Dienstag, 10.12.2019
 

Interview | Beitrag vom 05.10.2019

Fotograf über Nordkorea"Man bewegt sich wie auf dem Mond"

Frank Zauritz im Gespräch mit Ute Welty

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Ein Foto aus der Nordkorea-Serie vom Fotografen Frank Zauritz. (Frank Zauritz)
Ein Foto aus der Nordkorea-Serie vom Fotografen Frank Zauritz. (Frank Zauritz)

Der Fotograf Frank Zauritz war bereits mehrfach in Nordkorea. Trotz aller Widrigkeiten, mit denen ein ausländischer Reporter dort zu kämpfen hat, habe er sich in das "wunderschöne" Land verliebt, sagt er. An die Menschen komme man aber nur schwer heran.

Der Fotograf Frank Zauritz war schon mehrfach in Nordkorea. Und hat sich gleich beim ersten Besuch in das Land verliebt.

"Wir sind am Flughafen angekommen und als erstes wurde mir mein Mobilfunk abgenommen", erinnert er sich. Dann habe ihm sein persönlicher Aufpasser in astreinem Deutsch zu verstehen gegeben, dass er weder Soldaten noch Polizisten fotografieren dürfe. Und eigentlich sowieso keine Menschen und Gebäude und Baustellen auch nicht. "Ich bin angekommen und habe gesagt bekommen: Okay, Sie dürfen eigentlich gar nichts fotografieren."

Ein Foto aus der Nordkorea-Serie vom Fotografen Frank Zauritz. (Frank Zauritz)Nordkorea (Frank Zauritz)

Das klingt erstmal nicht nach einem Grund, sich in ein Land zu verlieben, aber Zauritz hat das mit dem Verliebtsein nicht ironisch gemeint. "Es ist so, als würde man sich auf der Suche nach dem tasmanischen Tiger oder so befinden. Man bekommt ein riesiges Theaterstück", sagt er. "Ich muss mich fast entschuldigen, dass ich dem einen Reiz abgewinne, aber es ist so. Dadurch, dass man dem Theaterstück folgt, kann man es auch entlarven." Und dann erlebe man skurrile Dinge.

Ein Foto aus der Nordkorea-Serie vom Fotografen Frank Zauritz. (Frank Zauritz)Nordkorea (Frank Zauritz)

Nicht zuletzt sei Nordkorea ein "wunderschönes" Land: "Man bewegt sich wie auf dem Mond, in einem Gebiet, in dem alles irgendwie toxisch erscheint", sagt der Fotograf. "Aber wenn man sich dann den Menschen nähert, in dem Fall sogar den Leuten, die einen begleiten, den Aufpassern usw., merkt man, es sind halt doch nur Menschen, die für sich das Beste wollen, aber leider in einem System leben, das schwierig ist nach unseren Maßstäben."

(uko)

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