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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 21.12.2019

Frohe Festtage!Weihnachten – ein Fest der offenen Türen?

Cornelia Coenen-Marx und Lamya Kaddor im Gespräch mit Vladimir Balzer

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In Netze verpackte Weihnachtsbäume an einem Verkaufsstand in Berlin 2019. (imago/Müller-Stauffenberg)
Ist Weihnachten ein Fest für alle? Wie feiern Sie? (imago/Müller-Stauffenberg)

Weihnachten: An kaum einem anderen Fest liegen Freude und Stress so nah beieinander. Für die einen ist es eine schöne Familienfeier, andere lehnen den Rummel ab. Wie schauen Nichtchristen darauf? Ist Weihnachten ein Fest für alle? Wie feiern Sie?

Nur noch wenige Tage bis Heiligabend! Sind alle Geschenke besorgt? Stehen der Menü– und der Zeitplan? Selten sind die To-do-Listen so lang wie vor dem Fest. Dabei soll es – eigentlich – eine Zeit der Besinnung sein.

Weihnachten als Fest der offenen Türen

"Momente sammeln, nicht Sachen", ist das Motto der evangelischen Theologin Cornelia Coenen-Marx. "Geschenke stiften noch keine Gemeinschaft – wohl aber ein gedeckter Tisch und Zeit füreinander." Ihre Beobachtung: "Weihnachten ist in Deutschland vor allem ein traditionelles Familienfest mit hohen Erwartungen an die Familie, die heute zu oft in Stress ausarten. Es ist aber auch ein Fest, wo Einsamkeit droht." Viele Familien lebten nicht mehr nah beieinander, viele Ältere seien allein. "Das Zusammensein fehlt, und viele Rituale funktionieren nur im Zusammensein." Daher ist Weihnachten für sie auch "das Fest der offenen Türen". Warum nicht auch die alleinstehende Nachbarin einladen? Oder mit Menschen anderer Kulturen und Religionen feiern? "An diesem Abend können auch Fremde einander zuhören und füreinander sorgen."

Weihnachten verbindet Kulturen

"Weihnachten ist heute weit mehr als ein christliches Fest. Es ist zu etwas Verbindendem geworden", sagt die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. Auch als Muslimin schätzt sie die Weihnachtszeit und feiert mit ihrer gemischt-religiösen Familie. "Es gibt einfach eine spezielle Zeit, von der alle wissen: Ah, Weihnachten naht! Ähnlich ist es auch im Ramadan: Da wird der ganze Alltag auf den Kopf gestellt. Alles passt sich diesem Fest an. Und Weihnachten ist ein wichtiges kulturelles Identitätsmerkmal unserer Gesellschaft."

Für die Religionslehrerin ist Weihnachten eine gute Gelegenheit, möglichst viele Menschen einzubeziehen, über Kultur- und Konfessionsgrenzen hinweg. "Die Kirchen sollten das als große Chance betrachten. Wir können es uns auf die Fahne schreiben als Christen: Ja, wir haben dieser Welt dieses Fest geschenkt. Das wäre doch mal eine Haltung. Ich kenne so viele Muslime, die Weihnachtsmärkte super finden, die die Beleuchtung super finden. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun."

Freuen Sie sich auf Weihnachten?
Cornelia Coenen-Marx und Lamya Kaddor sind heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr zu Gast bei Vladimir Balzer. Hörerinnen und Hörer können sich an der Diskussion beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254 sowie per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de.

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