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Mittwoch, 23.01.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. Januar 2019

Griechenland nimmt Denkmäler von Privatisierungsliste

Privatisierung war Bedingung für den Rettungsschirm

Die griechische Regierung hat hunderte von archäologischen Stätten und Museen von einer Privatisierungsliste gestrichen, die von EU und IWF gefordert worden war. Das Kulturministerium teilte am Dienstag mit, 2330 Anwesen staatlichen Grundbesitzes würden nicht mehr auf dieser Liste für Privatisierungsmaßnahmen in den nächsten 99 Jahren geführt. Darunter ist der 4000 Jahre alte Palast von Knossos auf Kreta und das Grab von Philip II. von Mazedonien - Vater von Alexander dem Großen - in Nordgriechenland. In Thessaloniki wurden mehr als ein Dutzend Museen und historische Bauten wie der Weiße Turm von dieser Liste gestrichen. Die Privatisierung von Staatsbesitz war eine der Bedingungen für den Rettungsschirm, mit dem die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds Griechenland vor dem Staatsbankrott bewahrt hatten.

Wichtiger deutscher Jugendbuchpreis geht an Iren

John Boyne erhält "Buxtehuder Bullen"

Der irische Autor John Boyne hat am Dienstag in Buxtehude einen der wichtigsten deutschen Jugendbuchpreise erhalten, den "Buxtehuder Bullen". Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert und in den Vorjahren schon an eine Reihe namhafter Autoren gegangen, darunter Gudrun Pausewang, Michael Ende, Jostein Gaarder, Stephenie Meyer und Suzanne Collins. Der Ire Boyne erhielt in diesem Jahr für sein in der Zeit des Nationalsozialismus angesiedeltes Buch "Der Junge auf dem Berg" die meisten Stimmen der Jury. Der "Buxtehuder Bulle" gilt als einer der renommiertesten deutschen Literaturpreise. Der Preis wird seit 1971 vergeben.

Teddy-Preis für Regisseur Falk Richter

"Impulse für das queere Kino"

Der Regisseur und Dramatiker Falk Richter wird bei der Teddy-Gala auf der Berlinale mit einem Sonderpreis geehrt. Die Gala zu dem schwul-lesbischen Filmpreis ist am 15. Februar in der Berliner Volksbühne. Frühere Spezial-Teddys gingen etwa an Tilda Swinton, Helmut Berger und Rosa von Praunheim. Der Vorstand der Teddy Stiftung, Wieland Speck, nannte Richter "Beweger, von dem wir uns nachhaltige Impulse für das zukünftige queere und weltoffene Kino wünschen". Zu Richters bekanntesten Texten gehören "Unter Eis", "Trust" und "Fear". Er gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Theaterregisseure.

Kunstdetektiv findet 1400 Jahre alte Reliefs wieder

Adelsfamilie nutzte gestohlene Kunstwerke als Gartendekoration

Ein Kunstexperte aus den Niederlanden hat zwei antike Steinblöcke mit Reliefs aus einer Kirche in Spanien in einem Privatgarten in London wiedergefunden. Der renommierte Kunstdetektiv Arthur Brand, der acht Jahre lang nach den rund 1400 Jahre alten Kunstwerken gesucht hatte, übergab das Diebesgut nun an die spanische Botschaft in der britischen Hauptstadt.
Die Kunstwerke "von unschätzbarem Wert" waren 2004 von professionellen Kunstdieben aus der westgotischen Kirche Santa María de Lara bei Burgos in Nordspanien gestohlen worden. Die Gartenbesitzer waren seinen Angaben zufolge so geschockt, dass sie die beiden 50 Kilogramm schweren Steinblöcke schon in einen Fluss werfen wollten, um sie verschwinden zu lassen. Der auch als "Indiana Jones der Kunstwelt" bekannte Niederländer hatte seit 2010 nach den Reliefs gesucht.

Grassimuseum erwirbt neue Objekte in Rekordwert

Investition von fast einer Million Euro

Das Leipziger Grassimuseum für Angewandte Kunst hat 2018 ein neues Hoch bei den Neuerwerbungen erreicht. Insgesamt seien 2.568 Objekte im Gesamtwert von knapp einer Million Euro hinzugekommen, teilte das Museum am Dienstag in Leipzig mit. 2.437 Objekte seien Schenkungen gewesen, 131 Ankäufe. Damit sei die umfangreichste Erweiterung der Sammlungen seit der Wiedereröffnung des Hauses vor zwölf Jahren gelungen. 66 Neuerwerbungen wurden demnach bereits in die Dauerausstellung des Museums integriert. Bei den Besucherzahlen verzeichnete das Museum im Vergleich zum Vorjahr den Angaben zufolge einen Rückgang um knapp 6.000 auf rund 73.700. Als Grund nannte Museumsdirektor Olaf Thormann, dass es 2018 keine Großveranstaltung wie etwa einen Kirchentag oder den nur alle zwei Jahre ausgerichteten Tag der offenen Tür gegeben habe. Ab dem 18. April zeigt das Grassi Museum die Sonderschau "Bauhaus Sachsen".

Dortmunder "Tatort" voller Klischees?

Oberbürgremeister: "Mobbing" gegenüber Stadt und Bewohnern

Die jüngste "Tatort"-Ausgabe "Zorn" kam bei dem Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau gar nicht gut an. Er kritisierte sie in einem Brief an den WDR-Intendanten Tom Buhrow als klischeehaft und als "Mobbing" gegenüber Stadt und Bewohnern. Der SPD-Politiker schrieb, auch ein Krimi-Drehbuch müsse "ein Mindestmaß an Bezug zur Realität vorweisen". Sierau monierte, über die Handlungsorte Dortmund und Marl und die gesamte Region sei ein nicht zutreffendes Bild vermittelt worden. Der Strukturwandel werde ausgeblendet. "Die Macher dieser Folge geben die Menschen einer Region der Lächerlichkeit preis, indem sie diese Bier trinkend in Trainingsanzügen vor heruntergekommenen Häusern herumstehen lassen."

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