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Kompressor | Beitrag vom 07.09.2018

Journalist Frank zum Tod der US-Filmlegende Reynolds"Sexsymbol der 70er-Jahre"

Arno Frank im Gespräch mit Christine Watty

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Burt Reynolds (imago stock&people)
Burt Reynolds starb mit 82 Jahren. (imago stock&people)

Sein Schnauzbart und sein Grinsen waren seine Markenzeichen: Nun starb der US-Schauspieler Burt Reynolds mit 82 Jahren. "Beim Sterben ist jeder der Erste" sei für Reynold der beste Film gewesen, in dem er jemals mitgespielt habe, sagt der Journalist Arno Frank.

Im Laufe seiner Karriere drehte Reynolds über 100 Filme, darunter "Auf dem Highway ist die Hölle los", "Ein ausgekochtes Schlitzohr" - und "Beim Sterben ist jeder der Erste". "Damit hätte er sich eigentlich qualifiziert für eine Karriere, die in eine völlig andere Richtung hätte gehen müssen oder können", meint Frank. Das sei ein hervorragend gemachter Actionfilm, wie es keinen vergleichbaren gebe. Reynolds sei darin als hervorragender Schauspieler zu sehen.   

Trotzdem habe es ihm an Selbstvertrauen gefehlt, meint Frank. "Es gibt Kollegen von ihm, die strotzten und strotzen bis heute davon, dass sie alles spielen können. Das hatte er nicht so." Reynolds war als Footballstar ein Seiteneinsteiger und hatte auch als Stuntman gearbeitet. "Ihm fehlte also ein bisschen dieses Selbstvertrauen, nach den ganz großen Rollen zu greifen."

Reynolds als männliches Pin-up

Reynolds habe auch Selbstironie gehabt. 1972 habe die damalige "Cosmopolitan"-Chefredakteurin Helen Gurley Brown die Idee gehabt, ihren Leserinnen "einfach mal ein männliches Pin-up zu präsentieren. Also einen Mann, den Frauen sich gerne angucken." Reynolds habe das sofort gemacht.

"Deswegen gibt es dieses Bild, auf dem er hingegossen auf einem Bärenfell selbst ziemlich behaart, in verführerischer Pose, aber halt auch mit so einem komischen ironischen Grinsen zu sehen ist." Dieses Bild habe er später bedauert, weil es ihn in seiner Karriere nicht weitergebracht habe. "Womöglich hat es ihn sogar auch behindert, diese Existenz als männliches Sexsymbol der 70er-Jahre."

Die Tragik in den 80er-Jahren sei gewesen, dass dieses Männlichkeitsbild nicht mehr gebraucht wurde. "Es rückten Jüngere nach. Diese Art von Heteronormativität, die er dargestellt hat, dieses Behaarte, Schnauzbärtige war in den 80er-Jahren nicht mehr gefragt, und entsprechend ging auch seine Karriere regelrecht den Bach hinunter." 

Reynolds sollte eigentlich auch in Quentin Tarantinos neuem Film "Once Upon a Time …" auftreten, der nächstes Jahr in die Kinos kommt. "Das wäre ihm ein wundervoller, würdiger Abschluss seiner Karriere gewesen. Es gehört auch zur Tragik, dass es nicht geklappt hat."

(mhn)

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