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Lesart | Beitrag vom 29.11.2019

Klimakrise Wie wir es schaffen, unseren Planeten nicht zu zerstören

Moderation: Christian Rabhansl

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"Klimakrise" ist bei einer Blockade der Klimabewegung "Extinction Rebellion" in Berlin auf einer Holzarche zu lesen. (picture alliance / dpa / Christoph Soeder)
Die Klimafrage ist auch eine Gerechtigkeitsfrage: Klimaprotest der Organisation "Extinction Rebellion" in Berlin. (picture alliance / dpa / Christoph Soeder)

Den Flugverkehr auf dem heutigen Niveau einfrieren, die Klimakrise auch als Gerechtigkeitskrise begreifen: Die Autoren Michael Kopatz und Alexander Repenning diskutieren über Ideen, wie der Klimawandel zumindest abgemildert werden kann.

Die Klimakrise wird uns auf lange Sicht nicht loslassen. Wie können wir sie in den Griff bekommen? Was braucht unser Planet in der Zukunft?

Es könnte alles ganz einfach sein, meint Michael Kopatz, Autor von "Schluss mit der Ökomoral" und Wissenschaftler am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. "Ich wünsche mir von der Bundesregierung nur, dass sie nichts tut – dass sie, bitte, einfach nichts tut. Ich möchte, das keine weitere Startbahn gebaut wird, zum Beispiel in München, in Frankfurt kein weiterer Terminal. Dass die Provinzflughäfen nicht  mehr künstlich beatmet werden." Dadurch und durch andere Maßnahmen könne der Flugverkehr deutlich begrenzt werden.

Die Klimakrise ist ein Fakt

Kopatz diskutierte im Essener Grillo Theater über das Thema mit dem Politikökonomen Alexander Repenning, der mit der Klimaktivistin Luisa Neubauer das Buch "Das Ende der Klimakrise. Eine Geschichte unserer Zukunft" geschrieben hat. Mit dabei war auch Jens Dirksen, Chef des Kulturressorts der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ).

"Das Grundprinzip der Marktwirtschaft ist die Profitmaximierung. Das ist das, was den Planeten an den Rand der Katastrophe gebracht hat", so Dirksen. Die Klimakrise ist ein Fakt, die Wissenschaft ist sich zu 95 Prozent einig.

Die Sommer werden auch bei uns immer heißer und trockener, aber die Hauptleidtragenden sind die Menschen auf der Südhalbkugel. Hilft Konsumverzicht oder eine andere Politik? Wird der Markt  alles richten? Die Ansichten dazu sind vielfältig - aber die Diagnose, dass etwas passieren muss, war unter den Diskutanten unstrittig.

Die Umverteilungsfrage mitdiskutieren

Die Handlungsoptionen lägen seit 30 Jahren auf dem Tisch, passiert sei zu wenig, so der Vorwurf von Alexander Repenning. In seinem Buch beschreibt er, wie die Zeit drängt, fordert die Politik zum  Handeln auf und zeigt die Folgen einer gescheiterten Klimapolitik auf.

"Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit der Frage, inwiefern die Klimakrise auch eine Gerechtigkeitskrise ist", sagt er. "Die Frage von Umverteilung muss immer mitdiskutiert werden, wenn wir über Steuern, Maßnahmen und Begrenzungen sprechen." Angesichts des Umstands, dass die Gefahr drohe, kommenden Generationen einen zerstörten Planeten zu hinterlassen, müsse "eine ganz andere Diskussion" geführt werden.

Michael Kopatz: "Schluss mit der Ökomoral. Wie wir die Welt retten, ohne ständig daran zu denken"
Oekom Verlag, 2019, 240 Seiten, 20 Euro

Luisa Neubauer und Alexander Repenning: "Vom Ende der Klimakrise. Eine Geschichte unserer Zukunft"
Tropen Verlag, 2019, 304 Seiten, 19 Euro

Die Lesart findet 6 x im Jahr vor Publikum in Essen statt. Medienpartner: Buchhandlung "Proust", WAZ und das Schauspiel Essen

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