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Lesart / Archiv | Beitrag vom 02.05.2015

Klassische WirtschaftstheorienÖkonomen, von denen man lernen kann

Lisa Nienhaus im Gespräch mit Maike Albath

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Original-Manuskript von Karl Marx zum Manifest der Kommunistischen Partei im Jahre 1847 (dpa / picture alliance / Uwe Anspach)
Original-Manuskript von Karl Marx zum Manifest der Kommunistischen Partei aus dem Jahr 1847 (dpa / picture alliance / Uwe Anspach)

Volkswirte scheitern immer wieder daran, die weltweiten Krisen vorherzusagen. Trotzdem sollte man sich mit ökonomischen Theorien auseinandersetzen, meint Lisa Nienhaus, besonders mit den Klassikern von Adam Smith oder Karl Marx. Was veraltet daherkomme, sei nämlich brennend aktuell.

Die Ökonomie sei keine Naturwissenschaft, meint Lisa Nienhaus. Und sie belegt dies mit einem Porträt von Joan Robinson (1903 - 1983), der einflussreichsten Wissenschaftlerin ihrer Fachdisziplin.

Sie warnte: Ökonomie sollte man nicht mit dem Ziel studieren, eine Reihe von fertigen Antworten zu erlangen, sondern um zu lernen, wie man es vermeidet, von Ökonomen getäuscht zu werden.

(Carl Hanser Verlag )"Die Weltverbesserer" von Lisa Nienhaus (Carl Hanser Verlag )

66 Denker hat die Herausgeberin insgesamt ausgewählt, beginnend bei John Maynard Keynes und endend bei Joseph Schumpeter. Dazwischen beschreiben wissenschaftliche und journalistische Autoren über eine illustre Runde aus Adam Smith, Charles Dickens, Karl Marx, Michail Bakunin, John Kenneth Galbralth, Walter Eucken, Paul Krugman, Amartya Sen und Hans Ulrich Wehler.

Die großen Wirtschaftsdenker wollten die Welt verbessern

Es seien die großen Wirtschaftsdenker, schreibt Lies Nienhaus in ihrem Vorwort, die noch als Ratgeber gebraucht würden, die berühmten und die vergessenen, die historischen wie die zeitgenössischen.

Denn bei aller Kritik, dass Ökonomie und Wissenschaft die jüngsten weltweiten Krisen nicht vorhergesagt hätten, ließe sich mittlerweile erkennen, dass vieles vom dem, was heute erlebt werde, schon früher erkannt, bedacht und beschrieben, dann allerdings vergessen, verdrängt und für veraltet gehalten worden sei.

Die großen Wirtschaftsdenker wollten die Welt verbessern, Krisen verhindern, Armut beseitigen und die Welt gerechter machen, meint Nienhaus. Einige hätten erfolgreich dazu beigetragen. Andere seien auf Abwege geraten, hätten weltferne Theorien entwickelt oder wären zu glühenden Nationalsozialisten geworden.

Mit diesem Buch will Lisa Nienhaus auch die Ideengeschichte der Ökonomie wieder attraktiv machen, die unter Wissenschaftlern als "Verliererthema" vernachlässigt worden sei.

Lisa Nienhaus: Die Weltverbesserer - Große Denker der Wirtschaft, die unser Leben verändern
Carl Hanser Verlag München 2015
256 Seiten, 17,90 Euro, auch als ebook

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