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Interview | Beitrag vom 24.04.2021

Konstantin Kuhle (FDP) zu #allesdichtmachenNicht jeder Maßnahmenkritiker ist ein Corona-Leugner

Konstantin Kuhle im Gespräch mit Ute Welty

Im Bild ist Konstantin Kuhle, innenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, während eines Interviews im deutschen Bundestag zu sehen.  (imago images / Christian Spicker)
"Unter der Pandemiebekämpfung darf der Rechtsstaat nicht leiden", sagt FDP-Politiker Konstantin Kuhle. (imago images / Christian Spicker)

Kunst und Kultur haben nicht die Aufgabe, im öffentlichen Diskurs möglichst bequem zu sein, verteidigt Konstantin Kuhle (FPD) die Künstleraktion #allesdichtmachen. Er warnt: Die starke Polarisierung in der Debatte tue allen nicht gut.

Viel Beifall von rechts, aber ansonsten hagelte es vor allem Kritik für die mehr als 50 Videos, die unter dem Hashtag #allesdichtmachen in den letzten Tagen veröffentlicht wurden. Darin nehmen Jan-Josef Liefers, Richy Müller, Ulrich Tukur, Nadja Uhl, Ulrike Folkerts und andere prominente Schauspielerinnen und Schauspieler die Coronamaßnahmen der Bundesregierung ironisch aufs Korn. 

Verständnis für Videos

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, äußert hingegen Verständnis für die Aktion: "Seit wann haben eigentlich Kunst und Kultur die Funktion, möglichst bequem für den öffentlichen Diskurs zu sein?" fragt er. "Das ist schlichtweg nicht die Aufgabe von Künstlerinnen und Künstlern."

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Außerdem seien auch Künstlerinnen und Künstler von der Pandemie betroffen. "Die eine oder andere Wortmeldung, die in den letzten Tagen aus der Richtung #allesdichtmachen erfolgt ist, sollte einem zu denken geben", findet er.

"Der Rechtsstaat darf nicht leiden"

Mit Blick auf die heftigen Reaktionen, die auf #allesdichtmachen erfolgten, beklagt Kuhle die starke Polarisierung der öffentlichen Diskussion, wenn es um die Frage des richtigen Umgangs mit der Pandemie geht:

"Es gibt eben nicht nur Corona-Leugner und Zero Covid, sondern es gibt ganz viele Menschen in der Mitte der Gesellschaft, die jetzt nach einem Jahr wirklich große Schwierigkeiten haben – ob das mit der psychischen Gesundheit ist, ob das bei der Entwicklung ihrer Kinder ist, die sie beobachten, oder ob das beim eigenen Geschäft oder bei der eigenen Tätigkeit ist."

Von daher sei es schwierig, jeden, der die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen gegen die Pandemie stelle, sofort ins Lager der Corona-Leugner zu stecken. "Denn unter der Pandemiebekämpfung darf der Rechtsstaat nicht leiden."

(uko)

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