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Interview | Beitrag vom 16.08.2019

Jurist über Bahnfahren in der 1. Klasse"Ich finde, das ist kein Gerechtigkeitsthema mehr"

Markus Schollmeyer im Gespräch mit Ute Welty

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Eine Frau liest im Zug (CandyBox/picture alliance )
Eine 1. Klasse in der Bahn ist nicht ungerecht, Jurist Markus Schollmeyer. Es handle sich einfach um ein anderes Angebot. (CandyBox/picture alliance )

Bequemer, ruhiger und teurer reist man in der 1. Klasse der Bahn. Der Linke-Vorsitzende Bernd Riexinger findet das ungerecht und fordert die Abschaffung. Der Jurist Markus Schollmeyer kann das nicht nachvollziehen.

Der Linke-Vorsitzende Bernd Riexinger fordert, die 1. Klasse in Regionalzügen abzuschaffen. Seinen Vorstoß begründet er mit überfüllten Bahnen in der 2. Klasse bei gleichzeitig kaum genutzten Erste-Klasse-Abteilen.

Diesen Vorstoß findet der Anwalt und Gerechtigkeitsforscher Markus Schollmeyer weder neu noch überzeugend. "Die Diskussion gibt es seit 2013", sagt er.

Lediglich ein unterschiedliches Angebot

"Es geht einfach darum, dass manche Leute unterschiedliche Bedürfnisse beim Bahnfahren haben und die sich dann selbst befriedigen müssen, indem sie verschiedene Klassen wählen. Das hat, glaube ich, keine Privilegien als Hintergrund."

Soziale Gerechtigkeit sei beim Bahnfahren bereits dadurch hergestellt, dass alle Bahn fahren dürfen, meint er. Man könnte bei der Bahn auch von "Business"- und "Economy"-Klasse sprechen. Es handele sich lediglich um ein unterschiedliches Angebot. "Ich finde, das ist kein Gerechtigkeitsthema mehr", so Schollmeyer. 

(huc) 

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