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Kulturnachrichten

Freitag, 10. Januar 2014

Galerist Achenbach: Entwicklung der Kunst orientiert sich an Gesellschaft

Für ihn ist es wichtig, an Menschen zu verkaufen, die Kunst lieben.

Der Düsseldorfer Helge Achenbach sagte der "Süddeutschen Zeitung", es sei ein Graus für ihn, ein Werk an einen Sammler zu verkaufen, der es sofort in ein Depot schaffe, um es erst zu verkaufen, wenn sein Wert sich vervierfacht habe. Den Preisanstieg für Werke in den vergangenen Jahrzehnten sieht Achenbach skeptisch. Die Gier nach Gewinn degradiere die Kunst. Ein Künstler sei heute entweder richtig erfolgreich oder müsse nebenbei Briefe austragen. Damit folge die Entwicklung der Kunst der der gesamten Gesellschaft.

Weltbild-Verlag stellt Insolvenz-Antrag

Der zweitgrößte Buchhändler Deutschlands, der Weltbild-Verlag, hat einen Insolvenzantrag gestellt.

Das Unternehmen teilte mit, ein entsprechender Antrag sei beim Amtsgericht Augsburg eingegangen. Wesentlicher Auslöser sei der Umsatzrückgang der vergangenen Monate gewesen. Ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sagte, der Grund für die Insolvenz sei, dass die an Weltbild beteiligten Bistümer ihre Kapitalzusagen in Höhe von 60 Millionen Euro zurückgezogen hätten. Der Weltbild-Verlag habe zuvor einen Sanierungsplan erarbeitet, dem auch mehreren Banken zugestimmt hätten. Auf eine neue Finanzierung des Verlags hätten sich die Eigentümer bislang aber nicht einigen können.

Laut Unternehmen betrifft der Insolvenzantrag nur die Verlagsgruppe in Augsburg. Nicht berührt seien alle Filialen sowie Gesellschaften in Österreich, der Schweiz sowie das Internetportal bücher.de.

Tibetisches Zentrum bei Brand in China zerstört

In China ist eines der wichtigsten Zentren des tibetischen Buddhismus bei einem Brand schwer zerstört worden.

Wie die amtliche Nachrichten-Webseite Zhongguo Xinwen Wang mitteilte, wütet das Feuer seit mehreren Stunden. Mehr als 450 Feuerwehrleute und Rettungskräfte sind im Einsatz. Die tibetische Anlage Serthar wurde 1980 gegründet und liegt in der Provinz Sichuan. Mittlerweile leben dort 10.000 Mönche, Nonnen und Studenten in kleinen Holzhäusern. Warum das Feuer dort ausbrach, ist bislang nicht klar.

Das Zentrum Serthar war in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel von Repressionen chinesischer Behörden geworden; so hatten bewaffnete Polizisten 2001 hunderte Menschen aus Serthar vertrieben und rund tausend Häuser zerstört.

"Gaben der Heiligen drei Könige" in Moskau zu sehen

Gold, Weihrauch und Myrrhe - die drei Weisen aus dem Morgenland haben diese Geschenke zu Jesu Geburt nach Bethlehem gebracht.

Seit Jahrhunderten gelten sie als die wichtigsten Reliquien der christlich-orthodoxen Kirche. Sie werden auf der Halbinsel Athos in Griechenland aufbewahrt. Jetzt wurden die Gaben der drei Könige erstmals außerhalb des Landes gezeigt, und zwar in Moskau. Laut Medienberichten haben dort in den vergangenen Tagen mehr als 100.000 Menschen Schlange gestanden, um sie zu besichtigen. Behörden schätzen, dass die Gläubigen bis zu neun Stunden anstehen mussten. Die Reliquien sind noch bis zum 13. Januar in der Moskauer Erlöserkirche zu sehen. Danach sollen sie auch in Sankt Petersburg, in Minsk und in Kiew gezeigt werden.

Flashmob gegen Christenverfolgung am Samstag

Nordkorea, Syrien oder Afghanistan - in diesen Ländern fühlen sich Christen besonders häufig verfolgt.

