Seit 05:05 Uhr Studio 9

Freitag, 18.10.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 30.12.2015

Hintern, Hüften, HaareKenias Männer mögen "Big Mamas"

Von Linda Staude aus Nairobi

Podcast abonnieren
Tänzerinnen tanzen am 20.02.2015 auf dem Flughafen in Goma zu Ehren der Ankunft von Bundesaußenminister Steinmeier. Steinmeier befindet sich auf einer viertägigen Afrikareise und besucht neben dem Kongo auch Ruanda und Kenia. (dpa /  Michael Kappeler)
Afrikanische Frauen beim Tanz (dpa / Michael Kappeler)

Ein paar Kilo zu viel auf der Waage – für Frauen in Europa sind sie oft eine Katastrophe. In Afrika dagegen sind es Pfunde, mit denen Frauen wuchern können. Ostafrika-Korrespondentin Linda Staude kann sich mit dem Schönheitsideal der "Big Mamas" allerdings nicht anfreunden.

Ja, die meisten Männer stehen auf die Big Mamas. Und das ist durchaus als Kompliment gemeint.

Etwas Speck auf der Hüfte ist eben einen zweiten Blick wert. Und Bohnenstangen können mit einem richtigen afrikanischen Mann gar nicht fertig werden. Zumindest aus der Sicht des afrikanischen Mannes.

Ein schöner Gedanke für eine Durchschnitts-Westeuropäerin wie mich. Also: Den Kampf gegen die Kilos vergessen, Diätplan wegschmeißen und Bewunderung genießen? Falsch gedacht!

Im Hintern liegt die Macht

Der Hintern muss groß sein. Das ist der echte afrikanische Körper. Es gibt sogar eine populäre Hymne über den Hintern in Kenia. Was so viel heißt wie: Im Hintern liegt die Macht. Reine Biologie.

Und Männer wollen, dass ihre Freundinnen was zum Wackeln haben, wenn sie in die Disco gehen.

Pech für mich also. Ein deutsches Hinterteil kann da einfach nicht mithalten. Beim Wackeln schon gar nicht.

Zunehmend Fälle von echter Fettleibigkeit

Afrikanerinnen sind eben mit dem größeren Hintern geboren. Ich könnte natürlich etwas nachhelfen. Wo es bei uns Push-up-BHs gibt, kann man hier Push-up-Höschen kaufen. Mit künstlichen Polstern an genau den richtigen Stellen. Und als extreme Kampfmaßnahme bleiben immer noch Vergrößerungs-Spritzen in die Pobacken.

Richtig: Männer sind die Mühe nicht wert.

Und dann gibt es auch noch zunehmend Fälle von echter Fettleibigkeit, klagen Ernährungsberater. Mit allen Nebenwirkungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzinfarkt.

Kein Mann will, dass seine Frau verhungert aussieht? Pech für die Männer. Da bleibe ich doch lieber bei meinem Diätplan.

Mehr zum Thema

Medienplattform JournAfrica - Gegen die diffusen Bilder von Afrika
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 15.12.2015)

Frauenklinik in Uganda - Ein Ort zum Gebären, ein Ort der Hoffnung
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 03.12.2015)

Medikamententests - Versuchslabor Afrika
(Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 22.10.2015)

Frauen in der arabischen Welt - Ohne Furcht gegen Verachtung und Diskriminierung
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 30.05.2015)

Weltzeit

Judentum in AfghanistanZebulon allein zu Haus
Zebulov Simentov sitzt in seiner Wohnung auf dem Teppich und liest, vor sich zwei Porzellangefäße mit Nüssen. (Imago / ZUMA Press)

Einst lebten in Afghanistan tausende jüdische Familien. Heute ist in Kabul gerade noch eine Synagoge übrig: Dort wohnt Zebulon Simentov seit Jahren allein. Ein besonderer Mensch, für sich, für das Judentum und für Afghanistan. Ein Besuch.Mehr

Lithium in BolivienDie Gier nach dem weißen Gold
Uyuni Salzebene in Bolivien, Arbeit mit dem Bohrer, 29. Oktober 2009  (AFP / Aizar Raldes )

Für Akkus von Smartphones und Elektroautos braucht die Welt Lithium. Große Mengen davon lagern in Bolivien. Der Profit mit dem Rohstoff soll nicht im Ausland landen, verspricht Präsident Evo Morales - der am Sonntag wiedergewählt werden will.Mehr

Mangelland MosambikKrisen soweit das Auge reicht
Ein Mann läuft in Maputo an einer Wand entlang, die mit roten Plakaten des mosambikanischen Staatschefs Filipe Jacinto Nyusi von der Frelimo beklebt ist. (Imago / epd / Stefan Ehlert)

Armut, Katastrophen, Korruption, Gewalt: Mosambik in Ostafrika, wo heute gewählt wird, ist ein Land der Krisen. Seit der Unabhängigkeit von Portugal im Jahr 1975 regiert die Befreiungsbewegung Frelimo - keine Erfolgsgeschichte, wie der Alltag zeigt.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur