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Interview | Beitrag vom 08.05.2021

Initiative "Politfix"Mehr Frauen mit Migrationshintergrund in die Kommunalpolitik

Galina Ortmann im Gespräch mit Ute Welty

Der Schriftzug "Rathaus" steht an einer Außenfassade.  (dpa / Daniel Karmann)
In der Kommunalpolitik haben Frauen mit Migrationshintergrund große Hürden zu nehmen, meint Galina Ortmann vom Bundesverband Interkultureller Frauen in Deutschland. (dpa / Daniel Karmann)

Einschüchterungen, fehlende Netzwerke und zu wenig Förderung: Gerade auf kommunaler Ebene sind Politikerinnen mit Migrationshintergrund stark unterrepräsentiert. Die Initiative "Politfix" will das mit Workshops und einem Mentorinnenmodell ändern.

Frauen sind im Bundestag unterrepräsentiert, in den Landesparlamenten noch mehr – und am allerwenigsten findet man sie auf der kommunalen Ebene in der Politik. Ganz besonders gilt das für Frauen mit Migrationshintergrund.

"Gerade auf der kommunalen Ebene sind die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und insbesondere Frauen unterrepräsentiert. Gleichzeitig ist das ein sehr wichtiger Ort, wo viele Entscheidungen getroffen werden", sagt Galina Ortmann, Vorsitzende des niedersächsischen Integrationsrats und Gründungsvorsitzende des Bundesverbandes Interkultureller Frauen in Deutschland e.V. (BIFeV).

Hürden für Engagement ist hoch

Um den Anteil von Frauen mit Migrationsgeschichte in Kommunalparlamenten und kommunalen Beiräten zu erhöhen, hat der BIFeV das Projekt "Politfix" ins Leben gerufen. Politfix bietet Frauen mit Migrationshintergrund, die sich in der Kommunalpolitik engagieren wollen, Workshops und Beratung zu Fragen wie Wahlkampfführung, Netzwerken und Kommunikation und stellt den Frauen auch erfolgreiche Kommunalpolitikerinnen als Mentorinnen an die Seite. 

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Denn die Schwierigkeiten, denen Frauen mit Migrationshintergrund beim Engagement in der Kommunalpolitik begegnen, seien groß, sagt Ortmann: "Zum Beispiel Listenplatzaufstellung. Wenn man aufgestellt wird, auf welchem Platz steht man? Ist der Platz aussichtsreich oder nicht? Das ist eine große Hürde." 

Frauen werden oft eingeschüchtert

Hinzu kommen persönliche Hürden, etwa dass die Frauen zu wenig Zeit haben, weil sie Kinder betreuen müssen oder die Arbeitgeber ihr Engagement nicht in ausreichendem Maß unterstützen. Es fehlt Frauen zudem oft an Netzwerken: "Politik ist männerdominierte Welt."

Ortmann zufolge schreckt Frauen auch ab, dass Kommunalpolitiker vielerorts eingeschüchtert und bedroht würden: "Es gibt Frauen, die gesagt haben, wir werden bedroht, aber wir werden weitermachen. Aber es gab auch viele Frauen, die gesagt haben: Nein, wir haben Angst", so die BIFeV-Gründungsvorsitzende.

"Deswegen müssen wir alle zusammen überlegen, was können wir als Gesellschaft tun, um das zu verhindern? Was können wir tun, um solche Menschen zu stärken, die überhaupt bereit sind, sich für andere zu engagieren?" 

(uko)

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