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Freitag, 18.06.2021
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 18. Juni 2021

US-Münzen mit Porträts bekannter Frauen geplant

In den USA soll mehreren prominenten Frauen eine Quarter-Münze gewidmet werden. Für ein neues Programm der US-Münzanstalt wurden fünf Porträtierte ausgewählt: Die Schriftstellerin Maya Angelou, Wilma Mankiller, das erste weibliche Oberhaupt des Ureinwohnerstamms Cherokee Nation, eine Aktivistin für das Frauenwahlrecht in New Mexico, Adelina Otero-Warren. Außerdem Sally Ride, die als erste Amerikanerin ins Weltall flog und der chinesisch-amerikanische Hollywood-Star Anna May Wong. Das neue Programm feiere die Errungenschaften und Beiträge von Frauen zur Entwicklung und Geschichte der USA, teilte die Münzanstalt mit. Von 2022 bis 2025 sollen bis zu fünf neue Münzentwürfe herausgegeben werden. Ein Quarter ist in den USA 25 Cent wert.

Europäischer Erfinderpreis für deutschen Physiker

Der Dresdner Physik-Professor Karl Leo ist mit dem Europäischen Erfinderpreis ausgezeichnet worden. Dessen Pionierarbeit habe zur Entwicklung hocheffizienter, kostengünstiger organischer Leuchtdioden (OLEDs) geführt, die heute weltweit in Bildschirmen zu finden seien, teilte das Europäische Patentamt in München mit. Leos OLEDs verbesserten Bildhelligkeit, Farbauflösung und Energieeffizienz. Die Preisträger in vier weiteren Kategorien kommen aus den Bereichen Medizin, Datenspeicherung und Solarzellen. Robert Grass und Wendelin Stark aus Österreich und der Schweiz wurden für ein "Speicherungsverfahren mit dem Potenzial, wertvolle Daten über Jahrtausende zu sichern" ausgezeichnet. Die indisch-amerikanische Forscherin Sumita Mitra entwickelte mit Nanoclustern langlebige und ästhetisch ansprechende Füllungen für die Zahnmedizin. Der Norweger Per Gisle Djupesland erfand ein Gerät, um die Medikamentengabe über die Nase zu verbessern. Die Erfinder Henrik Lindström und Giovanni Fili produzieren in Stockholm Solarzellen für Mobilgeräte, die auch in Innenräumen Strom erzeugen.

Erstmals Grimme Online Award für Tiktok-Videos

Der Grimme Online Award ist am Donnerstag verliehen worden. Erstmals wurde ein Format des Videoportals "Tiktok" ausgezeichnet. Moderator Niklas Kolorz, der in einminütigen Videos Wissensthemen verständlich aufbereitet, erhielt gleich zwei Preise: Einen Jury-Preis in der Kategorie "Wissen und Bildung" und den Publikumspreis. Er berichtete, dass ihm die Idee im zweiten Corona-Lockdown gekommen sei: "Nach acht Tagen hatte ich das erste virale Video mit 800 000 Aufrufen, und von da an ist der Kanal explodiert." Tiktok gehört dem chinesischen Konzern Bytedance und ist vor allem bei jungen Nutzern populär. In der Kategorie "Kultur und Unterhaltung" wurde eine kreative Antwort auf den Corona-Lockdown ausgezeichnet: Der Hamburger Lehrer Björn Lengwenus ging während der Schulschließungen mit der Youtube-Show "Dulsberg Late Night" mit seinen Schülern auf Sendung. Einen Schwerpunkt unter den diesjährigen Gewinnern bilden Angebote, die sich mit rechter Gewalt beschäftigen - etwa der Podcast "190220 - Ein Jahr nach Hanau" und die Webdokumentation "Gegen uns". "#StolenMemory" wiederum erzählt die Lebensgeschichten von Holocaust-Opfern. Ausgezeichnet wurden auch die Erklärstücke "Dekoder Specials", die Einblicke in russische Kultur, Politik und Gesellschaft geben, und der Podcast "Queerkram". Der undotierte Grimme Online Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für herausragende Online-Publizistik.

