Georg-Büchner-Preis für Elke Erb

"Das Gedicht ist, was es tut“

54:09 Minuten
Porträt von Elke Erb, aufgenommen 2019
Die Dichterin Elke Erb genießt unter vielen jüngeren Lyrikerinnen und Lyrikern großes Ansehen. © picture alliance / SvenSimon
Von Elke Erb · 12.07.2020
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Elke Erb erhält in diesem Jahr den renommiertesten deutschen Literaturpreis: den Georg-Büchner-Preis. Die verschmitzte Lyrikerin ist eine der eigenwilligsten Stimmen der Szene. Im Jahr 2018 hielt Erb auf dem Poesiefestival die "Berliner Rede zur Poesie".
Die für ihr Lebenswerk mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnete Elke Erb ist eine so verschmitzte wie aufmerksame Beobachterin des Lebens, das ihr zum Material einer unablässigen lyrischen Produktion wird. Unter vielen jüngeren Lyrikerinnen und Lyrikern genießt Elke Erb großes Ansehen.
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung begründet ihre Entscheidung so:
"Mit Elke Erb ehrt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ein unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk, dessen Anfänge 1975 in der DDR lagen und das sich nach deren Ende unbeirrt bis in die Gegenwart fortsetzt. Elke Erbs poetischer Sachverstand, der sich auch in ihrer reichen übersetzerischen Arbeit zeigt, beeinflusste mehrere Generationen von Dichterinnen und Dichtern in Ost und West.
Ihre Gedichte zeichnen sich durch eine prozessuale und erforschende Schreibweise aus, in deren Verlauf die Sprache zugleich Gegenstand und Mittel der Untersuchung ist. Elke Erb gelingt es wie keiner anderen, die Freiheit und Wendigkeit der Gedanken in der Sprache zu verwirklichen, indem sie sie herausfordert, auslockert, präzisiert, ja korrigiert. Für die unverdrossene Aufklärerin ist Poesie eine politische und höchst lebendige Erkenntnisform."

Die Lust am Dialog

Im Jahr 2018 hielt Elke Erb die "Berliner Rede zur Poesie" auf dem Poesiefestival, das das Haus für Poesie in Kooperation mit der Akademie der Künste alljährlich veranstaltet. Ihr Vortrag zeigt das prozessuale Vorgehen der Büchnerpreisträgerin, ihre Lust am Dialog und ihre Freude über die Erkenntnisfrüchte, die sich bei der Arbeit mit den Worten einstellen. Erb berichtet von dem Versuch, so zu dichten, wie man denkt – und erklärt, wie sich ihre augenblicksnahe Sprache entzündet an allem, was ihr begegnet.

Deutschlandfunk Kultur sendet einen gekürzten Mitschnitt der Rede von Elke Erb mit dem Titel: "Das Gedicht ist, was es tut"

Elke Erb: "Das Gedicht ist, was es tut" / "A poem is what it does"
Deutsch/Englisch. Übersetzt aus dem Deutschen ins Englische von Shane Anderson
Hg.: Matthias Kniep, Thomas Wohlfahrt,
Wallstein Verlag, Reihe: Berliner Rede zur Poesie, Jahrgang 2018. 88 Seiten, 13,90 Euro
Bestellbar über das Berliner Haus für Poesie

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