Das geht aus dem Weltverfolgungsindex des Hilfswerks "Open Doors" hervor. Um darauf aufmerksam zu machen, plant es für morgen einen Flashmob in mehreren deutschen Städten, unter anderem in Berlin, Frankfurt, München, Bremen und Köln. Dem Hilfswerk zufolge haben tausende Menschen ihre Teilnahme auf Facebook bestätigt. Sie treffen sich um 16 Uhr in den Städten an einem zentralen Ort. Dort wollen sie sich hinknien, mit verschränkten Armen auf dem Rücken - während ein Aktivist über die Christenverfolgung per Megafon berichtet.

"Superpenner"-Comic soll Obdachlosenzeitung helfen

Sein Zaubertrank ist Bier, seine Feinde sind Busfahrer, Touristen oder Ökomuttis - die Rede ist vom "Superpenner".

Die Figur im gleichnamigen Comic soll der Berliner Obdachlosenzeitung "Straßenfeger" neuen Aufwind geben. Die Geschichte des "Superpenners" wird im Stil amerikanischer Superhelden-Comics erzählt. Die erste Folge soll dem Heft ab kommenden Montag beiliegen. Die Obdachlosenzeitung wird in der Regel von Wohnungslosen in U-Bahnen verkauft.

Theweleit: In Fußball-Mannschaften herrschen pseudo-militärische Verhältnisse

Der Soziologe Klaus Theweleit sieht das größte Hindernis für Homosexuelle im Fußball nicht im Verband oder in den Fans, sondern in der Mannschaft.

Theweleit sagte im "Deutschlandradio Kultur" ihn habe es nicht gewundert, dass das Coming Out des ehemaligen Fußballers Thomas Hitzlsperger zwar begrüßt, aber nicht als Vorbild für aktive Fußballer gesehen werde. In einer Mannschaft herrschten pseudo-militärische Verhältnisse und eine klare Kommandostruktur. Außerdem seien die Spieler einer Mannschaft nicht Freunde, sondern Konkurrenten, die um die Stammplätze kämpften. Viele seien so gedrillt, dass sie ohne die Phantasie des harten männlichen Körpers noch nicht auskämen. Theweleits These: Homosexualität würde dieses Verhaltenssystem bedrohen.

Sprachgesellschaft sieht Wertewandel des Wortes "schwul"

"Schwul" wurde früher abwertend gebraucht - heute wird es weitgehend wertneutral verstanden.

So sieht es die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden. Das Wort "schwul" habe seit den 70er und 80er Jahren einen Wertewandel erfahren. Damals hätten Homosexuelle damit begonnen, sich selbst im positiven Sinne als "schwul" zu bezeichnen. In der Folge habe sich das Wort mehr und mehr im öffentlichen Sprachgebrauch durchgesetzt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache betonte allerdings, dass die Bedeutung von "schwul" immer noch kontextabhängig sei. In der Jugendsprache bedeute das Wort auch "unattraktiv, uninteressant oder unbefriedigend".

Der ehemalige Fußballnationalspieler Thomas Hitzlspergers hatte sich gestern als schwul geoutet. Politiker und Sportfunktionäre sprachen von einem mutigen Schritt.

Erstes Denkmal für Homosexuelle in Israel eingeweiht

Tel Aviv ist die erste israelische Stadt mit einem Denkmal für Homosexuelle.

Es wurde heute eingeweiht. Bei der Zeremonie sagte der deutsche Botschafter, Andreas Michaelis, Tel Aviv sei Homosexuellen gegenüber eine sehr freundliche Stadt. In seiner Rede zitierte er auch Goethe mit den Worten: "Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muss zur Anerkennung führen."

Das Denkmal für Homosexuelle steht in einem zentral gelegenen Park in Tel Aviv und besteht aus rosafarbenen Dreieicken. Sie erinnern daran, dass Homosexuelle in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten rosa Winkel tragen mussten. Etwa 5.000 bis 15.000 Schwule und Lesben wurden im Dritten Reich ermordet.

Europäische Rabbiner stellen "Koscher-Datenbank" ins Netz

Auf der Online-Liste stehen tausende koschere Lebensmittel, die man in Europa kaufen kann.

