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Dienstag, 15.06.2021
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 15. Juni 2021

Bundesverdienstkreuz für Nobelpreisträgerin Alexijewitsch

Die belarussische Oppositionelle und Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch wird am Mittag mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Bundespräsident Steinmeier überreicht ihr die Auszeichnung in seinem Berliner Amtssitz Schloss Bellevue. Die 73-jährige Alexijewitsch ist eine scharfe Kritikerin des belarussischen Machthabers Lukaschenko. Sie gehört auch zum Präsidium des Koordinierungsrats der belarussischen Opposition, der einen politischen Wechsel in dem Land herbeiführen will. Seit September vergangenen Jahres hält sie sich in Deutschland auf. Ihre Bücher, unter anderem über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, sind in ihrer belarussischen Heimat verboten.

Arktisforschung: Erste Ergebnisse der "Polarstern"

Acht Monate nach der Rückkehr des deutschen Forschungseisbrechers "Polarstern" von einer Arktis-Expedition werden am Mittag erste Ergebnisse vorgestellt. Bei der logistisch extrem aufwändigen Expedition ließ sich die "Polarstern" ein Jahr lang mit einer Eisscholle durch die Arktis treiben, um auch den Winter am Nordpol erforschen zu können. Die Besatzung sammelte direkt auf dem Polareis riesige Datenmengen, die nun nach und nach ausgewertet werden und eine bessere Kenntnis der klimarelevanten Umweltprozesse am Nordpol ermöglichen sollen.

Jürgen Kaube erhält den Deutschen Sachbuchpreis

Der Autor und Publizist Jürgen Kaube erhält den erstmals verliehenen Deutschen Sachbuchpreis. Er bekommt den mit 25.000 Euro dotierten Preis für sein Werk "Hegels Welt", das im Berliner Rowohlt-Verlag erschienen ist, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. in Frankfurt am Main mitteilte. Der mit insgesamt mit 42.500 Euro verbundene Preis wird in diesem Jahr erstmals vergeben. Kaube, der auch einer der vier Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist, räume mit seiner Biografie über den Philosophen Georg Wilhelm Hegel mit dem Genre der Heldenerzählung gründlich auf, urteilte die Jury. "Er schildert den Philosophen so elegant wie ironisch als Mann, der die Widersprüche der Umbruchzeit um 1800 wahrnimmt, durchdenkt, und doch auch immer wieder ihr revolutionäres Potenzial verkennt, etwa wenn es um die Freiheitsansprüche der Frauen geht", so die Juroren, unter denen Buchhändler, Journalistinnen und Wissenschaftler sind.

Berliner Philharmoniker wollen breite Kulturdebatte

Die Berliner Philharmoniker hoffen, bald wieder vor vollen Sälen spielen zu können. Intendantin Andrea Zietzschmann sagte bei der Vorstellung des Programms für die kommende Saison, wenn das Publikum das mitmache und es die Pandemie hergebe, hätte sie lieber, Vollbesetzung mit Maske, als 50 Prozent ohne Maske. Für diesen Monat sei bislang eine Platzbesetzung von 50 Prozent möglich. In der nächsten Spielzeit wollen die Berliner Philharmoniker auch ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. So soll es ein Konzert mit Werken von jüdischen Komponisten geben. Außerdem wünscht sich Intendantin Zietzschmann eine breite gesellschaftliche Debatte über den Wert der Kultur. Ein weiterer Höhepunkt der neuen Saison soll das Europakonzert in Odessa werden. Ein politisches Statement in Bezug auf den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine solle es jedoch nicht sein, sagte Chefdirigent Kirill Petrenko. Die Ukraine gehöre selbstverständlich zu Europa. Das Europakonzert ist seit 1991 Tradition bei den Berliner Philharmonikern. Jahr für Jahr besucht das Orchester einen Ort in Europa, in dem es sonst selten zu Gast ist.

Erstes deutsch-französisches Kulturinstitut im Ausland

Das erste von vier geplanten deutsch-französischen Kulturinstituten ist in Palermo eröffnet worden. Unter dem Namen "Kultur Ensemble" wird das Atelier in einem ehemaligen Industrie-Komplex künftig drei Mal im Jahr von einem Künstler-Duo aus Frankreich und Deutschland genutzt, wie das Goethe-Institut mitteilte. Ziel der bilateralen Initiative sei es, das kulturelle Zusammenwachsen Europas voranzubringen, sagte die Staatsministerin im Außwärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), bei der Eröffnung. Die übrigen bilateralen Kulturinstitute sind in Rio de Janeiro, Erbil (Irak) und Bischkek (Kirgisistan) geplant. Das hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron vor zwei Jahren im Aachener Vertrag vereinbart.

Deutscher Drehbuchpreis für Behrooz Karamizade

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat heute den deutsch-iranischen Drehbuchautor Behrooz Karamizade für sein Skript „Leere Netze" mit dem Deutschen Drehbuchpreis 2021 ausgezeichnet. Darin erzählt Karamizade die Geschichte des jungen Iraners Amir, der sich als Fischer am Kaspischen Meer das Brautgeld für seine große Liebe Narges zusammenzuverdienen versucht. In der Jurybegründung heißt es zu dem Film: Im weiteren Verlauf werfe „Leere Netze" den Blick von Amirs persönlichem Schicksal hin zu den Auswirkungen globaler Probleme und politischer Konflikte. Eine atmosphärisch dicht erzählte und gesellschaftlich brisante Geschichte, die den weltweiten Flucht- und Migrationsbewegungen ein menschliches Gesicht verleihe. Der Deutsche Drehbuchpreis wird seit 1988 verliehen. Er ist die höchstdotierte und renommierteste Auszeichnung für Drehbuchautoren in Deutschland.

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