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Alltag anders / Archiv | Beitrag vom 17.05.2019

Korrespondenten berichten überFahrräder

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Ein Brotverkäufer balanciert ein großes Brettgestellt voll beladen mit Brot auf seinem Kopf und fährt mit dem Fahrrad durch eine Straße in Kairo zur Kundschaft. (picture Alliance / dpa / Matthias Tödt)
Junge Männer auf alten Fahrrädern: In Kairo wird Brot meist gewagt auf dem Kopf und mit dem Rad transportiert. (picture Alliance / dpa / Matthias Tödt)

Madrid setzt nur auf das Auto, in Singapur sind Autofahrer nicht an Zweiräder gewöhnt. Gefährlich für Fahrradfahrer ist es in Kairo und Mexiko-Stadt, wobei sich dort ein Bike-Bewegung zusammenrauft. Lust am Radeln herrscht indes in Stockholm.

Oliver Neuroth in Madrid:

"In Madrid und Spanien hat es eine Fahrradkultur nicht gegeben. Das kennt man hier erst, seit der Fahrradrennsport populär geworden ist. Madrid ist eine sehr hügelige Stadt. Deswegen ist bisher noch niemand aufs Fahrrad gestiegen. Aber auch weil hier das Thema Autoverkehr riesig ist. Die Staus sind so immens. Und Fahrradwege gibt es auch nicht. Man hat in der Stadt bisher nicht so aufs Fahrrad gesetzt."

Lena Bodewein in Singapur:

"Der Singaporer fährt wenn dann in seiner Freizeit mit dem Fahrrad. An der Küste gibt es ein paar sehr schöne Strecken. Ansonsten sieht er nicht ein, dass er mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren sollte. Es gibt Singaporer Autofahrer, die einen einfach über den Haufen mangeln, weil sie es einfach nicht gewohnt sind, mit Fahrradfahrern umzugehen. Die fahren so haarscharf an einem vorbei, dass man fast umfällt. Die anderen sind sehr sehr rücksichtsvoll. Wenn man die Spur wechseln muss, halten einem die Autofahrer den Weg frei."

Björn Blaschke in Kairo:

"Das Fahrrad hat als Sportfahrzeug an Bedeutung gewonnen. Da fühlten sich viele Ägypter berufen, das auch zu machen. Es würde sich anbieten, in Kairo Fahrrad zu fahren, wenn nicht die Autofahrer so irre wären. Ich hatte mir ein Fahrrad mitgenommen, weil ich dachte: Super, du wohnst mitten in der Stadt. Du wirst einfach überall mit dem Fahrrad hinkommen, wenn es verstaut ist. Aber dann habe ich mir ausgemalt, was das bedeutet: All diese irren Ägypter um mich herum legen es geradezu darauf an, Fahrradfahrer umzubringen. Dann habe ich das Fahrrad einfach an einen Gärtner verschenkt. Man sieht sehr häufig junge Männer mit alten klapprigen Fahrrädern mit einem Tablett auf dem Kopf. Auf diesen Tabletts türmen sich dann Brote auf. Und die fahren sie dann waghalsig durch Kairo."

Christina Fee Moebus in Mexiko-Stadt:

"Fahrradfahren in Mexiko-Stadt ist nicht gerade eine Freude. Es gibt auch ein paar Fahrradpioniere, die sich politisch einsetzen, um das Problem des Verkehrs zu thematisieren. Zum Beispiel auf einem ganz großen Boulevard in Mexiko-Stadt werden regelmäßig die Straßen gekapert von einer Gruppe von Fahrradfahrern, die dann auf ihren Bikes rumfahren und die Autos da nicht mehr durchlassen."

Carsten Schmiester in Stockholm:

"Das Fahrrad spielt in Stockholm eine große Rolle. Es gibt eine gute Infrastruktur. Ampeln, die fahrradfreundlich schalten. Es gibt eigene Fahrradwege. Und vor allem die schöne Angewohnheit, das ganze Jahr über Fahrrad zu fahren. Auch im Winter bei Glatteis wird Fahrrad gefahren. Und das scheint zu funktionieren. Ich hab noch nie jemanden gesehen, der hingefallen ist."

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