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Lesart | Beitrag vom 24.06.2019

Kochbuch von Bas KastEinfache Ernährung ist meist auch gesund

Bas Kast im Gespräch mit Andrea Gerk

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Bas Kast steht vor einer weißen Wand und trägt über einem weißen Hemd einen blauen Pullover. (Mike Meyer)
"Essen Sie kein Essen, das Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte", sagt Wissenschaftsjournalist Bas Kast. (Mike Meyer)

Manche nennen den Wissenschaftsjournalisten Bas Kast einen "Ernährungspapst", seit er 2018 einen Bestseller-Ratgeber verfasste. Nun hat Kast auch ein Kochbuch geschrieben – und weigert sich zugleich, sich in eine thematische Schublade stecken zu lassen.

Ein "Ernährungspapst" will Bas Kast nicht sein. Und ein Koch ist er auch nicht. Und doch hat er jetzt – ein gutes Jahr nach seinem überraschenden Bestseller "Der Ernährungskompass" – ein Kochbuch mit Rezepten für gesundes Essen vorgelegt. Auslöser dafür war ein folgenschwerer Fehler in seinem Ratgeber für gesundes Essen von 2018, erzählt der Wissenschaftsjournalist:

"Ich hatte meine E-Mail-Adresse in den Ernährungskompass hineingeschrieben. Ich dachte, das Buch verkauft sich vielleicht 10.000 Mal und dann bekomme ich endlich mal ein bisschen Post."

Das Werk ging allerdings mehrere hunderttausend Mal über den Ladentisch – und Kast bekam tausende von Mails.

Viele einfache Rezepte

"Eine der häufigsten Fragen in diesen Mails war: Sag mal, Bas, du hast uns all diese Ernährungstipps gegeben. Ich weiß jetzt grundsätzlich, was ich mehr essen soll, was ich weniger essen soll. Aber was isst du denn eigentlich so? Was frühstückst du, was isst du mittags, was gibt es bei dir abends? Und hast du Rezepte?" Irgendwann habe der Verlag dann ein Kochbuch vorgeschlagen.

Darin finden sich viele einfache Rezepte. "Ich denke, dass eine einfache Ernährung im Prinzip oft auch eine gesunde Ernährung ist", sagt Kast. Von industriell veränderten Lebensmitteln rät er ab, "das ist tendenziell ungesund". Eine einfache Faustregel sei: "Essen Sie kein Essen, das Ihre Großmutter oder Urgroßmutter nicht auch als Essen erkannt hätte", sagt der Wissenschaftsjournalist unter Berufung auf einen Kollegen aus den USA.

Das eigene Fehlverhalten legte Kast das Thema Ernährung quasi vor die Füße. Als Redakteur des Berliner "Tagesspiegel" habe er sich "wirklich übel ernährt", berichtet er: zuweilen mit Schokolade zum Frühstück, Bier mit Chips gab es zum Abendbrot.

Irgendwann sei es mit ihm körperlich bergab gegangen. Als er dann Vater geworden sei, habe er sich gefragt: "Wie wird das in fünf, sechs Jahren sein, wenn dein Sohn ein bisschen älter ist und dich herausfordert, bist du dann schon ein körperliches Wrack oder kannst du noch mit ihm mithalten?"

Herzbeschwerden beim Joggen

Die persönliche Betroffenheit ist für Kast ein wesentlicher Grund für den Erfolg seines "Ernährungskompass". "Ich war wie der Leser. Ich kannte mich nicht aus mit Ernährung, ich bekam Herzbeschwerden beim Joggen und fing dann an, das zu tun, was mein Job ist, nämlich als Wissenschaftsjournalist ein Thema zu ergründen."

Dass ihn einige Medien nun zum Ernährungspapst erklären, findet Kast albern. Er interessiere sich auch noch für viele andere Sachen, betonte er im Deutschlandfunk Kultur. Im Moment schreibt Kast an einer kleinen Erzählung über die Frage, "wie man wird, wer man ist". Ob diese gelinge und verlegt wird, wisse er aber noch nicht.

(fmay)

Bas Kast: Der Ernährungskompass - Das Kochbuch. 111 Rezepte für gesunden Genuss
Bertelsmann Verlag, München 2019
224 Seiten, 22,00 Euro

 

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