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Alltag anders / Archiv | Beitrag vom 28.08.2020

Korrespondenten berichten überBäcker

Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

Ein frisch gebackenes Brot in einem Leinentuch von zwei Händen gehalten. (unsplash / Kate Remmer)
Viele Deutsche, die im Ausland leben, sehnen sich nach typisch deutschem Brot. (unsplash / Kate Remmer)

Eine tolle Stulle ist in Indien kaum zu kriegen, in China gibt es dafür sogar Sauerteigbrote und in Mexiko sind die Bäckereien voll mit bunten cremigen Torten.

Silke Dietrich in Neu Delhi:

"Ehrlich gesagt, ist das, was ich in Indien am meisten vermisse: Richtig schöne Bäckereien und vor allem die schönen Brote. Eine typisch indische Bäckerei gibt es in Indien nicht, so, wie wir uns das in Deutschland vielleicht vorstellen würden. Wenn die Inderinnen oder Inder Brote backen, dann ist das eher so ein ganz kleiner dünner Fladen, Ruti heißen die hier. Die dürfen auch bei keinem Essen fehlen. Es gibt ein ganz leckeres Brot hier, das so genannte Tanduri Ruti, da haut man dann diesen Brotfladen in so ganz tolle Holzöfen. Das passiert in den Restaurants, wo man dann zusätzlich dieses Brot auch noch mit kaufen kann. Es gibt einige Sachen, die ich hier vermisse, aber das Brot steht ganz weit oben auf der Liste. Auch wenn es hier deutsche Bäckereien gibt oder französische, die kommen auf keinen Fall an das heran, was wir aus Deutschland kennen. Sobald ich in Deutschland lande, ist es am Flughafen auch das Allererste, dass ich mir so eine richtige, tolle Stulle kaufe mit Käse, weil so was ist eigentlich kaum zu kriegen hier in Indien."

Steffen Wurzel in Shanghai:

"Was es in China seit einigen Jahren gibt, sind Bäckereiketten. Das Interessante ist, wenn man dort reingeht, sieht man Dinge, die man auch bei uns in Europa kennt: Baguette, süße Teilchen, klassische Sauerteigbrote, Croissants und solche Dinge, aber auch abgefahrene Sachen. Also zum Beispiel, so ein süßes Teilchen mit Vanillecreme und darüber gestreut ist dann so Schweinefleisch oder Fäden wie ganz dünne Haare."

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Anne-Katrin Mellmann in Mexiko:

"Bäckereien in Mexiko sind meistens sehr große Räumlichkeiten, vollgestellt mit vielen bunten, sehr cremigen Torten. Wenn ich in die Bäckerei komme und frage, 'Habt ihr Brot?' Dann werde ich meistens falsch verstanden, und der Finger deutet dann sofort auf die ganzen süßen Teilchen, die ich aber gar nicht meine, sondern, ich bin auf der Suche nach einem dunklen, dem dunkelstmöglichen Brot für mich und meine Familie."

Katrin Senz in Istanbul:

"Es gibt in Istanbul überall Bäckereien, die sehen nur ein bisschen anders aus als in Deutschland. In der Regel läuft man bei einem ganz klassischen Bäcker direkt in die Backstube rein und da wird auch verkauft. Die klassische Bäckerei hat nur die Grundausrüstung, also eben das Weißbrot, Simit und Pide. Es wird hier stark unterschieden zwischen der klassischen Brotbäckerei und der Konditorei. Was wirklich toll ist, wenn die Sachen ganz frisch aus diesem riesigen Ofen rauskommen. Was durch Corona vor allem aufgelebt ist, dass der Bäcker eben seine Sachen auch an der Straße verkauft. Dann lässt man aus dem fünften Stock seinen Korb herunter, legt das Geld rein und dann wird da der Simit reingelegt und das Brot wieder hochgezogen."

Jana Genth in Johannesburg:

"In Südafrika gibt es tatsächlich auch Bäcker. Es gibt auch deutsche Bäcker. Man kann hier richtig gutes, deutsches Brot kaufen. Der normale Bäcker, wo die Kunden hinkommen, ist eine Theke und sonst nichts. Da geht es wirklich nur darum, dass man reingeht und seine Grundnahrungsmittel besorgt. Man kriegt dort Tüten Mehl zu kaufen, man bekommt irgendwelche Maisbrote und aus weißem Weizenmehl gemachte Brote und Brötchen und dann eben auch so Kringel aus Brot. Auf dem platten Land ist es aber so, dass die Leute ihre weißen Weizen- und Maismehlbrote selber backen."

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