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Kulturnachrichten

Samstag, 27. September 2014

Hamburger Filmfest ehrt Regisseur Fatih Akin

Akins neuer Film "The Cut" läuft ab 16. Oktober in den Kinos

Regisseur Fatih Akin erhält am Samstagabend auf dem Filmfest in seiner Heimatstadt Hamburg den Douglas-Sirk-Preis. Namensgeber der Ehrung ist der in der Hansestadt geborene Regisseur Detlef Sierck (1897-1987), der als Douglas Sirk Erfolge feierte. Akin bekommt den Preis vor der Deutschlandpremiere seines Werkes "The Cut". Die jüngste Arbeit des 41-Jährigen lief vor kurzem beim Filmfest von Venedig, ging bei den dortigen Auszeichnungen allerdings leer aus. Im vergangenen Jahr ehrte das Hamburger Filmfest die britische Schauspielerin Tilda Swinton. Erster Preisträger war 1995 Hollywoodstar Clint Eastwood.

Schlöndorff plant Saga über Geschichte von Studio Babelsberg

Schlöndorff war von 1992 bis 1997 Geschäftsführer des damals vom Ruin bedrohten Studios in Potsdam

Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff (75) will die Geschichte des mehr als 100 Jahre alten Babelsberger Filmstudios als Familiensaga ins Fernsehen bringen. Die Story solle vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, die Nazizeit und die DDR bis in die Gegenwart zu Dreharbeiten mit Tom Cruise führen, sagte Schlöndorff den "Potsdamer Neuesten Nachrichten". Aber: "Momentan gibt es weder Produzent noch Fernsehsender", so der Regisseur ("Die Blechtrommel", "Diplomatie"). Die Idee habe er seit 20 Jahren. In Babelsberg drehten in den Anfangsjahren Stars wie Marlene Dietrich, Emil Jannings und Heinz Rühmann. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel im Mai 1946 die erste Klappe zu "Die Mörder sind unter uns" von Wolfgang Staudte mit Hildegard Knef. Nach der Wende entstanden in Babelsberg Hollywood-Filme wie "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino.

Sänger Campino: "knallhart" gegen Rechte vorgehen

Tote Hosen erhalten Preis der jüdischen Gemeinde Düsseldorf

Der Kampf gegen Rechtsextremismus gehört für die Toten Hosen zum Bandleben dazu. "Ich weiß, dass wir vielen Leuten in der Vergangenheit damit auf die Nerven gegangen sind und es hoffentlich auch noch in Zukunft tun werden", sagte Frontmann Campino (52) in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. "Man muss knallhart dagegen halten." Die Rocker setzen sich seit über 25 Jahren gegen Fremdenhass und Antisemitismus ein. Dafür werden sie am 1. Oktober mit der angesehenen Josef-Neuberger-Medaille der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf geehrt. Zu den früheren Preisträgern zählt etwa Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Grund für die Auszeichnung ist auch ein Konzert der Toten Hosen mit dem Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, bei dem sie zusammen mit jungen Musikern Stücke spielten, die von Komponisten geschrieben wurden, die von den Nationalsozialisten geächtet wurden.

Ex-Burgtheater-Intendant Hartmann arbeitet künftig fürs Fernsehen

Das sei für ihn "ein Blick in einen anderen Kosmos"

Der gefeuerte Direktor des Wiener Burgtheaters, Matthias Hartmann, arbeitet künftig für das Fernsehen. Für den österreichischen Privatsender "Servus TV" entwickelt der aus Deutschland stammende Intendant und Regisseur eine Theatersendung, wie er dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte. Hartmann war im März in Wien entlassen worden, weil er seit Jahren von der undurchsichtigen Buchführung des Hauses gewusst haben soll. Vor dem Wiener Arbeits- und Sozialgericht klagt er derzeit auf rund zwei Millionen Euro Entschädigung, weil er die Kündigung für unberechtigt hält. In der kommenden Zeit will sich der 51-Jährige auch wieder verstärkt dem Inszenieren widmen. An der Oper in Genf bringt Hartmann nächstes Jahr Beethovens "Fidelio" heraus. Auch an der Mailänder Scala solle er 2017 eine Opern-Regie führen.

