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Alte Musik / Archiv | Beitrag vom 03.06.2020

Joseph Boulogne Chevalier de Saint-GeorgesUnschlagbar mit Geigenbogen und Degen

Von Richard Schroetter

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Porträt des dunkelhäutigen Mannes mit weißer Perücke und Degen. (imago images / Leemage)
Fecht- und Geigenkünste prägten das Leben von Joseph Boulogne Chevalier de Saint-Georges. (imago images / Leemage)

Als brillanter Fechter verblüffte er genauso wie als virtuoser Geiger und Komponist von Sinfonien, Konzerten und Opern: Joseph Boulogne Chevalier de Saint-Georges war ein erfolgreicher Musiker - und Kämpfer für die Französische Revolution.

Am 25. Dezember 1745 kam Joseph Boulogne Chevalier de Saint-Georges in Guadeloupe zur Welt. Er war Sohn eines "in absentia" zum Tode verurteilten französischen Plantagenbesitzers und einer schwarzen "Sklavin aus dem Senegal". Drei Talente konnte er in Paris derart ausspielen, dass er zum Darling der Pariser Salons aufstieg: Seine Kunst, mit den Waffen umzugehen - "Keiner handhabt‘ je Waffen so wie er", mit der Geige zu brillieren und mit seinen Kompositionen zu beeindrucken.

Aus seiner Feder stammen Sinfonien, Konzerten und Opern. Das brachte Joseph Boulogne Chevalier de Saint-Georges den Namen "Schwarzer Mozart" ein. 

Ein gefährliches Leben zwischen Militär und Musik

Bei so viel Erfolg blieben Neider nicht aus. Zweimal versuchten gedungene Mörder, ihn aus dem Weg zu räumen – ohne Erfolg. Mit der Französischen Revolution wechselte er das Metier und ging zum Militär, wo er die nach ihm benannte Légion St-Georges anführte - die einzige Einheit von Schwarzen im damaligen Europa.

Und wieder wurde versucht, ihn kaltzustellen. Er wurde des Landesverrats verdächtigt und kam für 18 Monate in den Kerker. Eine letzte Reise nach Santo Domingo endete desaströs. Der Chevalier wurde unter Lebensgefahr in eine Meuterei verwickelt und kehrte desillusioniert nach Paris und zur Musik zurück.

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