die er nicht mehr abschließen konnte, zu Ende komponieren. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, arbeitet seit dem Sommer ein internationales Team aus Musikwissenschaftlern, Komponisten und Informatikern daran, den Algorithmus so zu trainieren, dass er die fehlenden Passagen im Geiste des Musikers nachkomponiert. Die Weltneuheit soll im Beethoven-Jahr 2020 vom Beethoven-Orchester in Bonn uraufgeführt werden. Nächstes Jahr wird der 250. Geburtstag des Komponisten gefeiert.

Robbie Williams zieht mit Elvis gleich

Mit seinem Weihnachtsalbum "The Christmas Present" ist Robbie Williams an die Spitze der britischen Charts geklettert. Es ist Williams' 13. Nummer-Eins-Soloalbum. Damit zog er mit Elvis gleich. Der 1977 gestorbene King of Rock´n´Roll stand ebenfalls 13 Mal ganz vorn; erstmals 1956 und zuletzt postum 2016, als das Royal Philharmonic Orchestra seine bekanntesten Songs neu einspielte.

Von Papens Grabplatte vor CDU-Zentrale

Die zum Wochenanfang aus dem saarländischen Wallerfangen verschwundene Grabplatte des früheren Reichskanzlers Franz von Papen ist heute vor der CDU-Bundeszentrale in Berlin wieder aufgetaucht. Laut Polizei wurde die Steinplatte, bei der es sich um das Original handeln soll, mutmaßlich von Aktivisten des umstrittenen Zentrums für Politische Schönheit, ZPS, vor dem Gebäude abgelegt. Auf ihrer Webseite erklärten die Aktionskünstler, von Papen, "Hitlers Ermächtiger, möchte mit der Union die Gefahren besprechen, wenn man sich mit Faschisten einlässt und ob Demokratiefeinde durch Macht überhaupt domestiziert, demaskiert oder eingehegt werden können". Mit der Grabplatte vor dem Konrad-Adenauer-Haus hat die Künstlergruppe eine Aktion fortgesetzt, die vor allem wegen der Störung der Totenruhe stark kritisiert worden war. Die Anfang der Woche gegenüber dem Reichstag eröffnete Gedenkstätte "Sucht nach uns" war wegen der Verwendung von angeblicher Asche von Holocaust-Opfern auf heftigen Protest vor allem bei jüdischen Organisationen gestoßen.

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Fazit

Ersan Mondtags "Die Verdammten" in KölnUnter Untoten
Eine lange Tafel, an deren beiden Enden zwei Frauen sitzen. Eine Frau sitzt auf dem Tisch. Im Hintergrund ist ein überdimensioniertes Foto eines Babys zu sehen. Dahinter ist eine Treppe zu sehen, auf deren oberen Ende ein Mann sitzt. Über allem liegt eine Schicht weiße Federn. (Birgit Hupfeld / Schauspiel Köln)

Ersan Mondtag inszeniert Luchino Viscontis „Die Verdammten“ am Schauspiel Köln. Das Stück über eine deutsche Industriellenfamilie, die sich mit den aufstrebenden Nationalsozialisten einlässt, lässt für unseren Kritiker Michael Laages Fragen offen.Mehr

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