Die französischen Maler und der "Japonisme" im Museum Folkwang

Die Ausstellung läuft noch bis zum 18. Januar

Unter dem Titel "Monet, Gauguin, van Gogh... Inspiration Japan" beleuchtet das Museum Folkwang in Essen von heute an den Einfluss der japanischen Kunst auf die französischen Impressionisten. Der Fokus der Schau liegt auf dem Zeitraum von 1860 bis 1910, der Hochphase der Rezeption japanischer Kunst in Frankreich, dem sogenannten Japonisme. Die Öffnung Japans 1854 und der beginnende rege Warenaustausch mit dem Westen hatte nach Angaben der Ausstellungsmacher vor allem in Frankreich eine regelrechte Japan-Begeisterung ausgelöst. Diese Leidenschaft habe zunächst Künstler und Literaten, dann aber auch das Bürgertum erfasst und sei zu einer regelrechten Modeerscheinung geworden.

Widerstand gegen Transport Tutanchamuns von Luxor nach Kairo

Grund des Transports sind Restaurierungsarbeiten

In Ägypten regt sich Widerstand gegen Pläne der höchsten Altertumsbehörde des Landes, die Mumie des Pharaos Tutanchamun von Luxor nach Kairo zu bringen. Vertreter der Tourismusbranche in dem südägyptischen Ort kündigten an, sich gegen das Vorhaben zu wehren. Er werde mit allen rechtlichen Mitteln gegen den Transport der Mumie nach Kairo vorgehen, erklärte der Vize-Präsident der Tourismuskammer von Luxor, Mohammed Othman. Der Generalsekretär des Obersten Rates für Altertümer in Ägypten, Mustafa Amin, hatte in dieser Woche mitgeteilt, die Mumie solle für Untersuchungen und Restaurierungsmaßnahmen ins Ägyptische Museum nach Kairo gebracht werden. Schon vor zehn Jahren hatte es einen Streit über einen Transport in die Hauptstadt gegeben. Damals warnten Experten, die Mumie könne dabei zerstört werden. Der britische Archäologe Howard Carter hatte das fast unversehrte Grab des vor rund 3300 Jahren gestorbenen ägyptischen Pharaos 1922 im "Tal der Könige" bei Luxor entdeckt. Die Mumie Tutanchamuns ist bis heute an ihrem Fundort zu sehen. Die dazu gehörige weltberühmte goldene Totenmaske wird im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt.

Kulturfestival Steirischer Herbst in Graz will nicht teilen

Lieber nicht teilen: Das Grazer Kulturfestival Steirischer Herbst hat unter diesem Motto sein vielfältiges Programm gestartet

Unter dem Titel "I prefer? not to share" nehmen internationale Künstler aller Sparten an dem Festival teil, das bis zum bis zum 19. Oktober geht. Sie nehmen die Ambivalenz zwischen einer übersteigerten Kultur des Teilens in den Sozialen Medien und einer gesellschaftlichen Tendenz der Abschottung unter die Lupe. Veronica Kaup-Hasler, die das Festival seit 2006 leitet und das Profil als gesellschaftspolitisch orientiertes Kunstfest seitdem weiter geschärft hat, hat dazu unter anderem das Kollektiv andcompany&co aus Frankfurt mit dem Programm "Orpheus in der Unterwelt. Eine Schlepperoper" eingeladen. Die Hauptausstellung im Festivalzentrum mit dem Titel "Forms of Distancing. Repräsentative Politik und Politik der Repräsentation" beschäftigt sich mit Möglichkeiten des Rückzugs und der Verweigerung. Der Steirische Herbst schickt in diesem Jahr Publikum und Künstler verstärkt in die Provinz, etwa in die Kurorte Bad Radkersburg oder Bad Gleichenberg. In der südweststeirischen Gemeinde Stainz schafft der österreichische Komponist Georg Nussbaumer mit sieben lokalen Chören eine Verbindung von traditionellem Liedgut und zeitgenössischer Musik. Der italienische Pianist Marino Fromenti stellt mit rund 80 Konzerten in privaten Räumen, zu denen jeweils nur ein einziger Zuhörer geladen ist, die gängige Konzertpraxis auf den Kopf.

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