Seit 00:05 Uhr Klangkunst

Freitag, 06.12.2019
 
Seit 00:05 Uhr Klangkunst

Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 30.12.2015

Hintern, Hüften, HaareKenias Männer mögen "Big Mamas"

Von Linda Staude aus Nairobi

Podcast abonnieren
Tänzerinnen tanzen am 20.02.2015 auf dem Flughafen in Goma zu Ehren der Ankunft von Bundesaußenminister Steinmeier. Steinmeier befindet sich auf einer viertägigen Afrikareise und besucht neben dem Kongo auch Ruanda und Kenia. (dpa /  Michael Kappeler)
Afrikanische Frauen beim Tanz (dpa / Michael Kappeler)

Ein paar Kilo zu viel auf der Waage – für Frauen in Europa sind sie oft eine Katastrophe. In Afrika dagegen sind es Pfunde, mit denen Frauen wuchern können. Ostafrika-Korrespondentin Linda Staude kann sich mit dem Schönheitsideal der "Big Mamas" allerdings nicht anfreunden.

Ja, die meisten Männer stehen auf die Big Mamas. Und das ist durchaus als Kompliment gemeint.

Etwas Speck auf der Hüfte ist eben einen zweiten Blick wert. Und Bohnenstangen können mit einem richtigen afrikanischen Mann gar nicht fertig werden. Zumindest aus der Sicht des afrikanischen Mannes.

Ein schöner Gedanke für eine Durchschnitts-Westeuropäerin wie mich. Also: Den Kampf gegen die Kilos vergessen, Diätplan wegschmeißen und Bewunderung genießen? Falsch gedacht!

Im Hintern liegt die Macht

Der Hintern muss groß sein. Das ist der echte afrikanische Körper. Es gibt sogar eine populäre Hymne über den Hintern in Kenia. Was so viel heißt wie: Im Hintern liegt die Macht. Reine Biologie.

Und Männer wollen, dass ihre Freundinnen was zum Wackeln haben, wenn sie in die Disco gehen.

Pech für mich also. Ein deutsches Hinterteil kann da einfach nicht mithalten. Beim Wackeln schon gar nicht.

Zunehmend Fälle von echter Fettleibigkeit

Afrikanerinnen sind eben mit dem größeren Hintern geboren. Ich könnte natürlich etwas nachhelfen. Wo es bei uns Push-up-BHs gibt, kann man hier Push-up-Höschen kaufen. Mit künstlichen Polstern an genau den richtigen Stellen. Und als extreme Kampfmaßnahme bleiben immer noch Vergrößerungs-Spritzen in die Pobacken.

Richtig: Männer sind die Mühe nicht wert.

Und dann gibt es auch noch zunehmend Fälle von echter Fettleibigkeit, klagen Ernährungsberater. Mit allen Nebenwirkungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzinfarkt.

Kein Mann will, dass seine Frau verhungert aussieht? Pech für die Männer. Da bleibe ich doch lieber bei meinem Diätplan.

Mehr zum Thema

Medienplattform JournAfrica - Gegen die diffusen Bilder von Afrika
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 15.12.2015)

Frauenklinik in Uganda - Ein Ort zum Gebären, ein Ort der Hoffnung
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 03.12.2015)

Medikamententests - Versuchslabor Afrika
(Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 22.10.2015)

Frauen in der arabischen Welt - Ohne Furcht gegen Verachtung und Diskriminierung
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 30.05.2015)

Weltzeit

Protest in NorwegenDer Kampf gegen die Windräder
Windräder ragen in Mittelnorwegen bei Trondelag hinter einem Wald auf, über dem ein Seeadler fliegt. (picture alliance / blickwinkel / M. Lohmann)

Zwei von drei Norwegern finden es im Prinzip gut, wenn mehr Windräder gebaut werden. Aber bitte nicht vor der eigenen Haustür. Und erst recht nicht in unberührter Natur. Deutsche Energieversorger, die hier Windräder bauen, sind nicht willkommen.Mehr

Nach dem Umsturz im SudanDie Stunde der Frauen
Aisha Mohammed in gelbem Schleier mit Kind auf dem Arm. (CARE/Sabine Wilke)

Der zivile Aufbau im Sudan ist bemerkenswert weiblich: Seit Diktator al-Bashir gestürzt wurde, sprechen Frauen im Radio über Gleichberechtigung, gehen Tabu-Themen wie Genitalverstümmelung an, haben eine eigene Fußball-Liga gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur