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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 19.08.2017

Henning Beck, NeurowissenschaftlerGeistesblitze – Wie tickt unser Gehirn?

Moderation: Matthias Hanselmann

"Kreativer Kopf" (imago/Ikon Images)
Unser Gehirn sei ein soziales Organ. Es sei neugierig und wolle Kontakt, so der Neurowissenschaftler Henning Beck. (imago/Ikon Images)

Wie entstehen Gedanken? Was passiert bei einem Geistesblitz? Wie kommt unser Gehirn immer wieder auf neue Ideen? – Diese Fragen faszinieren den Neurowissenschaftler Henning Beck.

Weil das Gehirn von Henning Beck auf Neugierde gepolt ist, ist er den Rätseln rund um unsere Steuerungszentrale auf der Spur. Bei "Im Gespräch" gibt Beck Einblick in seine spannende Forschung.

"Das Gehirn ist ein Haufen voller eitler, fauler und selbstverliebter Zellen, die sich ständig verrechnen und dabei noch permanent von ihren Nachbarn abgelenkt werden."

Mit Erkenntnissen wie dieser überrascht der Wissenschaftler gern. In seinen Büchern und Vorträgen widerlegt er viele Mythen rund um unsere grauen Zellen. Und nicht nur das: Beck, Jahrgang 1983, ist auch Science Slammer. Er tritt regelmäßig gegen andere Wissenschaftler in den Ring, um seine Forschung im sportlichen Wettbewerb zu präsentieren.

Unser Gehirn ist leistungsfähiger als jeder Computer

Mit Erfolg: 2012 holte Beck die Deutsche Meisterschaft mit seinem Vortrag "Speed up Your Mind". Für ihn ist unser Gehirn der wahre Könner im Kreativsein:

"Kleiner als jeder Großrechner und doch leistungsfähiger als jeder Supercomputer sind neurobiologische Systeme die einzige Möglichkeit, echte Inspiration hervorzubringen. Wer wissen will, wie Innovationen wirklich entstehen, sollte daher vom Großmeister in dieser Disziplin lernen: dem Gehirn selbst."

Neurowissenschaftler Henning Beck bei der 18. Erfurter Herbstlese. (imago - VIADATA)Neurowissenschaftler Henning Beck. (imago - VIADATA)
Unser Gehirn sei ein soziales Organ. Es sei neugierig und wolle Kontakt. Das bringe mehr als jeder Denksport.

"Wenn jemand Hirnjogging will, dann soll er mit seinem Gehirn joggen gehen und Sport machen. Allein die bessere Durchblutung und der gesteigerte Stoffwechsel führen schon dazu, dass unser Gehirn besser funktioniert. Mit Menschen zu interagieren, mit ihnen zu sprechen, ist allerdings das Beste, was ich meinem Gehirn antun kann."

Becks neuestes Buch trägt den Titel: "Irren ist nützlich". Darin erklärt er, warum es wichtig ist, Fehler zu machen und auch ab und an etwas zu vergessen.

"Fehler machen zu können ist die Vorbedingung für neue Ideen. Das unterscheidet uns vom Computer und macht uns digitalen Systemen auf Dauer überlegen."

Literaturhinweis:
Henning Beck: "Irren ist nützlich. Warum die Schwächen unseres Gehirns unsere Stärken sind"
Carl Hanser Verlag, 2017

Informationen im Internet über Henning Beck. 

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