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Literatur / Archiv | Beitrag vom 03.02.2013

"Ihre Zeit in Briefen erfasst"

Rahel Levin Varnhagen im Briefwechsel mit ihrer Familie

Zusammengestellt von Barbara Hahn

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Zeitgenössischer Stich von Rahel Varnhagen von Ense (1771-1833) (picture alliance / dpa)
Zeitgenössischer Stich von Rahel Varnhagen von Ense (1771-1833) (picture alliance / dpa)

Rahel Levin Varnhagen, eine der wichtigsten Autorinnen des 19.Jahrhunderts, sammelte schon als junges Mädchen die Briefe der Mutter und ihrer Geschwister. Überliefert sind über 600 Briefe, geschrieben zwischen 1787 und 1833 - die umfangreichste Briefsammlung, die sich aus dieser Zeit überhaupt erhalten hat.

Die ersten Briefe sind in hebräischen Buchstaben verfasst. Chaie Levin, eine Berliner Kaufmannsfrau, schreibt Mitte der 1780er-Jahre an ihre Tochter Rahel, die auf die jüngeren Geschwister aufpasst, während die Mutter die Leipziger Messe besucht. Die letzten Briefe schreibt Rahel Levin, seit 1814 Antonie Friederike Varnhagen von Ense, kurz vor ihrem Tod im März 1833.

Dazwischen spannt sich das Leben einer jüdischen Familie in der Zeitenwende. Von einer traditionellen Welt, in der niemand am Sabbath reist, bis über die gescheiterte Revolution von 1830 hinaus. Zur Sprache kommt alles, was deutsch-jüdische Geschichte damals prägte: Der Zusammenbruch Alteuropas in der Französischen Revolution, die Niederlage Preußens 1806 und die Flucht aus dem französisch besetzten Berlin, die Frage der Konversion zum Christentum, die Restauration nach dem Wiener Kongress, die Hep-Hep-Unruhen 1819.

Eine politisch und kulturell äußerst aufmerksame Familie versucht zu erkunden, welche Welten sich öffnen und welche sich ihnen auch gleich wieder verschließen.


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