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Literatur / Archiv | Beitrag vom 13.05.2018

Israelische Autoren und ihr LandDie Utopie hat ihren Glanz verloren

Von Carsten Hueck

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Eine Frau sitzt am Strand von Jaffa.
Eine Frau sitzt am Strand von Jaffa.

"Wir sind nicht weiter gekommen. Wir haben kein neues Israel aus der alten jüdischen Welt erschaffen können", sagt Lizzie Doron. Auch andere israelische Schriftsteller blicken enttäuscht auf das, was 70 Jahre nach Staatsgründung aus dem Traum vom neuen Israel geworden ist.

Die Gründung des Staates Israels 1948 war nicht nur das Werk von Pionieren mit Schaufel und Gewehr. Auch die Schriftsteller taten das ihre: Sie entwickelten die neue Landessprache, formten das Bild des Neuen Juden und das der jüdischen Nation. Und sie reflektierten früh, wen diese ausschloss. Inzwischen hat die zionistische Utopie viel von ihrem Glanz verloren. Der Blick vieler Schriftsteller auf ihr Land ist vielfältiger geworden - und pessimistischer.

"Ich glaube, jetzt, nach 70 Jahren und all den Wandlungen, die wir durchgemacht haben, gibt es wenig Hoffnung", sagt etwa David Grossmann. "Stattdessen herrscht eine Art düstere Nüchternheit. Das Gefühl, Opfer zu sein, ist stärker als 1948. Damals waren wir tatsächlich Opfer des schrecklichsten Völkermordes der Menschheitsgeschichte: der Shoah. Aber weil es nach der Shoah noch Hoffnung gab, konnten wir uns aufraffen. Damals waren wir nicht gelähmt."

Carsten Hueck hat David Grossmann, Amos Oz, Uri Avnery, Lizzie Doron und andere israelische Autoren besucht und mit ihnen darüber gesprochen, wie und warum aus einem Traum eine glanzlose Utopie wurde.

Hier können Sie das vollständige Manuskript nachlesen.

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