Die Europäische Rabbinerkonferenz hat sie zusammengestellt, und zwar nach Markennamen und Nahrungsmittel. Außerdem findet sich für jedes europäische Land ein Ansprechpartner, an den man sich bei Fragen zur koscheren Ernährung wenden kann. Wie die israelische Internetzeitung "Ynet-News" schreibt, soll die "Koscher-Datenbank" das Reisen in andere Länder erleichtern.

Zeitung: Blogger in Russland künftig mehr unter Beobachtung

Russland will Blogger offenbar noch stärker überwachen.

Das schreibt die Zeitung "Iswestija" und beruft sich auf Kreise des kremleigenen Sicherheitsdienstes FSO. Es gebe zwar schon jetzt Beobachtungssysteme für Onlineaktivitäten. In Zukunft sollten aber "professionelle Informatiker" das Sammeln von Daten übernehmen. Ziel ist dem Bericht zufolge der Aufbau einer Datenbank mit Angaben zu Bürgern, die im Internet aktiv sind und eine schlechte Meinung von der russische Regierung haben. Kritiker werfen Russlands Präsident Wladimir Putin vor, Opposition und Presse immer stärker zu gängeln und die Meinungsfreiheit immer mehr einzuschränken.

Türkei: Zugang zu Videoplattform Vimeo gesperrt

In der Türkei ist der Zugang zur populären Videoplattform Vimeo gesperrt.

Die Internetseite kann seit heute mit Verweis auf das Urteil nicht mehr aufgerufen werden. Türkische Medien berichten zudem, die Regierung wolle sich in Zukunft das Recht geben, Internetseiten ohne vorherigen Gerichtsbeschluss sperren zu lassen. Das gehe aus einem Gesetzentwurf der Regierungspartei AKP hervor. Demnach beinhaltet der Entwurf auch ein Recht für die Behörden, die Surf-Gewohnheiten von Internetnutzern aufzuzeichnen und zwei Jahre lang zu speichern. Kritiker bezeichnen den Gesetzentwurf als Einstieg in die Zensur.

Gerichte in der Türkei haben in den vergangenen Jahren mehrfach Sperren angeordnet, von denen auch Youtube betroffen war. Bei den Protesten im vergangenen Jahr waren Internetplattformen zu einer Hauptinformationsquelle geworden. Rundfunk und Zeitungen hatten ihre Berichterstattung über die Proteste zeitweise praktisch eingestellt.

Türkische Regierung will staatliche Kultureinrichtungen neu ordnen

Die Neuordnung der türkischen Staatstheater ist offenbar nicht vom Tisch.

Das Kulturministerium hatte bereits vor Monaten ein Gesetz ins Gespräch gebracht, dass die Strukturen der bestehenden Staatstheater auflöst und sie unter die alleinige Leitung eines elfköpfigen Gremiums stellt - bestellt von der AKP. Die Regierung hatte das Vorhaben zunächst nicht weiter verfolgt, bringt es jetzt aber offenbar wieder auf die Tagesordnung. Sie hat für Ende Januar Vertreter von Kulturverbänden und Künstlern eingeladen, um ihre Meinung über das neu zu gründende Gremium einzuholen. Diese kritisierten das Vorhaben als "Ende der Kultur in der Türkei".

Medienwissenschaftler zu Hitzlsperger: Bevölkerung geht Paradigmenwechsel der Medien noch nicht ganz mit

"Die Berichterstattung über das Outing des ehemaligen Fußballers Thomas Hitzlsperger ist nicht übertrieben sondern absolut berechtigt."

Dieser Meinung ist der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Er sagte im "Deutschlandradio Kultur" das Coming out sei geeignet, die Verhältnisse zu liberalisieren. Denn es sei ganz klar auch an die Adresse Russlands vor den Olympischen Spielen gerichtet gewesen. Pörksen betonte aber, er beobachte ein Auseinanderklaffen zwischen der veröffentlichten positiven Meinung in den Medien und den Leserkommentaren. Oft finde man dort nämlich noch klassisch-homophobe oder ideologisch-fundamentalistische Aussagen. In den Medien verschiebe sich also etwas, die Bevölkerung gehe aber in Teilen noch nicht mit.

