Seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Samstag, 23.03.2019
 
Seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Literatur | Beitrag vom 06.01.2019

Karl May als OrientversteherDas Wasser vom Brunnen Sem-Sem

Von Norbert Hummelt

Beitrag hören Podcast abonnieren
Karl May wurde am 25. Februar 1842 geboren (picture-alliance / dpa)
Karl May wurde am 25. Februar 1842 geboren (picture-alliance / dpa)

Der Mensch der Kaiserzeit war über den Islam gut informiert – so er Karl May gelesen hatte. Besonders dessen Orientromane vermitteln, was heute oft fehlt: eine Sehnsucht nach dem Osten, noch nicht verklebt von Touristikprospekten oder medialen Bildern

An Informationen aus der islamischen Welt mangelt es hierzulande nicht, an Kenntnis allerdings schon. Das war einmal anders. In der Kaiserzeit konnte man durchaus Bescheid wissen. Die Kenntnisse und Erkenntnisse über die Lande des Vorderen Orients, der arabischen Halbinsel und des nördlichen Afrika empfing man ganz überwiegend aus einer Hand: von einem Mann, der sich in diesen Weltgegenden nicht einmal aufgehalten, jedoch seine Phantasie auf Reisen geschickt hatte und es zudem verstand, sich in mehrere Personen aufzuteilen. Sein klangvoller Name: Karl May.

Angelesenes Wissen aus der Anstaltsbibliothek

Karl May, geboren 1842 in Hohenstein-Ernstthal und gestorben 1912 in Radebeul bei Dresden, hatte in sächsischen Zuchthäusern und Gefängnissen einige Jahre Zeit, um sich auf seine spätere Laufbahn als sogenannter Reiseschriftsteller vorzubereiten, mit angelesenem Wissen aus Beständen der Anstaltsbibliotheken. Zu einigen mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden war er wegen wiederholter kleiner Betrügereien und Hochstapeleien, die man als erste, vorliterarische Versuche deuten kann, sich aus der Armut und ausweglosen Tristesse seiner Herkunft zu befreien.

Hier finden Sie das Manuskript als PDF-Download

Mehr zum Thema

175 Jahre Karl May - Die Lust am Reisen in Gedanken
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 25.02.2017)

Berichterstattung aus dem Nahen Osten - Orientalische Märchen anstatt Journalismus
(Deutschlandfunk Kultur, Politisches Feuilleton, 02.11.2016)

Karl May, Fantast und Superstar
(Deutschlandfunk Kultur, Im Gespräch, 25.02.2012)

Literatur

Letzte Gedichte Worte im Angesicht des Todes
Der Schriftsteller und Dichter Hermann Hesse, 1877 - 1962, hochbetagt in seinem Haus in Montagnola im schweizerischen Tessin (picture alliance / akg-images)

Letzte Gedichte sind beeindruckende Zeugnisse der Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod. Sie vermitteln nicht nur Trauer, sondern auch Trost. Im Angesicht des Todes versuchen Dichterinnen und Dichter dem Sterben mit Haltung zu begegnen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur