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Vollbild | Beitrag vom 07.01.2017

Kinokolumne "Top Five"Hollywoods schönste Dankesreden

Von Anna Wollner

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Geehrt für Rolle im Film "Das Leben ist schön": Der italienische Oscar-Gewinner Roberto Benigni bei der Preisverleihung in Los Angeles im März 1999.  ((c) dpa)
Angeles im März 1999 ((c) dpa)

Tränen, Küsschen, Dankesworte an den lieben Gott, die Eltern und den Regisseur: Was wären die Golden Globes und die Oscar-Nacht ohne Dankesreden. Wir haben die besten zusammengestellt.

Platz 5: Cuba Gooding Jr. für "Jerry Maguire" (1997)
Der gerade Ausgezeichnete, noch voll im Freudentaumel, weist schon im ersten Satz darauf hin, dass man ihn im Notfall einfach übertrumpfen sollte mit dem Orchester. Eine Aufforderung, der man nachgekommen ist, denn schon bald darauf setzt das Orchester ein und Cuba Gooding Jr. muss förmlich dagegen anschreien. Je lauter er wird, desto lauter wird auch das Orchester. Den Namen seines Schauspielkollegens Tom Cruise kann er nur noch schreien. Mit Standing Ovations und vielen I-love-Yous wird  er förmlich von der Bühne getragen.

Platz 4: Roberto Benigni für "Das Leben ist schön" (1999)
Vollen Körpereinsatz zeigte Roberto Benigni. Bei der Auszeichnung für den besten nicht-englischsprachigen Film kletterte er noch über die Stühle nach vorne zur Bühne, beim Oscar für den besten Schauspieler ging es etwas gesitteter zu. Es sei ein furchtbarer Fehler, stottert er ins Mikro, er hätte all sein Englisch aufgebraucht und wüsste gar nicht mehr, was er überhaupt noch sagen könne und fängt an, recht wirres Zeug zu reden. Der Saal tobt.

Platz 3: Halle Berry für "Monster's Ball" (2002)
Ihren Körper nicht mehr unter Kontrolle hatte auch Halle Berry. Sie braucht gefühlt Minuten, um sich zu sammeln, ihre Mutter und ihren damaligen Mann zu umarmen und unter Tränen auf die Bühne zu gehen. Und dann: nichts. Zumindest keine Worte, keine zusammenhängenden. Sie weint, schluchzt, große Tränen kullern über ihr Gesicht, sie ringt um Fassung. Der Moment sei so viel größer als sie selbst, stammelt sie Richtung Mikro. In Insiderkreisen heißt sie seitdem nicht Halle, sondern Heul Berry.

Platz 2: Marlon Brando für "Der Pate" (1973)
Marlon Brando dagegen ist einfach nie zur Preisverleihung gekommen. Er lässt sich vertreten durch Sacheen Littlefeather. Die junge Frau in traditioneller Apachen-Kleidung hält eine kurze Rede und setzt ein politisches Statement für die Bürgerrechte der Indianer in den USA, um dann höflich zu erklären, dass Marlon Brando den Preis nicht annehmen wird. Applaus und Buhrufe im Auditorium.

Platz 1: Robin Williams für "Good Will Hunting" (1998)
Robin Williams dagegen hat alles, einfach alles richtig gemacht. Echte Freude, keine Tränen, aber Emotionen pur. Es sei der einzige Moment, an dem er sprachlos sei, witzelt er, bedankt sich bei seinen Mitnominierten, bei Ben Affleck und Matt Damon für das Drehbuch, bei Weinsteins und zuletzt seinem Vater, jenem Mann, der ihn immer unterstützt hat. Na ja, der ihm geraten hat, bei aller Schauspielerei auch noch einen Ersatzberuf zu suchen. Schweißen zum Beispiel. Knapp, pointiert, auf den Punkt gebracht. Robin Williams eben. 

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