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Alltag anders | Beitrag vom 03.07.2020

Korrespondenten berichten überAtemmasken

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Eine ältere Frau geht an einem Wandgemälde vorbei, auf dem auf farbenfrohem Grund das Schwarzweiß-Bild einer Pflegekraft mit Schutzmaske zu sehen ist. Die Fußgängerin trägt ebenfalls Maske. (imago/ZUMA Wire/Ashish Vaishnav)
Straßenszene in Mumbai: Wer in Indien das Haus verlässt, muss eine Bedeckung für Mund und Nase tragen. (imago/ZUMA Wire/Ashish Vaishnav)

In Indien gibt es silberfarbene Masken für Hochzeitspaare. In China war es ein Riesenproblem 1,4 Milliarden Menschen mit Bedeckungen zu versorgen. In Südafrika tragen viele „offizielle Leute“ die Maske nur noch locker am Kinn.

Silke Diettrich in Neu Delhi:

"In Indien ist das absolute Pflicht. Sobald irgendjemand den Fuß aus dem Haus setzt, muss er oder sie auf jeden Fall eine Maske anhaben. Ein Juwelier aus Zentralindien hat jetzt eine ziemlich gute Geschäftsidee entwickelt. Der hat für Hochzeiten eine silberfarbene Atemschutzmaske entwickelt. Vor allen Dingen erstmal für die Pärchen. Die sehen ja immer ganz toll gekleidet aus hier auf den Hochzeiten. Und dann kann man dem Brautpaar ein sehr schönes Geschenk machen für schlappe 30, 40 Euro, in Silber-Atemschutzmasken, die man dann trägt."

Steffen Wurzel in Shanghai:

"In China ist ja die Coronavirus-Krise ausgebrochen. Und da war es dann plötzlich so, dass wirklich dieser chinesische Begriff für Mundbedeckung, Atemschutzmaske, allgegenwärtig war. Ist es immer noch. Was auch noch interessant ist, dass das Thema Mundschutz hier am Anfang ein Riesenproblem dargestellt hat, weil einfach nicht genügend Mundschutze für diese Riesennation von 1,4 Milliarden Menschen zur Verfügung standen. Das heißt: Bei mir in Shanghai war es zum Beispiel so, dass ich mich online anmelden musste, und mein sogenanntes Nachbarschaftskomitee hat mir dann eine SMS geschickt mit einem Berechtigungsschein, der besagte: Okay, du darfst jetzt zur Apotheke gehen und dir für umgerechnet 2,50 Euro zwölf Mundschutze abholen."

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Anne-Katrin Mellmann in Mexiko:

"Interessant fand ich, dass die Menschen in Mexiko im Vergleich zu Deutschland sich schon von Anfang an so eine Gesichtsmaske aufgesetzt haben. Was mir hier besonders gut gefällt, sind die Motive mit dem Totenkopf, der ja in Mexiko sowieso omnipräsent ist und einem in Deutschland vielleicht doch makaber vorkommt. Das finden Mexikaner eher lustig. Sie sehen viele Atemmasken, die sind schwarz und vorne drauf prangt dann in verschiedenen Farben ein Schädel, der lustig grinst. Jetzt werden hier auch die schicken handgestickten Masken aus Chiapas, die hier in Mexiko-Stadt von Indigenen verkauft werden,immer populärer."

Katrin Senz in Istanbul:

"Ich habe neulich einen fetten Streit im Supermarkt erlebt in der Türkei. Als ein Mann ohne Maske reinkam und die Mitarbeiterin ihn drauf hingewiesen hat, dass er eine Maske tragen müsse. Der hat sich dann auch gewehrt. Dann ging das hin und her. Aber am Ende ist er dann rausgegangen. Also ja, es wird insgesamt schon streng gehandhabt. Diese ganzen Corona-Geschichten werden in der Türkei wirklich sehr streng überprüft. Man kommt da kaum durch. Bei syrischen Flüchtlingen oder Leuten, die aus Saudi-Arabien in den Urlaub kommen, da sieht man viele, die komplett verschleiert sind. Und da hat man sich in der Türkei gerne mal drüber lustig gemacht. Und der eine oder andere sagt jetzt: Na ja, dann ist jetzt die Maske die Strafe Gottes dafür, dass man sich da lustig gemacht hat."

Jana Genth in Johannesburg:

"Auch in Südafrika ist das Tragen von diesen Gesichtsmasken Pflicht. Was ich hier beobachte, wenn ich in Südafrika unterwegs bin, dass viele offizielle Leute die Gesichtsmaske nur noch am Kinn tragen. Die ziehen die soweit runter, dass Nase und Mund völlig frei liegen und sie sich dann auch munter unterhalten. Und das machen Polizisten, das machen Sicherheitsleute, das machen die Fahrer von Geldtransporten. Die scheinen sich nicht wirklich darum zu scheren, dass so eine Maske vielleicht doch auch eine Funktion hat."

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