Seit 01:05 Uhr Tonart

Montag, 06.04.2020
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Fazit / Archiv | Beitrag vom 07.01.2015

Karikaturist zu Anschlag in Paris"Wir müssen mutig sein"

Heiko Sakurai im Gespräch mit Andrea Gerk

Podcast abonnieren
Trauer vor französischer Botschaft in Berlin - Solidarität mit "Charlie Hebdo" nach dem Anschlag auf das Satiremagazin (Foto: Marin Hartwig / Deutschlandradio)
Trauer vor französischer Botschaft in Berlin - Solidarität mit "Charlie Hebdo" nach dem Anschlag auf das Satiremagazin (Foto: Marin Hartwig / Deutschlandradio)

Seine Hoffnung ist, dass sich Zeichner nicht durch den aktuellen Anschlag auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" einschüchtern lassen, sagte der politische Karikaturist Heiko Sakurai. Allerdings sei er nicht sicher, ob er selbst diesem Anspruch immer gerecht werden könne.

Er hoffe nicht, dass sich Zeichner durch den Anschlag vom Mittwoch auf die Redaktion der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" einschüchtern lassen, sagte der politische Karikaturist Heiko Sakurai, der in Köln lebt und arbeitet, im Interview mit Deutschlandradio Kultur. "Das ist mein Ziel in jedem Fall. Ich weiß allerdings nicht, ob ich dieser Leitlinie dann in der konkreten Situation dann immer so gerecht werde", gab der 43-Jährige zu. "Aber es wäre jetzt das Falscheste, zu sagen, wir ziehen uns zurück."

Der deutsche Karikaturist Heiko Sakurai zeigt sein Werk zum "Europäischen Paar" Deutschland und Frankreich bei einer Ausstellungseröffnung. (AFP)Der deutsche Karikaturist Heiko Sakurai neben seinem Werk zum "Europäischen Paar" Deutschland und Frankreich bei einer Ausstellungseröffnung. (AFP)

Schwer bewaffnete Männer haben am Mittwoch den Sitz der Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris überfallen. Dabei wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft und von Ermittlern zwölf Menschen getötet. Die Zeitung ist seit Jahren für ihre provokanten Mohammed-Karikaturen bekannt.

Selbst nicht in der Weise gefährdet

Der Umgang mit derartigen Karikaturen sei bereits seit 2006 Thema, als die ersten Mohammed-Karikaturen in Dänemark erschienen sind und eine heftige Kontroverse inklusive Morddrohungen gegen den Zeichner der Zeitung "Jyllands Posten", Kurt Westergaard, auslösten. Seitdem sei nichts mehr so, wie es vorher war.

Er selbst fühle sich nicht in der gleichen Weise gefährdet. Er habe es bislang noch nicht für nötig befunden, den Propheten Mohammed zu zeichnen. Über das Schicksal seiner Kollegen in Frankreich sei er aber  "zutiefst schockiert". Doch auch in Deutschland gebe es diese Gefahr: Sein Kollege Klaus Stuttmann habe die Erfahrung gemacht, mit dem Tode bedroht worden zu sein.

Die Karikatur habe eine jahrhundertealte Tradition, so Sakurai. Diese sollte aufrecht erhalten werden. "Das bedeutet jetzt, dass wir mutig genug sein müssen, um unsere Profession so weiterzuführen." 

Mehr zum Thema:

Anschlag auf Redaktion in Paris - "Das muss geplant gewesen sein" (Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 07.01.2015)

Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris - Zwölf Tote bei Anschlag auf Redaktion
(Deutschlandradio Kultur, Aktuell, 07.01.2015)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsBedürfnis nach Berührung
Ein Mann und eine Frau umarmen sich an der Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen. Das Paar ist durch einen Grenzzaun getrennt und kann sich nur so treffen. (picture alliance / dpa / Felix Kästle)

Laut "Tagesspiegel" befinden wir uns in Isolationshaft: Ausgerechnet Beziehungsentzug gelte derzeit als sozial. Das Ende eines Rückzugsorts vermeldet die "Süddeutsche": Draußen die Arena, drinnen das Heim, das sei in Corona-Zeiten vorbei.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur