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Interview / Archiv | Beitrag vom 04.11.2016

KlimaschutzEsst weniger Fleisch!

Hermann Lotze-Campen im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Ein Rind schaut während einer Polizeikontrolle eines Tiertransporters auf einem Parkplatz an der Autobahn 250 (Maschen-Lüneburg) verängstigt durch einen Belüftungsschlitz. (picture alliance / dpa / Hans-Jürgen Wege)
Zu viel Kuh auf dem Planeten - Nutztierhaltung sorgt für einen Großteil der landwirtschaftlichen Emissionen (picture alliance / dpa / Hans-Jürgen Wege)

Ein "Meilenstein" sei das Pariser Klima-Abkommen, das heute in Kraft tritt, meint Hermann Lotze-Campen. Jetzt müssten aber konkrete Schritte eingeleitet werden, um die Ziele zu erreichen. Und da muss auch der Verbraucher ran: zum Beispiel durch Fleischverzicht.

Ohne eine Umstellung unserer Lebensgewohnheiten wird es dem Potsdamer Klimafolgenforscher Hermann Lotze-Campen zufolge nicht möglich sein, das im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbarte Ziel einer Reduzierung der Erderwärmung auf unter zwei Grad zu erreichen.

Das betrifft neben Fragen der Mobilität - weniger Autofahren - und der Energieeffizienz in der eigenen Wohnung auch den Konsum von Fleisch und anderen tierischen Nahrungsmitteln.

Landwirtschaft verursacht ein Viertel der globalen Treibhausgase

"Es ist völlig klar, dass eine Erreichung des Zwei-Grad-Erwärmungsziels nicht möglich ist, ohne auch die Landwirtschaft und die Landnutzung in die Begrenzung mit einzubeziehen", betonte Lotze-Campen im Deutschlandradio Kultur. Denn Landwirtschaft und Landnutzung verursachten ungefähr ein Viertel der globalen Treibhausgasemissionen.

Eine Reduzierung der Emissionen könne nur zum Teil durch technische Maßnahmen wie Düngeroptimierung erreicht werden: "Der weitaus größte Hebel liegt in der Reduzierung des Fleischkonsums oder generell des Konsums von tierischen Nahrungsmitteln, weil da einfach der Großteil der Lachgas- und Methanemissionen erzeugt werden und auch der Flächenverbrauch für die Futtermittelerzeugung."

Politik soll "Preissignale" setzen

Von Seiten der Politik müssten "Preissignale" kommen: "Emissionen müssen bepreist werden.

Die wirtschaftlichen Akteure und auch die Konsumentinnen und Konsumenten brauchen Preissignale, dass sie angereizt werden, neue Technologien zu suchen oder zu erfinden, aber auch das Konsumverhalten zu verändern."

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