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Interview / Archiv | Beitrag vom 07.09.2020

Gentrifizierung in LeipzigGibt es ein Recht auf günstigen Wohnraum?

Dominik Enste im Gespräch mit Nicole Dittmer

Altbauten im Leipziger Szeneviertel Connewitz (Imago / Tim Wagner)
Wohnen mit alternativem Ambiente: Im Leipziger Viertel Connewitz schreitet die Gentrifizierung voran. (Imago / Tim Wagner)

Die Proteste in Leipzig-Connewitz haben die Debatte über bezahlbaren Wohnraum wieder angefacht. Leipzig ist eine der am schnellsten wachsenden Großstädte Deutschlands, die Mieten steigen, vor allem in der Innenstadt.

Natürlich gebe es kein pauschales Recht auf bezahlbaren Wohnraum in der Innenstadt, sagt der Wirtschaftsethiker Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, anlässlich der gewaltsamen Proteste in Leipzig. Ein Dilemma zwischen den Interessen der dort geborenen, ansässigen Bewohnern und denjenigen, die zuziehen möchten, bestehe ganz unausweichlich. Zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen gelte es daher, einen Ausgleich zu finden.

Städte im Wandel

Wichtig sei es dabei, neben ökonomischen Aspekten auch soziale Aspekte zu beachten. Für Wohnungsgesellschaften sei beispielsweise entscheidend, dass diese langfristige Ziele verfolgen – und nicht nur versuchen, kurzfristig hohe Renditen anzustreben.

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Es müsse eine Balance gefunden werden zwischen hinzuziehenden Menschen und dem Ziel, Gentrifizierung zu vermeiden. "Denn letztendlich leben die Städte von der Vielfalt", so Enste. Diese gelte es zu erhalten. Wandlung und Veränderungen in Städten seien aber unausweichlich.

(lkn)

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