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Lesart / Archiv | Beitrag vom 21.10.2015

Kritik an Akif Pirincci"Nützlicher Idiot der rechten Szene"

Jörg Sundermeier im Gespräch mit Jörg Magenau

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Der Autor Akif Pirincci am 30.09.2013 in den Bonner Rheinauen. (Thomas Rabsch / dpa)
Sein Ruf als Schwulen-, Fremden- und Frauenhasser eilt ihm voraus: der Autor Akif Pirincci. (Thomas Rabsch / dpa)

Der Verlag Random House will sich von dem Autor Akif Pirincci trennen – nachdem der bei der jüngsten Dresdner Pegida-Demo einmal mehr mit rassistischen Äußerungen unangenehm auffiel. Jörg Sundermeier, Verleger des Berliner Verbrecher Verlages, wertet das als politisch motivierten Schritt.

Der Verlag Random House hat die Nase voll von seinem Autor Akif Pircincci ("Felidae") und will sich so schnell wie möglich von ihm trennen. Pirincci, der schon früher durch rassisitische und schwulenfeindliche Äußerungen und Veröffentlichungen ("Deutschland von Sinnen")  auffiel, brachte durch seine Hetzrede bei der jüngsten Pegida-Demonstration in Dresden das Fass zum Überlaufen.

Das Verhalten seiner Kollegen von  Random House finde er nachvollziehbar und richtig, er hätte genauso reagiert, sagt Jörg Sundermeier, Mit-Gründer und Verleger des Berliner Verbrecher Verlages. Nach Einschätzung Sundermeiers werden sich die Kollegen jedoch auf eine juristische Auseinandersetzung mit Pirincci einstellen müssen, der seine aktuellen Bücher mittlerweile größtenteils in dem Verlag Manuscriptum Gruppe veröffentlicht.

"Kleiner, dummer Akif" - gut für Publicity

Sundermeier wertet die Entscheidung als "politisch motivierten Schritt. Es waren bereits vorher Forderungen von Buchhändlerinnen und Buchhändlern laut geworden ... und da hieß es dann: Was machen eigentlich die Verlage? Und können sie sich nicht endlich von ihm distanzieren?"

Schon einmal habe es diese Diskussion gegeben – als Pirincci sein fremden-, frauen- und schwulenfeindliches Buch "Deutschland von Sinnen" herausbrachte.

"Pirincci hat eindeutig den Bereich des demokratischen Konsenses verlassen - nicht umsonst ermittelt die Staatsanwaltschaft", sagte Sundermeier, der den Autor schon bei Erscheinen von "Deutschland von Sinnen" als "nützlichen Idioten" der rechten Szene bezeichnet hatte. Von der "eigenen Eitelkeit am Schlafittchen gepackt" habe er sich der rechten Szene zugewendet, der er mit seinen Äußerungen sehr nützlich sei.

"Und immer dann, wenn er über die Stränge schlägt, können sie sich ganz leicht von ihm distanzieren. Denn dann ist er wirklich nur das, als was er sich selber manchmal bezeichnet: Der kleine Akif. Für sie ist er dann vielleicht nur der kleine, dumme Akif. Aber sie können ihn benutzen für Publicity."

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