Monika Grütters: Iffland-Dokumente sind "nationales Kulturgut"

Im Streit um den Nachlass des preußischen Theatermachers August Wilhelm Iffland hat sich jetzt auch die neue Kulturstaatsministerin zu Wort gemeldet.

Monika Grütters sagte dem "Tagesspiegel", der Fall zeige, dass der Umgang mit Kunst und Kulturgut aus der ehemaligen DDR eindeutig geklärt werden müsse. Eine Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes sei in Vorbereitung. Ein Sammler hatte tausende Briefe und Manuskripte Ifflands auf einer Messe angeboten. Das Land Berlin erstattete Anzeige, weil vermutet wurde, dass der Verkäufer unrechtmäßig an die Dokumente kam. Nach den Worten von Monika Grütters sind die Papiere "nationales Kulturgut".

Iffland war der wichtigste Theaterregisseur in Preußen. Für ihn schrieben Goethe und Schiller einige ihrer wichtigsten Stücke.

Finnland: Radio Helsinki darf nicht um Spenden werben

Wie finanzieren wir unser Internetpräsenz?

Diese Frage treibt viele private Medien um. Dem finnischen Sender "Radio Helsinki" wurde ein unkonventioneller Weg jetzt verbaut. Der Sender wollte seine Hörer um eine freiwillige Gebühr bitten - die Polizei verbot jedoch die Kampagne. Das Sammeln von Spenden sei nur Vereinen oder anderen gemeinnützigen Organisationen gestattet. Chefredakteurin Maria Veitola zeigte sich enttäuscht: Man habe nur interessierten Hörern die Möglichkeit bieten wollen, Radio Helsinki zu unterstützen. Der werbefinanzierte Sender wollte ab heute im Internet um eine freiwillige Abgabe von drei Euro pro Monat bitten. Er befindet sich seit längerem in finanziellen Schwierigkeiten.

Frankreich: Auftritt von umstrittenem Komiker Dieudonné per Gericht verboten

In letzter Minute ist sein Auftritt nun doch noch verboten worden.

Das französische Oberste Verwaltungsgericht hat den für gestern Abend geplanten Tournee-Auftakt des umstrittenen Komikers Dieudonné in der Stadt Nantes verboten. In der Begründung heißt es, es bestehe das Risiko, dass die öffentliche Ordnung gestört werde. Damit hoben die Richter nur zwei Stunden vor dem Auftritt eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts von Nantes auf. Das hatte gestern Nachmittag ein Auftrittsverbot per einstweiliger Verfügung außer Kraft gesetzt. Innenminister Manuel Valls sprach von einem Sieg für die Republik. Der - Zitat - "Kampf gegen diese widerliche Person" werde weitergehen. Dieudonné wurde wegen Anstiftung zum Hass und rassistischen Äußerungen schon mehrfach zu Geldstrafen verurteilt.

Stalin-Kalender der russisch-orthodoxen Kirche sorgt für Kritik

Ein Wandkalender mit Fotos des ehemaligen Diktators Stalin bringt die russisch-orthodoxe Kirche in Russland in Bedrängnis.

Ein kirchlicher Verlag hatte den Kalender für 2014 mit dem Titel "Stalin" produziert und als "Geschenk für Veteranen und Geschichtsfans" auf den Markt gebracht. In sozialen Netzwerken war daraufhin ein Sturm der Entrüstung ausgebrochen. Ein Kirchen-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass ein kirchliches Unternehmen eine solche Publikation veröffentliche, sei moralisch nicht akzeptabel. Man habe den Verantwortlichen entlassen, als man von dem Druck gehört habe - dennoch habe man nicht verhindern können, dass der Kalender auf den Markt komme.

Vereinigte Arabische Emirate: Amerikaner nach Haft für YouTube-Video wieder frei

Er hatte sich bei Youtube über Araber lustig gemacht, die die US-Hip-Hop-Kultur imitieren.

