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Neue Musik | Beitrag vom 12.03.2020

Klangwerkstatt Berlin 2019 Die Erprobung des Weitblicks

Von Ulrike Klobes

Der Flötist Erik Drescher (Gunnar Lettow)
Der Flötist Erik Drescher betreibt mit seinem Instrument gelegentlich Extremforschung (Gunnar Lettow)

Alles Gute beginnt mit dem Blick über den Tellerrand. Das älteste, bis heute existierende Festival für neue Musik in Berlin hat im vergangen November die "Weite" zum Thema gemacht.

In zwölf Konzerten, sechs Tafelmusiken und einem Musiktheater hat die Klangwerkstatt Berlin Programme zusammengetragen, die sich auf vielfältige Weise mit der Überwindung von Enge und Distanz, mit der Sehnsucht nach Ferne oder der Erweiterung von Perspektiven befasst haben.

So stellte das Ensemble RADAR in seinem Konzert die Frage: wo endet das Original und wo beginnt die Kopie? Und der Solist Erik Drescher betrieb wahre Extremforschung, indem er erstmals alle vier Stücke für Soloflöte aus der "splitting"-Serie von Michael Maierhof vorstellte.

Auf Augenhöhe mit den Profis

Neben etablierten Musikern und Ensembles bekommen bei der Klangwerkstatt Berlin auch Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ihre ersten Gehversuche auf dem Terrain der neuen Musik zu präsentieren.

Seit 2011 ist die Freie Jugendorchesterschule Berlin regelmäßiger Festivalgast. Jedes Jahr erarbeitet der Komponist und Dirigent Jobst Liebrecht mit den Kindern und Jugendlichen ein spezielles Orchesterprogramm für die Klangwerkstatt.

Freie Jugendorchesterschule Berlin (André Fischer / Klangwerkstatt Berlin)Hier lernen schon die Kleinsten, was es heißt, gemeinsam neue Klänge zu erforschen: Die Freie Jugendorchesterschule Berlin unter der Leitung von Jobst Liebrecht (André Fischer / Klangwerkstatt Berlin)
In diesem Jahr spielten sie unter anderem die Uraufführung von Christian Stimmings "Die Frösche" für Nachwuchsorchester auf ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe. Dieses Stück passt besonders gut zum Ausbildungskonzept der Orchesterschule: die Stimmen sind zwar sehr leicht gehalten, das Zusammenwirken aber hat Stimming äußerst anspruchsvoll gestaltet.   

Klangwerkstatt Berlin
Kunstquartier Bethanien
Aufzeichnungen vom November 2019 

Michael Beil
"Along" für E-Gitarre und Elektronik

Misha Cvijovic
"Penumbra" für Saxofon, Schlagzeug, E-Gitarre, Klavier, Akkordeon und Kontrabass
Ensemble RADAR

Christian Stimming
"Die Frösche" für Nachwuchsorchester
auf ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe
Freie Jugendorchesterschule Berlin
Leitung: Jobst Liebrecht

Michael Maierhof
"splitting 51.1" für mikrofonierte Glissandoflöte und Zuspiel
Erik Drescher, Glissandoflöte 

Dustin Zorn
"Lagny" für Tenorsaxofon, Posaune, Klavier, Akkordeon und Violoncello (Uraufführung - Kompositionsauftrag der Klangwerkstatt Berlin)

Sebastian Stier
"Die Tatsache des Käfigs" für Altsaxofon, Posaune, Klavier, Akkordeon und Violoncello (Uraufführung)
Ensemble LUX:NM

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