Fünf Gründe gegen die Golden Globes

Diese Filmpreisverleihung steht vor dem Aus

02:15 Minuten
Tom Cruise im Jahr 2000 bei der Verleihung des Golden Globe.
Der US-Schauspieler Tom Cruise gehörte zu den Stars, die alle ihre Preise zurückgaben und so das Ende des Events bereits einläuteten. © picture-alliance / dpa / Vince Bucci
Von Patrick Wellinski  · 08.01.2022
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Die 79. Verleihung der Golden Globes findet ganz ohne Öffentlichkeit als Privatveranstaltung statt. Unser Kritiker Patrick Wellinski nennt fünf Gründe, warum die Filmpreisverleihung sich ohnehin überholt hat.
Erstens, weil die Golden Globes unfassbar intransparent waren. Eine anonyme, kleine Gruppe von Menschen, die sich einmal im Jahr eine Party mit Stars organisiert - das passt einfach nicht mehr in unsere Zeit, die Offenheit, Diversität und Mitsprache einfordert.

Korrupte Elite

Auch weil, zweitens, die Mitglieder der sogenannten Auslandspresse sich nachweislich ihre Zuneigung haben teuer bezahlen lassen. Geschenke, Transkontinental-Reisen, Übernachtungen in Fünf-Sterne-Luxushotels - alles auf Kosten von Studios und Produktionsfirmen. So verhält sich eine korrupte Elite und kein ernstzunehmendes Gremium, das Kulturprodukte auszeichnen möchte.

Inflation der Preise

Drittens, weil es derzeit eh viel zu viele Filmpreise gibt und weniger hier auf jeden Fall mehr bedeutet.

Die Filme waren Durchschnittsware

Viertens: Die Golden Globes haben Jahrzehnte lang obskure, irrelevante Film- und Serienproduktionen ausgezeichnet und so mittelmäßiger Ware unnötige Aufmerksamkeit verpasst. Für Qualität war man häufig blind.

Überfälliges Ende

Und am wichtigsten ist Fünftens: Weil Tom Cruise alle seine Globes-Auszeichnungen zurückgegeben hat. Und wenn sich ein moralisch derart biegsamer Schauspieler abwendet, ist es nun wirklich an der Zeit, den Laden dicht zu machen.

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