Seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Samstag, 26.09.2020
 
Seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Literatur / Archiv | Beitrag vom 20.09.2011

Kritiker mit Beißhemmung

Von Sieglinde Geisel

Podcast abonnieren
Weichgespült? Scharfe Literaturkritiker, wie Marcel Reich-Ranicki, scheinen der Vergangenheit anzugehören (AP)
Weichgespült? Scharfe Literaturkritiker, wie Marcel Reich-Ranicki, scheinen der Vergangenheit anzugehören (AP)

Im Verriss wird die brave Literaturkritik zum Spektakel: Der Rezensent wetzt genüsslich das Messer, der gebeutelte Autor redet von Hinrichtung – und das Publikum amüsiert sich. Doch im gegenwärtigen Feuilleton ist der Verriss in Verruf geraten.

Die Kritiker haben eine Beißhemmung: Statt die Fetzen fliegen zu lassen, lobhudeln sie und verteilen Nettigkeiten und Empfehlungen oder ergehen sich in Inhaltsangaben.

Liegt es daran, dass sich im Literaturbetrieb Kritiker und Autoren zu gut kennen? Trauen sich die schlecht bezahlten Rezensenten keine Verrisse mehr zu, weil sie nicht als Spielverderber gelten wollen und den Ausschluss aus dem Betrieb fürchten? Oder wirkt ein scharfes Urteil wie Sand im kommerzialisierten Literaturbetrieb? Autoren und Kritiker geben Auskunft.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat.

Literatur

Das Denken dekolonisierenRassismus bei Immanuel Kant
Ausschnitt aus einer Schokoladenwerbung mit dem Philosophen Immanuel Kant. (imago images / Kollektion Kharbine-Tapabor)

Wie sind die Rassismen im Werk Immanuel Kants einzuordnen? Der Philosoph der Aufklärung gilt als Vordenker universeller Menschenrechte. Doch über Schriften, in denen er von der Überlegenheit weißer Europäer spricht, ist der Streit wieder aufgeflammt.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur