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Alltag anders | Beitrag vom 15.01.2021

Korrespondenten berichten überVogelhäuschen

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Vögel fliegen zu einem überschneiten Vogelhäuschen und finden dort Nahrung (picture alliance/dpa/CTK/Slavomir Kubes)
Es süß finden, wenn im Winter Vögel ans Vogelhäuschen kommen - das sei eher eine deutsche Angewohnheit, sagt unser Frankreich-Korrespondent. (picture alliance/dpa/CTK/Slavomir Kubes)

Die klassischen Vogelhäuschen kennen die Israelis nicht. In Singapur gibt es die Tradition, sich Singvögel zu halten. Die Franzosen fragen eher, was man mit den Tieren machen kann - zum Beispiel sie verspeisen.

Tim Aßmann aus Tel Aviv:

"Das klassische Vogelhäuschen sieht man in Israel nicht. Es hat ein bisschen damit zu tun, dass man vor Wind und Wetter die Vögel in Israel nun auch wirklich nicht schützen muss. Es gibt so eine Art riesengroßes Vogelhaus, ohne Dach allerdings. Das ist das Hula Tal. Das liegt im Norden Israels, da kommen Schätzungen zufolge durch Israel alleine pro Jahre, Achtung, 500 Millionen Zugvögel. Darunter sind zum Beispiel auch mehr als 100.000 Kraniche und denen gefällt das, um im beim Bild zu bleiben, große Vogelhäuschen Hula immer besser. Die bekommen im Hula Tal auch immer Futter, damit sie die Felder daneben nicht leer fressen. Da vergisst man dann glatt das Weiterfliegen."

Dunja Sadaqi aus Rabat:

"Ich habe noch nie ein Vogelhäuschen in Marokko gesehen. Wenn man durch die Straßen, durch die Altstadt von Rabat läuft, sieht man sehr, sehr kleine Vogelkäfige, in denen dann bunte Kanarienvögel drinsitzen und trillern und zwitschern. Das sieht man schon sehr oft. Aber klassische Vogelhäuschen für freilebende Wildvögel habe ich noch nie gesehen. Was ich aber immer wieder sehe, sind so kleine Keramikpötte. Da geben die Menschen Wasser rein, unter anderem auch für Vögel."

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Lena Bodewein aus Singapur:

"Weil in Singapur die Natur so üppig ist, muss man hier eigentlich keine Vögel füttern. Es gibt kaum Vogelhäuschen. Es gibt aber die Tradition, sich Singvögel zu halten. Vor allem unter den alten Chinesen ist es sehr verbreitet, in den Käfigen Vögel zu haben, die schön singen. Die hängen entweder vor dem Geschäft oder vor dem eigenen Hauseingang. In Singapur gibt es außerdem so einen großen Klub, den Bird-Keepers-Club. Dort treffen sich die alten Herren und lassen ihre Singvögel gemeinsam trällern."  

Ivo Marusczyk aus Buenos Aires:

"Ich habe in Buenos Aires tatsächlich eine Art Vogelhäuschen gekauft, aber ein ganz spezielles, nämlich für einen Kolibri. Damit diese kleinen Vögel ein bisschen besser über den Winter kommen, habe ich eine Kolibrifütterung aufgehängt. Die ist nicht besonders schön: Kolibris fliegen nämlich auf alles, was rot ist, deswegen ist das ein rotes Plastikgefäß mit künstlichen Plastikblumen. Da füllt man dann eine Nektarlösung ein. Ich wollte meinem Kolibri auf der Terrasse damit ein bisschen helfen, aber leider hat er es nicht angenommen."           

Jürgen König aus Paris:

"Auf dem Land gibt es etliche Hersteller von Vogelhäuschen. Teilweise werden diese Häuschen mit großer französischer Handwerkskunst aus Weidenästen hergestellt. Natürlich werden die dann auch irgendwo stehen, und die Vögel werden sie vermutlich lieben. Aber in Paris habe ich noch nie eins gesehen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Deutschen ein generell, sagen wir, romantischeres Verhältnis zu Vögeln oder zur Natur schlechthin haben. In Frankreich wird das doch etwas pragmatischer gesehen. Da geht es dann doch mehr um die Frage, was man mit den Tieren machen kann. Zum Beispiel: sie verspeisen! Aber dass man sich den Nachbau eines Häuschens auf den Balkon stellt, damit die Tiere da gefüttert werden, weil man das dann süß findet, wenn die kommen - ich weiß nicht, dafür sind die Franzosen vielleicht nicht sentimental genug."

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