Kultur und Corona

    Schluss mit den Tränen? Die Zukunft der Kultur

    47:04 Minuten
    Onejiru steht auf einem Dach, trägt ein weißes Kleid und Sonnebrille — hinter ihr der blaue Himmel mit weißen Wolken
    Die Musikerin Onejiru begreift ihre vielfältigen Tätigkeiten als "Bauchladen". Wir sprechen mit ihr über neue Wege und Möglichkeiten in der Kultur. © imago / Christian Behring
    Von Christine Watty und Emily Thomey · 12.08.2021
    Audio herunterladen
    Was bleibt anders im Kulturbetrieb, wenn uns Corona eines Tages in einer neuen Normalität abgegeben hat? Wir sprechen mit Musikerin Onejiru, Theater- und Filmemacher Neco Çelik und dem Hamburger Kultursenator Carsten Brosda.
    Obwohl sich Corona auch nach mehreren Zugaben immer noch nicht (ohne Applaus natürlich!) von den Bühnen der Welt verabschiedet hat, denken wir in diesem Kulturpodcast mal in die Zukunft.
    Immerhin liegen dazu inzwischen auch die ersten schriftlichen Bestandsaufnahmen vor: Der Deutsche Kulturrat veröffentlicht in den "Corona-Chroniken" eine Textsammlung von 120 Autorinnen und Autoren rund um die Situation im Kulturbetrieb seit Beginn der Pandemie. In der Anthologie "Kann das wirklich weg?" erzählen Kulturschaffende aus Pop- und Hochkultur, was Kultur für sie bedeutet und welche Erkenntnisse sie aus der Extremsituation während der Lockdowns mit in die Zukunft nehmen.

    Kultur als Soundtrack und Überlebensmaßnahme

    Wir fragen nach, bei einem der Herausgeber der letztgenannten Veröffentlichung – dem Hamburger Kultursenator und Vorsitzenden des Deutschen Bühnenvereins, Carsten Brosda. Was ist denn jetzt, wie geht’s weiter, wo müssen sich Kulturinstitutionen an die neue Realität anpassen? Man kann ja nicht immer nur erschüttert sein.
    Und warum hat er seinen Corona-Soundtrack vertwittert? Das fragen wir Brosda auch - er kann nämlich bis zum ausbleibenden Friseurbesuch Songs nennen, die die seltsamsten und traurigsten Momente der Pandemie unwillentlich vertont haben.

    Macht noch wer mit, im Kulturbetrieb?

    Die Musikerin Onejiru traf die Lockdown-Situation pünktlich zum Release eines neuen Albums. Im Podcast erzählt sie, wie es sich anfühlt, etwas ohne Feedback zu veröffentlichen. Und wir sprechen mit ihr über den durch Corona erweiterten beruflichen "Bauchladen", wie Onejiru ihre inzwischen sehr unterschiedlichen Tätigkeiten nennt.
    Warum "Hättest Du mal was Vernünftiges gelernt" als Elternklassiker wahrscheinlich auch in Zukunft nicht ausgedient haben wird, bereden wir ebenso und suchen nach Beispielen und Geschichten von neuen Wegen im Kulturbetrieb – vielleicht ist ja Machen auch oft besser als Reden und Aufschreiben.

    Was kann weg, was soll bleiben?

    Außerdem Teil unseres Kulturtalks ist Neco Çelik, der als Theaterregisseur und Filmemacher arbeitet. Was ist für ihn das Erhaltenswerte des Kulturbetriebs und geht’s am Ende wirklich nur um die Erinnerungen an die enttäuschenden Streits um offene Bühnen und Kinos?
    Vielleicht liegt der fehlende Aufschrei für den darbenden Kulturbetrieb auch in einem Problem davor, mit dem sich alle Institutionen und Kulturschaffende auseinandersetzen müssen: Sind sie eigentlich überhaupt zugänglich genug - und zwar für alle?
    Darüber reden wir und fragen: Was (von früher) kann denn nun wirklich weg?
    Mehr zum Thema