Für dieses Video war ein Amerikaner in den Vereinigten Arabischen Emiraten im vergangenen April zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Jetzt wurde er nach neun Monaten vorzeitig aus der Haft entlassen. Der 29-Jährige erklärte nach seiner Rückkehr in die USA, er habe nichts falsches getan. Die Regierung in Abu Dhabi habe lediglich einen "Sündenbock" gebraucht. In seinem Video habe er schon in der Einleitung deutlich gemacht, dass er die Bevölkerung der Vereinigten Arabischen Emirate nicht beleidigen wolle.

Hitlers "Mein Kampf" in England und den USA ein E-Book-Bestseller

Das Interesse an "Mein Kampf" ist da - aber mit dem Buch gesehen werden möchte wohl trotzdem niemand.

In den USA und in England hat sich die E-Book-Version von Adolf Hitlers "Mein Kampf" zu einem Bestseller entwickelt. Das berichten verschiedene britische Zeitungen. Beim Internethändler Amazon führt das Buch unter anderem die britische Bestseller-Liste für E-Books in der Kategorie "Propaganda" an; in der Kategorie "Zweiter Weltkrieg" kommt es auf Platz 11. Der "Guardian" zitiert dazu die Theorie des Autors Chris Faraone: "Mein Kampf" profitiere davon, dass der E-Reader eine gewisse Privatsphäre biete. So müsse niemand mit dem Buchcover in der U-Bahn sitzen. - In Deutschland ist der Druck von "Mein Kampf" verboten.

Polen: Nationalkonservative wollen Haft für Bezeichnung "polnische Lager"

Polens nationalkonservative Opposition will die historisch falsche Bezeichnung "polnische Todeslager" verbieten.

Die Partei "Recht und Gerechtigkeit" stellte im Warschauer Parlament eine Gesetzesinitiative vor. Sie will die Verwendung des Begriffs mit bis zu fünf Jahren Haft bestrafen lassen. Die Partei berief sich auf Angaben des Außenministeriums. Danach war allein im Jahr 2012 in internationalen Medien und öffentlichen Äußerungen rund 130 Mal von "polnischen Lagern" die Rede, wenn es um die deutschen Vernichtungslager während des Zweiten Weltkriegs in Polen ging. Das polnische Justizministerium reagierte skeptisch auf den Vorschlag. Es gebe keine rechtlichen Grundlagen, um Personen zur Verantwortung zu ziehen, hieß es. Eine Kriminalisierung könne nur symbolischen Charakter haben.

Auch US-Präsident Barack Obama hatte einmal irrtümlich von "polnischen Lagern" gesprochen und schwere Verstimmung in Polen ausgelöst.

SZ: Anthropologin lobt kreatives Potenzial der Favelas

Ohne die Favelas wäre Rio de Janeiro eine langweilige Stadt.

Davon ist die US-amerikanische Anthropologin Janice Perlman überzeugt. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte sie, in den informellen Siedlungen stecke kreatives Potenzial, das Innovationen erzeuge. Die Situation der Menschen in den Favelas hat sich laut Perlman zumindest zum Teil in den letzten Jahrzehnten verbessert: 1969 befragte sie als eine der Ersten die Bewohner - 40 Jahre später bestünden die meisten Häuser nicht mehr als Lehm und Blech, sondern aus Beton und Ziegeln. Außerdem gebe es weniger Analphabeten. Trotzdem hätten viele der Bewohner keine verbesserten Jobaussichten - Perlman führt das unter anderem auf das Stigma der Favela-Einwohner zurück.

Theodor-Heuss-Platz heißt bei Google auch Adolf-Hitler-Platz

Beim Google Kartendienst Maps war in Berlin offenbar bis vor kurzem noch ein Adolf-Hitler-Platz zu finden.

Das berichtet die Zeitung "B.Z.". Bei dem Fall geht es um den Theodor-Heuss-Platz im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Bei der Maps-Suche war er laut Zeitung sowohl mit dem neuen Namen, als auch mit dem Namen Adolf-Hitler-Platz zu finden gewesen. Der Konzern habe auf Nachfrage mitgeteilt, man könne sich den Fall nicht erklären und wolle die Sache prüfen. Wenig später habe Google dann den Namen entfernt, heißt es. Der Verkehrsknotenpunkt hieß von 1933 bis 1945 Adolf-Hitler-Platz, dann Reichskanzlerplatz und wurde 1963 nach dem ersten Bundespräsidenten benannt.

