Seit 14:05 Uhr Religionen
Sonntag, 17.10.2021
 
Seit 14:05 Uhr Religionen

Alltag anders / Archiv | Beitrag vom 02.10.2020

Korrespondenten berichten überNationalfeiertag

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

Ein junger Mann springt locker über Steine, die aus einem Gewässer ragen, während er stolz die Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika wedelt. Im Hintergrund sieht man im Nebel versunkenes Waldgebirge. (Unsplash/David Kovalenko)
Die USA lieben ihren "Independence Day". Auf große Paraden mussten sie 2020 allerdings verzichten. Aber auch fernab von allem lässt sich's gut feiern. (Unsplash/David Kovalenko)

In Ägypten ist er völlig überflüssig. In Kenia haben sie gleich zwei. Für die Amerikaner ist der Independence Day das Größte, eine Mischung aus Grillfest und Silvester.

Björn Blaschke in Kairo:

"Ich kenne kaum einen Ägypter, der anders wäre: Alle lieben ihr Land. Der Nationalfeiertag ist dabei völlig überflüssig. Wir feiern hier: 25. Januar Revolutionsfeiertag in Ägypten. Dann feiern wir die Revolution vom 30. Juni, das ist, als der islamistische Präsident Mohammed Mursi gestürzt wurde. Wir feiern 6. Oktober. Das ist der Tag der Befreiung des Sinai. Und, und und…

Carsten Schmiester in Stockholm:

"Die Schweden haben ein Riesenproblem gehabt, weil sie nämlich keinen Nationalfeiertag hatten. Ganz, ganz lange nicht. Erst 1983 hatte man sich den 6. Juni ausgesucht, denn da wurde 1523 Gustav Wasa zum König gekrönt. Total beliebig. Das hat die Leute wirklich überhaupt nicht gepackt. Auf der anderen Seite haben sie aber gesagt: Dafür muss jetzt ein anderer wegfallen. Und seitdem wird hier am 6. Juni sehr halbherzig Nationalfeiertag gefeiert, dafür ist der Pfingstmontag weggefallen."

Antje Diekhans in Kenia:

"Die Nationalfeiertage sind in Kenia eine große Sache. Wir haben hier sogar zwei Nationalfeiertage. Einmal gibt es einen im Dezember, das ist der Tag, wo gefeiert wird, dass Kenia zur Republik wurde. Und dann gibt es noch einen Feiertag im Juli. Das ist der Unabhängigkeitstag. Da feiern die Kenianer so, wie sie auch sonst oft zusammen sitzen. Dass man sich dann ein gutes Jamaschoma, ein Grillfleisch, leistet und ein Bierchen dazu trinkt. Und diese großen Feste in den Stadien, die werden auch immer übertragen."

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Thielko Grieß in Moskau:

"Es gibt in Russland einen formalen Nationalfeiertag. Und das ist der 12. Juni, der Tag, an dem Russland sich von der Sowjetunion losgelöst hat. Nach meinem Eindruck ist das vor allem ein staatlicher Feiertag. Da werden auch Verdienstorden im Kreml verliehen. Und dann gibt es abends in der Stadt – jedenfalls hier in Moskau – Konzerte, große Veranstaltungen. Mein Eindruck ist, dass dieser 12. Juli, dieser Nationalfeiertag, zwar irgendwie im Bewusstsein der Menschen angekommen ist, weil es ihn jetzt eben auch schon länger als zwanzig Jahre gibt, aber so eine richtig große Bedeutung hat er eigentlich nicht."

Katharina Wilhelm in Los Angeles:

"Der 4. Juli ist der Unabhängigkeitstag oder Independence Day in den USA. Und das ist absolut der größte Feiertag, den die US-Amerikaner haben. Unabhängigkeitstag in den USA ist ein Riesenriesending und ist so eine Mischung aus Grillfest und Silvester, wenn man das mal ins Deutsche übertragen möchte. Denn am Unabhängigkeitstag dürfen die Amerikaner wie wild Feuerwerke anzünden. Das ist normalerweise hier nicht erlaubt. Auch vor und nach dem 4. Juli höre ich dann immer noch tagelang Feuerwerke in den Vorgärten sich entzünden, was auch ehrlicherweise ein bisschen nerven kann.

Der Independence Day in den USA in diesem Jahr war echt traurig. Weil diese ganzen tollen Paraden nicht stattgefunden haben. Und in Kalifornien war es beispielsweise so, dass sogar die Strände zugemacht wurden. Also da, wo sich normalerweise viele Leute treffen, am Strand in Santa Monica, in Venice, also tolle Kulisse. Normalerweise setzt man sich da auch abends an den Strand und schaut sich den Sonnenuntergang an und ein großes Feuerwerk. Das hat alles nicht stattgefunden, weil es ja verboten ist, dass viele Menschen aufeinandertreffen."

"Alltag anders" – wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gerne an diese E-Mail-Adresse: alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de

Mehr zum Thema

Korrespondenten berichten über - Wartezimmer
(Deutschlandfunk Kultur, Alltag anders, 25.09.2020)

Korrespondenten berichten über - Schulpflicht
(Deutschlandfunk Kultur, Alltag anders, 18.09.2020)

Korrespondenten berichten über - Glücksbringer
(Deutschlandfunk Kultur, Alltag anders, 11.09.2020)

Studio 9

RusslandAttacke auf NGO Memorial in Moskau
Eine Frau öffnet die Tür zum Büro der Memorial Rights Group, einer in Moskau ansässigen Menschenrechtsorganisation. (Foto von 2013) (AFP / Kirill Kudryavtsev)

Bei einer Filmvorführung hat ein Mob von selbsternannten "Patrioten" die Räume der Menschenrechtsorganisation in Moskau überfallen. Deutsche zivilgesellschaftliche Organisationen fordern "ein Ende der Einschüchterungsmanöver gegenüber Memorial".Mehr

weitere Beiträge

Hörgame

Kakadu

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur