Impfdurchbrüche bei Covid-19

    "Die Impfung ist nicht überflüssig"

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    Eine Ärztin in Augsburg impft einen Impfling gegen Covid19.
    Eine Impfung schützt - nicht immer vor Ansteckung, aber vor schweren und tödlichen Verläufen. © Imago / Bihlmayerfotografie
    Moderation: Liane von Billerbeck · 26.08.2021
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    Impfdurchbrüche kommen vor, sind allerdings sehr selten. Die Covid-19-Impfung schützt vor allem gegen schwere und tödliche Verläufe und lohnt sich deswegen unbedingt, erklärt Wissenschaftsredakteur Martin Mair.
    Bedeutet ein Impfdurchbruch, dass die Impfung überflüssig war?
    "Nein", sagt Wissenschaftsredakteur Martin Mair. Ein Impfdurchbruch meint, dass es zu einer Infektion mit dem Coronavirus bei einem Geimpften gekommen ist. Von Anfang an sei klar gewesen, dass die Impfstoffe nicht zu hundert Prozent vor einer Infektion schützen, so Mair. Das habe sich in den Zulassungsstudien schon gezeigt.
    Allerdings kommen schwere oder gar tödliche Verläufe bei Geimpften sehr viel seltener vor als bei Ungeimpften, erklärt Mair.
    Das RKI erfasst solche Impfdurchbrüche. Bis zum 17. August sind dort 13.360 gezählt worden. Sie kommen übrigens bei allen Impfstoffen vor.
    Sind etwas mehr als 13.000 Impfdurchbrüche ein Alarmzeichen?
    Von einem "Alarmzeichen" könne man nicht sprechen, sagt Mair. Im Gegenteil: Es zeige, dass die Impfstoffe sehr gut wirken, denn an diesem Stichtag seien 48 Millionen Deutsche vollständig geimpft gewesen.
    "Es ist offenbar ein sehr seltenes Ereignis und übrigens, auch das können wir sagen: Impfdurchbrüche gibt es sehr viel öfter, wenn man nicht vollständig geimpft ist", so der Wissenschaftsredakteur. Das heißt: Die zweite Impfung sollte man nicht weglassen.
    "Und in der Summe kann man auch noch sagen, dass trotz der viel ansteckenderen Delta-Variante die Impfung einen am Ende sehr guten Schutz bietet", so Mair.
    Wie unterscheiden sich die Covid-Symptome von Geimpften und Ungeimpften?
    Diese Frage hat eine britische Studie untersucht. Das Ergebnis: Bei Ungeimpften träten vor allem Kopf- und Gliederschmerzen auf sowie lang anhaltendes Fieber und Husten.
    Bei Geimpften seien die Symptome etwas anders und milder, erklärt Mair. Laut der Studie klagen Patientinnen und Patienten vor allem über Niesen und eine laufende Nase.
    "Ich bin ein bisschen vorsichtig, ob sich die Symptome wirklich so schematisch verändern nach der Impfung, denn das Symptombild könnte sich auch verändert haben, weil sich in Großbritannien nun vor allem Jüngere infizieren", gibt Mair zu bedenken. Auch das wäre eine mögliche Erklärung.
    Dennoch seien das wichtige Beobachtungen: Auch bei milden Symptomen sollten Geimpfte an Corona denken und sich sicherheitshalber testen lassen, rät Mair.
    Wenn ich trotz Impfung erkranken kann, lohnt sie sich dann überhaupt?
    Unbedingt, findet Mair. Der Selbstschutz stehe dabei an erster Stelle, um keinen schweren oder tödlichen Verlauf zu bekommen. Denn auch Geimpfte können das Virus weitergeben. Zwar sei das Risiko nicht so groß wie bei Ungeimpften, doch gerade mit der Delta-Variante kann dies passieren.
    "Das heißt also, wer sich nicht impfen lässt, der profitiert zwar von den Geimpften, aber da bleibt ein Restrisiko", so Mair. Deswegen biete die Impfung vor allem einen guten Eigenschutz.
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