Weniger Gas aus Russland

Wie wir jetzt Energie sparen können

07:47 Minuten
Eine Frau mit Einkäufen im Fahrradkorb aus der Vogelperspektive.
Einkauf per Rad, am besten Bio: Die Energieexpertin Corinna Fischer sieht im Alltag jede Menge Einspar-Potenziale. © picture alliance / Frank Duenzl
Corinna Fischer im Gespräch mit Stephan Karkowsky · 12.05.2022
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Gaslieferungen durch ukrainische Pipelines kommen teilweise zum Erliegen. Die Energiepreise steigen. Höchste Zeit, dass private Haushalte alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Energie zu sparen, meint Corinna Fischer vom Öko-Institut Freiburg.
Die Temperatur zu Hause um ein paar Grad herunterdrehen, die Heizung technisch auf den neuesten Stand bringen lassen, sparsam Autofahren, weniger Fliegen – es gebe viele allgemein bekannte Dinge, mit denen wir alle unseren Energiebedarf senken können, um die Umwelt zu schonen und das Haushaltskonto zu entlasten, sagt Corinna Fischer vom Öko-Institut Freiburg.

Mehr Bio-Produkte, weniger Fleisch

Darüber hinaus ließen sich im Alltag aber noch weitere Klima-Effekte erzielen, so Fischer: "Wenn ich zum Beispiel Essen aus biologischer Landwirtschaft kaufe, heißt das: Da geht nicht so viel Gas in die Düngerproduktion." Auch weniger Fleischkonsum wirke sich positiv auf die Energiebilanz aus, "weil es sehr viel weniger Energie braucht, um pflanzliche Produkte herzustellen."
Repräsentative Umfragen wie die Umweltbewusstseinsstudie 2020 zeigten, dass viele Menschen dazu bereit seien, ihr Verhalten zu verändern, um natürliche Ressourcen und das Klima zu schützen, sagt Fischer, die am Öko-Institut zu nachhaltigem Konsum und dem Energiesparen in privaten Haushalten forscht. Ob sie von der Absicht auch ins Handeln kämen, hänge stark von den jeweiligen Lebensbedingungen ab.

Wenn nachts im Hörsaal noch die Lüftung rauscht

Deshalb komme es darauf an, dass auch die Politik die Weichen richtig stelle. Durch sichere Fahrradwege und eine vorausschauende Stadtplanung, die auf kurze Strecken zwischen Wohn- und Arbeitsorten setze, wäre schon viel zu erreichen, so Fischer. Im Übrigen bleibe auch in Behörden und Institutionen noch manches Potenzial ungenutzt.
Zum Beispiel habe eine Hochschule anlässlich der Überprüfung ihres Energieverbrauchs festgestellt, dass die Lüftung in den Hörsälen nachts ungenutzt weiterlief, erzählt Fischer. "Und als man diese Lüftung abgeschaltet hat, dann hat man auf einmal so viel Energie gespart wie zehn Haushalte in einem Jahr verbrauchen."
Solche Einsparungen wären auch für viele Unternehmen möglich und eigentlich schon aus Kostengründen attraktiv, davon ist Fischer überzeugt. Deshalb wäre sie dafür, Energiespar-Audits etwa für Firmen im Dienstleistungssektor und in anderen Branchen verpflichtend zu machen. Vielen sei bisher überhaupt nicht bewusst, wie viel Geld sie sparen könnten, indem sie ihren Energieverbrauch genauer erfassen und an geeigneten Stellen reduzieren.
(fka)

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