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Wortwechsel | Beitrag vom 16.04.2021

Krise der Union – Krise des bürgerlichen Lagers?Was ist heute konservativ?

Moderation: Monika van Bebber

Deutschlandflaggen auf einer Demonstration neben Flaggen der rechten Reichsbürgerbewegung. (picture alliance / Zoonar / Sonja Bauer)
Das bürgerlich-konservative Lager ist in Bewegung. (picture alliance / Zoonar / Sonja Bauer)

CDU und CSU in der Krise, die AfD auf Rechtskurs und ein Grüner ist derzeit Deutschlands erfolgreichster konservativer Politiker: Das bürgerliche Lager scheint im Umbruch. Erfindet sich der Konservatismus gerade neu? Oder ist er ein Auslaufmodell?

Es war einmal eine Volkspartei, die hieß CDU – in Bayern CSU – und konnte zurecht von sich behaupten, weite Teile des konservativen politischen Spektrums in Deutschland abzudecken, bis hin zum "rechten Narrensaum".

Doch heute: CDU und CSU raufen auf offener Bühne um die Kanzlerkandidatur, der neue CDU-Chef Armin Laschet wirkt jetzt schon angeschlagen, die Umfragezahlen für die Union sind mies, die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen waren es erst recht.

Krise – welche Krise?

Ist das eine Krise der Unionsparteien – oder eine Krise des Konservatismus? Gegen Letzteres spricht, dass mit Winfried Kretschmann ein durchaus konservativer Grüner die Wahl in Baden-Württemberg klar gewonnen hat. Und auch die Erfolge der Freien Wähler bei etlichen Landtagswahlen zeigen, dass man mit konservativer Programmatik an den Urnen immer noch punkten kann.

Doch das bürgerlich-konservative Lager ist in Bewegung, nicht nur wegen der Schwäche der Unionsparteien. Die AfD, die sich selbst bürgerlich nennt, ist auf ihrem gerade abgehaltenen Bundesparteitag erkennbar auf Rechtskurs gegangen. Und in der "Querdenker"-Bewegung trifft biederer Bürgersinn auf Extremisten, die eine andere Republik wollen.

Franst die konservative Szene in Deutschland am rechten Rand aus? Was heißt heute überhaupt "konservativ"? Gegen Gendersternchen und das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare sein? Die Schöpfung bewahren auch gegen wirtschaftliche Interessen? Den Sozialstaat verteidigen gegen den Sog der Globalisierung?

Sind Konservative zukunftsfähig?

Ist Konservatismus zukunftsfähig angesichts von Klimawandel, Pandemie und Digitalisierung? Oder ist der konservative Ansatz, Bewährtes erst einmal zu bewahren, schlicht zu langsam für solche Herausforderungen?

Wo finden Konservative heute ihren Platz in der politischen Landschaft? In der Mitte, wo sich fast alle drängeln? Oder muss ein moderner Konservatismus klare Kante zeigen – und was hieße das?

Es diskutieren:
Prof. Andreas Rödder, Zeithistoriker, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Margaret Heckel, Publizistin
Ralf Fücks, Geschäftsführender Gesellschafter Zentrum Liberale Moderne

(pag)

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