Erster Lesetag beim Bachmann-Wettbewerb

Die ersten fünf der 14 Autoren und Autorinnen, die in diesem Jahr zum Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt eingeladen wurden, haben ihre Texte gelesen. Die Schweizerin Julia Weber hat eine märchenhafte Erzählung über eine engelsgleiche Frau geschrieben, die eine traurige zurück ins Leben reißt. Der Berliner Necati Öziri erzählte mit einem inneren Monolog von einem jungen Mann, der sich das Leben seines schon lange abwesenden Vaters vorstellt. Auch die Leipzigerin Heike Geißler beschäftigte sich in "Die Woche" mit den Mühen des Erwachsenwerdens. Die Österreicherinnen Magda Woitzuck und Katharina Ferner erzählten, wie eine Krankenschwester das Leben ihrer verstorbenen Nachbarin erkundet und wie verwirrend Träume sein können. Am Sonntag wird bekanntgegeben, wer den Bachmann-Wettbewerb in diesem Jahr gewonnen hat.

Sidi Larbi Cherkaoui wird Chef des Genfer Balletts

Der Direktor des Flanders Ballet verlässt seine Geburtsstadt Antwerpen und arbeitet ab kommendem Jahr als Leiter des Genfer Balletts. Der 45 Jahre Sidi Larbi Cherkaoui ist eine der führenden Figuren in der internationalen Tanzszene. Der Choreograf freut sich über die Möglichkeit, sein Leben und seine Karriere, die durch diese Pandemie auf Eis gelegt wurde, wieder in Gang zu bringen. Der Nachfolger von Philippe Cohen, der in den Ruhestand geht, hat in den letzten zwanzig Jahren etwa fünfzig Stücke geschaffen, in denen er gerne Kulturen aus verschiedenen Teilen der Welt auf die Bühne bringt, um Bilder und flirrende Musik zu verweben.

Enid Blytons Ansehen sinkt weiter

Die Denkmalschutz-Organisation English Heritage hat die Kinder- und Jugendbücher von Enid Blyton als "rassistisch" eingestuft. Die Organisation, die über 400 staatliche Denkmäler verwaltet, schreibt auf ihrer Homepage: "Blytons Werk wurde noch zu Lebzeiten und nach ihrem Tod für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und den Mangel an literarischem Verdienst kritisiert." Damit scheint in Großbritannien endgültig der Bruch mit der Autorin vollzogen, die mit "Fünf Freunde" und "Hanni und Nanni" weltweit mehr als 600 Millionen Bücher verkaufte. Der 1968 gestorbenen Blyton war wenige Jahre vor ihrem Tod zum ersten Mal Rassismus vorgeworfen worden. Eine Gedenkmünze zu ihrem fünfzigsten Todestag wurde aus denselben Gründen nicht realisiert.

Bach-Medaille erstmals an Forscher

Mit Hans-Joachim Schulze und Christoph Wolff hat Leipzig in diesem Jahr zwei Musikwissenschaftler geehrt. Mit dem Bach-Archiv hätten die beiden 60 Jahre lang auf beeindruckende Weise die Forschung über Johann Sebastian Bach geprägt, hieß es beim Festakt. Zudem hätten sie schon zu DDR-Zeiten für eine kontinuierliche Zusammenarbeit über den Eisernen Vorhang hinweg gesorgt. Schulze leitete das Archiv über den Leipziger Thomaskantor von 1992 bis 2000, Wolff von 2001 bis 2013.

Auszeichnung für Science-Fiction vergeben

Die Gewinner des Kurd-Laßwitz-Preises 2021 stehen fest. Bester deutschsprachiger Science-Fiction-Roman ist für die Jury das im vergangenen Jahr erschienene Buch "Eines Menschen Flügel" von Andreas Eschbach. Beste deutschsprachige Erzählung ist "Marslandschaften" von Angela und Karlheinz Steinmüller. In weiteren Kategorien werden Übersetzung und Grafik mit dem undotierten Preis geehrt, der seit 41 Jahren vergeben wird. Die Verleihung soll am 6. November in Dresden stattfinden.

Deutschland übergibt Kunstgegenstände an Mexiko

Deutschland hat 34 wertvolle archäologische Objekte an Mexiko zurückgegeben. Die Kunstgegenstände stammen aus Kulturen vor der europäischen Eroberung im zentralmexikanischen Hochland und seien sehr gut erhalten, teilte das Außenministerium in Mexiko-Stadt mit. Sie befanden sich bisher in zwei Privatsammlungen in Nordrhein-Westfalen. Zu den Artefakten gehört die Skulptur eines Kopfes eines menschenähnlichen Wesens aus der sogenannten präklassischen Periode (1200 bis 600 v.Chr.) und eine Schale aus der sogenannten frühen postklassischen Periode (1000 bis 1300 n.Chr.). Seit einigen Jahren hat Mexiko seine Bemühungen verstärkt, Objekte seiner Kultur aus ausländischen Privatsammlungen zurück zu erlangen.

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