Staat und Kirche in Venezuela gemeinsam gegen Gewalt

In Venezuela wollen die Regierung und die katholische Kirche gemeinsam gegen die wachsende Gewalt vorgehen.

Trotz unterschiedlicher Auffassungen habe man Themen ausgemacht, bei denen man für ein friedlicheres Venezuela zusammenarbeiten könne, hieß es von der Regierung nach einem Treffen mit Kirchenvertretern. Ein mögliches Projekt sei etwa die Drogenprävention für Kinder und Jugendliche. Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche war in den vergangenen Jahren angespannt. Venezolanische Medien werten den jetzigen Dialog auch als ein Ergebnis des Treffens von Papst Franziskus mit Staatspräsident Nicolas Maduro im vergangenen Jahr.

Olympia: Indische Athleten treten unter olympischer Flagge an

Indische Athleten werden bei den Winterspielen in Sotschi nicht unter ihrer eigenen Flagge antreten, sondern unter der olympischen.

Das meldet die Nachrichtenagentur AP und beruft sich auf das Internationale Olympische Komitee. Das indische Nationale Olympische Komitee war vor einem Jahr suspendiert worden. Das IOC hatte der Regierung des Landes vorgeworfen, sich in nationalen Komitee-Wahlen eingemischt zu haben. Die Neuwahlen für die Funktionärsposten finden nun zwei Tage nach der Eröffnung der Spiele statt und damit zu spät für eine Aufhebung des Banns. Die indische Rodlerin Shiva Keshavan nannte es "beschämend und bedauernswert" nicht für ihre Landesfarben anzutreten.

US-Literat Amiri Baraka gestorben

Der afro-amerikanische Schriftsteller Amiri Baraka ist tot.

Der Lyriker und Dramatiker starb im Alter von 79 Jahren in seinem Geburtsort Newark in New Jersey. Der britische "Guardian" nennt ihn in seinem Nachruf den möglicherweise polarisierendsten und radikalsten US-Literaten der 1960er und 70er Jahre. Er beeinflusste zahlreiche Dichter und Schriftsteller und galt als Wegbereiter des Rap und Hip-Hop. Seine Anhängerschaft war zeitweise so groß, dass das FBI befürchtete, Baraka könne zum Führer einer pan-afrikanischen Bewegung in den USA werden.

Gesellschaft für künstliche Intelligenz entschuldigt sich für missverständliches Titelbild

Über mangelnde Aufmerksamkeit können sich die Macher nicht beklagen.

Auf dem Titelblatt des - normalerweise eher wenig gelesenen - wissenschaftlichen Journals der "Japanischen Gesellschaft für Künstliche Intelligenz" ist eine großäugige putzende Frau zu sehen, die mit einem Kabel ausgestattet ist. Auf den darauf folgenden Proteststurm reagiert die Organisation nun mit einer Entschuldigung: Das Design habe niemanden diskriminieren sollen, heißt es auf der Internetseite. Man bedaure, dass man die Sache nicht mit größerer Vorsicht angegangen sei - gerade als akademische Organisation. Das Thema "künstliche Intelligenz" sei allerdings schlecht zu bebildern.

Heino Ferch: Gratwanderung zwischen Rolle und eigenem Gefühl

"Wenn der Vorhang auf und das Licht angeht - das ist wie Urlaub von sich selbst."

So erklärt der Schauspieler Heino Ferch den Reiz seines Berufs. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte er, gerade wenn es um emotional schwierige Themen wie etwa Kindesentführungen gehe, müsse er sich aber zusammenreißen, um in der Figur zu blieben und nicht das eigene Gefühl als Vater zuzulassen. Die Rolle eines Kinderschänders würde er beispielsweise prinzipiell nicht spielen. Wenn man selbst Kinder habe, könne man das nicht abrufen, erklärte Ferch.

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