Korrespondenz

Glücklich, wenn Du glücklich bist

Hans Fallada (1893-1947) © picture alliance / dpa / Bifab
Ausgewählt von Sigried Wesener · 14.09.2014
Eine leidenschaftliche Liebe in Korrespondenzen, die lebensprall und voller Sprachwitz das Auf und Ab der Beziehung zeigen.
Als sich der Lokalredakteur und Annoncenwerber Hans Ditzen und die Angestellte einer Großhandlung für Hüte Anna Issel 1928 im Hamburg erstmals begegnen, beginnt eine leidenschaftliche Beziehung, die sich gegen alle Warnungen zu behaupten sucht. Fast täglich werden Briefe auf die Reichspost gegeben. Sie beschwören Gemeinsamkeit und Sehnsüchte, erzählen unter wechselnden Kosenamen als Utemann, David, Junge, Suserich mit Sprachwitz ihren Alltag.
Heirat, Familiengründung, die Stelle bei Rowohlt in Berlin, erste literarische Erfolge und der Durchbruch mit "Kleiner Mann, was nun" werden durch den Teufel Alkohol und Falladas aufbrausende Attacken zum Alptraum. Trennungen auf Zeit durch Annas Kuraufenthalt in Weimar, Reisen zur Familie nach Hamburg oder Leipzig, häufige Klinikaufenthalte Falladas, die Zeit in der Strafvollzugsanstalt sind Zeiten eines intensiven Briefwechsels, der auch nach der Scheidung und der neuen Ehe Falladas anhält.
Die Korrespondenzen sind Zeugnisse einer Ehe in ihren zermürbenden Phasen mitten im Krieg, aber auch in hoffnungsvollen Momenten. Hier findet sich jener Ton, mit dem der "Chronist der Weimarer Republik" berühmt geworden ist.
(Wiederholung vom. 06.01.2008)