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Kompressor | Beitrag vom 22.07.2021

Henrika Kulls Film „Glück“Wenn sich zwei Sexarbeiterinnen verlieben

Henrika Kull im Gespräch mit Gesa Ufer

Zwei Personen liegen schlafend, Arm in Arm im Bett (Salzgeber)
Eng beisammen und doch nicht nah: In "Glück" wird die Liebesgeschichte von Sascha und Maria erzählt. (Salzgeber)

Zwei Frauen lernen sich bei der Arbeit in einem Bordell kennen, doch die Liebe stößt an Grenzen. Für ihren Film "Glück" hat Regisseurin Henrika Kull in Bordellen recherchiert – auch um gängigen Klischees zu widersprechen.

"Glück" heißt der neue Film der Regisseurin Henrika Kull. Darin erzählt sie die Liebesgeschichte zwischen den  Sexarbeiterinnen Sascha und Maria, die sich trotz großer Leidenschaft und Anziehung nicht trauen, sich aufeinander einzulassen. Dabei ist nicht nur diese Liebesgeschichte extrem außergewöhnlich, sondern auch der Blick auf den Alltag und die Beziehungen in einem Bordell.

Dreh im Bordell

Ihr sei wichtig gewesen, dass der Film nicht nur in einem Bordell spiele, sondern auch in einem echten Bordell gedreht werde, sagt Kull. Dafür habe sie bei ihren Recherchen auch mehrere Bordelle besucht. "Da geht es ungefähr so zu, wie man das in dem Film sieht", schildert die Regisseurin.

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Gleichzeitig wolle sie auch den oft gezeigten Klischees über Bordelle und Sexarbeit widersprechen. "Ich wollte Sexarbeit als Job, um Geld zu verdienen, erzählen", erklärt Kull ihre Absicht. Deswegen sei es ihr auch wichtig gewesen, die Geschichte aus einer weiblichen Sicht zu beschreiben – ohne allerdings Sexarbeit zu idealisieren.

Besuch in Brandenburg

In der Liebesgeschichte zwischen Sascha und Maria wollte sie zeigen, dass die Liebe "theoretisch möglich ist, es aber trotzdem Mauern gibt, die schwer zu überwinden sind", sagt die Filmemacherin: "Das sind die der eigenen Ängste und die Furcht, sich auf Glück einzulassen, sich einer anderen Person zu öffnen und sich so der Gefahr auszusetzen, dass diese einen nicht als komplettes Wesen liebt."

Diese Schwierigkeiten werden bei einem Besuch Saschas in Brandenburg bei ihrem Sohn und dessen Vater offensichtlich, zu dem Sascha Maria als Unterstützung mitnimmt. Doch Sascha fühle sich verraten, beschreibt Kull den Konflikt, weil Maria mit der toxischen Männlichkeit, mit der die beiden Frauen konfrontiert sind, lockerer umgehe – und Sascha damit einen Spiegel vorhalte.

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