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Alltag anders / Archiv | Beitrag vom 08.05.2020

Korrespondenten berichten überMiete

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Eine abendliche Stimmung über Istanbul und den Bosporus. (Unsplash/Desert Morocco Adventure)
Der Blick auf den Bosporus: "Man muss sich Istanbul vorstellen wie ein Amphitheater." (Unsplash/Desert Morocco Adventure)

In Istanbul bezahlt man vor allem für den Ausblick. In Buenos Aires ist es normal, dass man einmal im Monat mit einer Tüte Geld zum Vermieter geht. In Singapur haben die meisten Leute Wohneigentum.

Karin Senz in Istanbul:

"Wir haben in Istanbul vielleicht nicht so eine extreme Wohnungsnot, aber die Wohnungen sind hier extrem teuer. In Istanbul bezahlt man vor allem den Ausblick. Man muss sich Istanbul vorstellen wie ein Amphitheater. Man sieht von vielen Stellen aus den Bosporus. Die besseren Wohnungen haben dann eine Glasfront, durch die man auf den Fluss schaut. Dann muss die Wohnung selber gar nicht so toll sein, aber wenn man Ausblick auf den Bosporus hat, dann bezahlt man das natürlich."

Axel Dorloff in Peking:

"In Peking fällt mir zuallererst ein, dass die Mieten unglaublich hoch sind. Ich zahle in Peking ungefähr doppelt so viel wie für eine vergleichbare Wohnung in Berlin. Deshalb treibt es auch viele Normalverdiener an den Rand der Stadt. Die brauchen morgens eine Stunde um reinzupendeln. Allerdings ist es so, dass ganz normale Arbeitnehmer Immobilien besitzen und gewissermaßen Immobilienmillionäre sind."

Oliver Neuroth in Madrid:

"In Spanien ist das Thema Miete ein spezielles Thema, denn etwa 80 Prozent wohnen in Eigentum. In Spanien sind selbst die Preise für Zimmer in Wohnungen hoch. Ein Techniker von uns wohnt in einer WG und legt da 400 € auf den Tisch. Mieten in Madrid, das ist eine schwierige Sache. Man wohnt noch sehr lange im Hotel Mama. Viele junge Erwachsene wollen das nicht unbedingt, aber ihnen bleibt nichts anderes übrig, weil die Mietpreise hoch sind."

Ivo Marusczyk in Buenos Aires:

"Buenos Aires ist eine riesige Metropole mit 12 Millionen Einwohnern. Auch hier gibt es Wohnungsnot und Probleme mit teuren Mieten. Mieten werden hier immer noch in bar bezahlt. Es ist ganz normal, dass man ein Mal im Monat mit einer Tüte Geld zum Vermieter geht. Mietverträge werden grundsätzlich immer auf zwei Jahre abgeschlossen. Dann muss man neu verhandeln. Im Moment haben wir eine Inflation von über 50 Prozent. Nach zwei Jahren verhandelt man dann durchaus darüber, dass sich die Miete verdoppelt." 

Lena Bodewein in Singapur:

"In Singapur zahlen die wenigsten Leute Miete, weil die meisten Leute Wohneigentum haben. Es gibt staatlich gefördertes Wohneigentum, weil der Staatsgründer von Singapur gesagt hat: Wer eine Wohnung besitzt, passt viel besser darauf auf. Deshalb wird den jungen Leuten schnell ermöglicht Wohneigentum zu erwerben. Es gibt in Singapur auch ganz günstig finanzierte Wohnungen für Sozialfälle. Die sind dann wirklich klitzeklein, aber es gibt sie immerhin. Es gibt aber im reichen Singapur auch Obdachlose, die in Parkhäusern oder am Strand zelten."

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